Thürnen
Gemeinderats-Kandidatin heisst plötzlich anders

Die zweite Runde der Gemeinderats-Ersatzwahl findet unter speziellen Umständen statt. Die Kandidierende Katja Bausinger tritt im zweiten Wahlgang mit neuem Namen auf.

Simon Tschopp
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Die Kandidatin Katja Bausinger hat geheiratet und heisst nun Katja Eichelberger.

Die Kandidatin Katja Bausinger hat geheiratet und heisst nun Katja Eichelberger.

zvg

«Das ist reiner Zufall und kein Wahlgag», sagt Katja Eichelberger-Bausinger. Die Mutter einer Tochter hiess bis Mittwoch Katja Bausinger. Unter diesem Namen kandidierte sie für die Gemeinderats-Ersatzwahl in Thürnen vom 18. Oktober. Nun hat die 35-Jährige diese Woche geheiratet und heisst neu Katja Eichelberger-Bausinger. Die Plakate für den zweiten Wahlgang vom 8. November sind mit einem Kleber «Just married» versehen. Diese Affiche ist ungewöhnlich für eine Wahl in eine Exekutive – und auch fürs Wahlbüro speziell.

Zu einer zweiten Runde kommt es, weil vor zwei Wochen sowohl Katja Eichelberger als auch Konkurrent Alfred Hofer das absolute Mehr verpasst haben. Der 48-jährige Hofer, der von der Bürgerlichen Vereinigung Thürnen ins Rennen geschickt worden war, verpasste das absolute Mehr von 178 Stimmen allerdings denkbar knapp – um bloss eine Stimme. Für den Molkereimeister wurden 177 Wahlzettel eingelegt, Katja Eichelberger vereinigte 166 Stimmen auf sich. Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang ist deshalb völlig offen.

Alfred Hofer ist «zuversichtlich, dass ich die Wahl schaffen werde». Er wirbt mit Flyern für seine Kandidatur und legt seine Führungserfahrung sowie seine Tätigkeit im Projektmanagement in die Waagschale. Zudem sei er teamfähig und vielseitig.

Auch Katja Eichelberger, die teilzeitlich für ein regionales Reiseunternehmen arbeitet, zeigt sich für den Urnengang zuversichtlich. «Ich habe mit Flyern und Plakaten weitere Anstrengungen unternommen, um die Wahl zu gewinnen», erklärt die Gemeinderatskan- didatin, die vom «Komitee für Thürnen» unterstützt wird. Dieses fordert eine Frau in den Gemeinderat, weil Thürnens Exekutive derzeit bloss aus Männern besteht. Eichelberger sieht sich als Kandidatin für die jüngere Generation und für Familien.

Katja Eichelberger bewarb sich bereits bei den Gesamterneuerungswahlen im Frühjahr 2012 für einen Gemeinderatssitz. Schon damals erreichte sie ein gutes Resultat. Sie übertraf das absolute Mehr deutlich, musste jedoch als Sechstplatzierte und nur 13 Stimmen hinter dem letzten gewählten Gemeinderat über die Klinge springen.

Aufatmen in Zeglingen

Nachdem am 18. Oktober auch in Zeglingen keine Wahl in den Gemeinderat zustande gekommen ist – mangels offizieller Kandidatur, steht für den zweiten Wahlgang vom übernächsten Wochenende Georges Tschopp zur Verfügung. Der 63-Jährige meldete sich beim Gemeindepräsidenten, als er das Ergebnis von Mitte Oktober gesehen hatte.

«Ich habe mir immer gesagt, dass ich das nie mache», lacht Tschopp, der früher während 20 Jahren die Zeglinger Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission präsidiert hat. Nun steigt er trotzdem in die Hosen. Er sieht sich als Übergangslösung über einen Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren. Als pensionierter Bankangestellter dürfte er die Finanzen übernehmen. In diesem Bereich stünde man vor grossen Herausforderungen, prophezeit Georges Tschopp. Damit meint er primär, dass durch die Änderungen des Finanzausgleichs künftig weniger Geld in die Nehmergemeinden fliessen.

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