Tour de Suisse
«Hast Du Grossmutter gesehen?» – Das Radsport-Spektakel in der Region

Tausende Tour-de-Suisse-Zuschauer säumten die Strassen – beim Etappenziel in Arlesheim herrschte Volksfest-Stimmung.

Tobias Gfeller
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Der Etappen-Sieger Elia Viviani von Deceuninck-Quick-Step in Arlesheim: Die Zieleinfahrt war ein Volksfest für Arlesheim.
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Darauf haben alle gewartet: Die Zieleinfahrt der Profis in Arlesheim. Ein guter Sonnenschutz war dringend zu empfehlen.
Viviani lässt sich feiern.
Peter Sagan führt die Gesamtwertung an.
Unterwegs Richtung Baselbiet.
Der Schweizer Mathias Frank.
Impressionen von der Tour.
Die Fahrer mussten einige schwierige Passagen meistern.
Für die perfekte Sicht auf den Fahrertross liessen sich die Zuschauer etwas einfallen.
Bei anderen fuhren die Radsportler direkt vor der Haustüre durch.
Bei vielen war der Radsport nur Nebensache.
Diese Fans warteten an einer Busstation in Seewen auf die Fahrer.
Diese gaben so mächtig Gas.
Niemand zu alt, um Velofan zu sein.
Impressionen von der Fahrt.
Kurze Pause für ein wenig Tour-de-Suisse-Luft.
Impressionen von der Fahrt.
Die Tour de Suisse kommt in die Region Basel
Fotos von der Durchfahrt beim Restaurant Alpenblick.
Impressionen von der Fahrt.
Die Werbemobile sorgten im Vorfeld schon für Belustigung.
Fahrzeugtransport unterwegs.
Das sind die neun Etappen der Tour de Suisse 2019 (15. bis 23. Juni).
Das Gempen-Plateau, 700 Meter über Meer: Hier rauf müssen die Fahrer ...
... und dann wieder runter: Die 4. Etappe am 18. Juni endet in Arlesheim. Ankunft ist jedoch nicht der Domplatz wie hier zu sehen, sondern die Talstrasse.
Am Tag darauf geht es von Münchenstein aus weiter.
Start ist am 19. Juni das Gelände rund um den EBM-Hauptsitz. Das Unternehmen ist einer der Hauptsponsoren der Tour.
Liestal hat schon Tour de Suisse-Luft geschnuppert: Der Kantonshauptort war 2010 sogar das End-Ziel der gesamten Rundfahrt.
Nach dem Zeitfahren durchs Stedtli wurde Fränk Schleck als Sieger gekürt.
Bereits 2006 war Arlesheim Zielort einer Etappe der Tour de Suisse.
Damals konnte der Belgier Nick Nuyens bei der Ankunft in Arlesheim jubeln.

Der Etappen-Sieger Elia Viviani von Deceuninck-Quick-Step in Arlesheim: Die Zieleinfahrt war ein Volksfest für Arlesheim.

GIAN EHRENZELLER

«Unglaublich dieses Tempo. Und hast du den Wind gespürt?» Das Staunen über die erste Zieldurchfahrt knapp vor 16.30 Uhr war im Publikum nicht zu überhören. Mit über 60 Kilometern pro Stunde verfolgte das Hauptfeld die vierköpfige Spitzengruppe auf der Talstrasse durch Arlesheim. Kurze Zeit später war es um die Ausreisser geschehen.

Als die Spitzengruppe zum ersten Mal die Abfahrt von Hochwald nach Dornach hinunter in Angriff nahm, rechnete Gabriel Saladin noch nicht mit einem Massensprint. «Über zwei Minuten Vorsprung. Das sollte auf diesem kurvigen und hügeligen Terrain auf der Zusatzschlaufe doch reichen.» Doch der passionierte Hobbyfahrer lag mit seiner Prognose daneben. Es kam auf der Talstrasse zum «Königssprint».

Gabriel Saladin stand schon lange vor der ersten Zieldurchfahrt mit seinem Sohn Pascal rund 45 Meter vor dem Zielbanner. Die besten Plätze an den Absperrungen am Streckenrand waren heiss begehrt. Wer dahinter etwas sehen wollte, musste entweder auf die Zehenspitzen stehen oder irgendwo hinaufklettern, was zahlreiche Kinder auch versuchten.

Während die Fahrer wieder auf der Zusatzschlaufe waren, verfolgten die Zuschauer im Zielgelände das Rennen auf den Grossleinwänden. Die beiden Saladins aus Duggingen kommentierten dabei jeden Abschnitt. «Jetzt sind sie bei Oski bei der Scheune», bemerkte Gabriel. «Und da, hast Du Grossmutter gesehen?» Die Strecke führte vor dem Haus der Saladins in Duggingen durch.

Der Aufstieg nach Seewen und Hochwald und die anschliessende Abfahrt kennt Vater Gabriel von den eigenen Ausfahrten bestens. «Wenn sie in Duggingen links nach Seewen abbiegen, das ist ein harter Siech», analysierte er den Aufstieg durch den Wald. Für den Hobbyfahrer war es «etwas ganz Besonderes», dass die Radprofis quasi auf «seinen» Strassen unterwegs sind.

Fans aus der ganzen Welt

So ging es am Dienstag vielen im Zielgelände und an der Strecke, die mit dem eigenen Velo im entsprechenden Outfit gekommen sind. Nicht zu übersehen war das Ehepaar Hrebikova aus der Slowakei, die extra für Superstar Peter Sagan während zehn Tagen dem Tross der Tour de Suisse nachreisen.

Ausgerüstet im Trikot des ehemaligen Weltmeisters und mit der Slowakei-Flagge mit extra langer Stange feuerten sie ihr Idol lautstark an. Für die Veranstalter hatten die erfahrenen Radsportfans nur lobende Worte übrig. «Das ist hier sehr toll organisiert. Man findet sich schnell zurecht. Wirklich schön das ganze Festgelände.»

Die Hrebikovas waren längst nicht die einzigen Zuschauer am Strassenrand, die nicht Deutsch sprachen. Arlesheim wurde zum Hotspot für Radsportfans aus der ganzen Welt.

Weiter gehts bei Primeo

Die Zielankunft in Arlesheim war aber längst nicht nur etwas für eingefleischte Radsportfans. Die Organisatoren machten daraus ein grosses Volksfest mit Unterhaltung für Gross und Klein und einer Gewerbeausstellung.

Als die meisten Fahrer bereits auf der Massagebank lagen, wurde im Industriegebiet im Tal noch lange gefeiert. Dabei durfte auch erst mal richtig begutachtet werden, was man von der Werbekolonne alles erobern konnte. Diese wird oftmals genauso mit Begeisterung empfangen wie die Helden der Strasse selber.

Heute startet der Tour-de-Suisse-Tross auf dem Gelände der Primeo Energie – ehemals EBM – in Münchenstein. Ein Etappenstart bietet noch mehr die Möglichkeit, den Profis und dem ganzen Drumherum näher zu kommen. Um zehn Uhr öffnet eine Ausstellung. Kurz nach elf Uhr schreiben sich die Fahrer für den Tag ein. Startschuss ist um 12.25 Uhr. Via Zofingen und Sursee geht für die ganze Karawane aus dem Baselbiet weiter nach Einsiedeln.