Gerstensaft
In Nuglar fliesst das Bier bereits wieder

Vor einigen Tagen braute Martin Klotz in Nuglar zum ersten Mal nach dem schlimmen Brand wieder Bier. Bald sollen die fünf Spezialbiere wieder in grösseren Mengen produziert werden.

Dimitri Hofer
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Hatte viel Glück im Unglück: Martin Klotz mit seinem Schwarzbuebe Bier.

Hatte viel Glück im Unglück: Martin Klotz mit seinem Schwarzbuebe Bier.

Nicole Nars-Zimmer niz

Martin Klotz gefällt sich in der Rolle des Pechvogels überhaupt nicht. Der Bierbrauer möchte am liebsten keine Worte mehr über den verheerenden Brand verlieren. Viel lieber spricht er über Pläne, die seinem Kleinbetrieb in Nuglar wieder auf die Beine helfen sollen.

Vor kurzer Zeit sah es so aus, dass in der Gemeinde im Schwarzbubenland kein Gerstensaft mehr produziert wird. Klotz war kurz davor, die Rührkelle an den Nagel zu hängen. An einem Samstag Mitte März, als der 57-Jährige gerade einen Sud aufgesetzt hatte, brannte im selbstkonstruierten Heizkessel ein Brennstab durch. Die Isolation des Sudwerks geriet in Brand und der dadurch entstandene Russ färbte den gesamten Raum schwarz.

Der Feuerwehr Nuglar-St. Pantaleon gelang es, die Flammen rasch unter Kontrolle zu bringen. «Sie erklärten mir, dass ich nur knapp einer Katastrophe entgangen war», erinnert sich der ehemalige Profifotograf. Beinahe wäre es zu einer Explosion gekommen, dessen Ausmass sich der Brauer nicht ausdenken möchte. Trotz diesem Glück im Unglück, hatte der Brand für die Brauerei mitten im Dorf verheerende Folgen.

Viele freiwillige Helfer

Der anfänglich vermutete Sachschaden musste nach Abklärungen um ein Vielfaches nach oben korrigiert werden. «Letztendlich beläuft sich der entstandene Schaden auf rund 200'000 Franken, von denen die Versicherung etwas mehr als die Hälfte übernimmt». Dank dem Einsatz von ehrenamtlichen Helfern, die gemeinsam mit Martin Klotz während Stunden die Räumlichkeiten reinigten und einige Reparaturen durchführten, konnten die anfallenden Kosten reduziert werden.

Die meisten der Freiwilligen besitzen eine Gönneraktie der Kulturbrauerei Schwarzbuebe Bier, mit der man die in Nuglar gebrauten Biere zu einem vergünstigten Preis erhält. Dasselbe gilt für die Bierbrauseminare und Braukurse, welche in regelmässigem Abstand veranstaltet werden und sich grosser Beliebtheit erfreuen.

Nach dem Brand sei die Zahl der Gönner stark angestiegen, stellt Klotz erleichtert fest. Am Ziel ist man dadurch aber noch lange nicht. «Wir möchten bis im Herbst rund hundert weitere Gönneraktien verkaufen. So könnten wir unser Defizit ausgleichen.» Der Bierbrauer ist zuversichtlich, dass er das ambitionierte Vorhaben erreichen wird. Um auf seine Produkte aufmerksam zu machen, ist er immer wieder an Messen und Veranstaltungen anzutreffen und öffnet seine Brauerei auch diesen Sommer den Teilnehmern des Regio-Brauereitags.

Fünf Spezialbiere aus Nuglar

Vor einigen Tagen hat Martin Klotz wieder angefangen zu brauen. Vorerst nur auf der kleinen Anlage, in der lediglich hundert Liter produziert werden können. Wenn alles klappt, kann aber schon bald das durch den Brand beschädigte grosse Sudwerk, dessen Fassungsvermögen 500 Liter beträgt, den Betrieb wieder aufnehmen.

Darin entstehen dann die fünf Spezialbiere, mit denen sich Klotz über den Dorneckberg hinaus einen Namen machen konnte. Das sogenannte Schwarzbuebe Bier mit den Sorten Weiss, Gold, Rosso, Brownie und Schwarz ist in kleinen Mengen bereits wieder erhältlich. Auf sein Märzen Gold aus Pilsnermalz mit Citra Fruchthopfen ist der Brauer besonders stolz. Der Preis der Biere wird, aufgrund der Geschehnisse, künftig ein wenig angepasst.

Trinken kann man die Bierkreationen zurzeit nur im hauseigenen Restaurant, wo mit Lars Klotz der Neffe des Bierbrauers in der Küche steht. Auf der Speisekarte stehen momentan unter anderem Orisforellen und Badischer Spargel mit Wildschweinfrikadellen.