Theater
Kein Tresor ist vor ihm sicher: Der alte Knacker kann's nicht lassen

Eine perfekt gelungene, hochkomische Dialektkomödie feiert im Fauteuil Premiere. Das Stück «S’Gäld liggt uff dr Bank» handelt von kriminellen Wirren und besticht durch knackige Dialoge im Baseldeutschen.

Tumasch Clalüna
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Hervorragend: Roland Herrmann und Stefanie Verkerk. zvg

Hervorragend: Roland Herrmann und Stefanie Verkerk. zvg

Karl Häberli (Buddy Elias) ist Schlossermeister und heimlicher Tresorknacker. Zusammen mit seinen Söhnen Megge (Urs Bosshardt) und Freddy (Willi Schraner) bricht er Ende der Sechziger in mehrere Banken ein, wird aber nie erwischt. Allerdings hat Kommissar Haberthür (Roland Hermann) Karl schon lange im Verdacht.

Als er an dessen 40. Geburtstag, zu dem sich der Schlosser einen weiteren Bruch geschenkt hat, plötzlich in der Stube steht und Karl fast überführt, muss dieser seiner Frau (Stefanie Verkerk) versprechen, für die nächsten 40 Jahre keinen Einbruch mehr zu begehen.

Zu seinem 80. Geburtstag aber, die Söhne sind erfolgreich und erwachsen, plant der Alte tatsächlich seinen nächsten Bruch. Megge und Freddy tun alles, um das Vorhaben zu vereiteln, doch machen sie alles nur noch schlimmer.

Sie stellen ihren Vater bloss. Dieser wird inzwischen vom Sohn des Kommissars umschwirrt, seine Enkelin (Myriam Wittlin) droht auch eine kriminelle Karriere einzuschlagen und die Tochter Doris hat von allem eh keine Ahnung und verliebt sich auch noch in diesen jungen Haberthür.

Nachdem Karl sich mit unfreiwilliger Unterstützung eines Alarmanlagenvertreters (Urs Bihler) auf den neusten Stand der Technik gebracht hat, macht er sich daran, seinen Ruf reinzuwaschen. Und es gelingt: jedoch anders als erwartet.

Treffsicher übersetzt

Knackige Dialoge, ein untrügliches Gespür für das richtige Timing und eine Geschichte, die herrlich absurd daherkommt. Mehr braucht es nicht für eine gelungene Komödie. Hanspi Feuz hat das Stück von Curth Flatow treffsicher ins Baseldeutsche übersetzt.

Die Umsetzung einer solchen Vorlage bedarf jedoch eines grossen Könnens und dies besitzen Regie (Martin Schurr) und Ensemble zweifellos. Allen voran Buddy Elias ist wieder einmal dermassen verschmitzt und schlitzohrig, dass es nur eine Freude ist.

Aber auch Urs Bosshardt als Zeitungsverleger und Willi Schraner als streberhafter Rektor sind eine wahre Freude. Roland Herrmann als Vater und Sohn Haberthür ist gewohnt souverän, Myriam Wittlin erfrischend jugendlich und Urs Bihler herrlich verpeilt.

Glücklicherweise bleibt der Versuch, über die Zeitungsthematik einen lokalen Bezug herzustellen, ein Versuch. Denn politisch oder gesellschaftskritisch ist das Stück nur bedingt.

Zwar gibt es das Klischee des skrupellosen Kapitalisten, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist, und seine Tochter begehrt protestierend gegen ihn auf, doch dies sind eben Klischees und klassische Rollenbilder für solche Komödien. Sie lebt von einer köstlichen Grundsituation, auf der sich wunderbar ein markiger Spruch nach dem anderen platzieren lässt.

Die Bühne braucht nur einen Umbau, von 1967 auf 2007. Die braun-orangefarbenen Tapeten verschwinden und mit den Jahren, die vergehen, hört man die jeweiligen Hits. Natürlich endet das Ganze in einem Happy End, nur eine Frage bleibt bis zum Schluss offen: «Wo hatte Karl das ganze Geld eigentlich immer versteckt?»