Gemeindepräsidentenwahlen
SVP sticht im Schwarzbubenland nicht – Volkspartei erleidet in Hochwald und Hofstetten-Flüh eine Schlappe

Georg Schwabegger (SP, Hochwald) und Felix Schenker (Parteilos, Hofstetten-Flüh) schafften die Wiederwahl problemlos. Die beiden Herausforderer der SVP erreichten deutlich weniger Stimmen. In Hochwald hatte der umstrittene SVP-Kandidat Sebastian Rastberger keine Chance.

Dimitri Hofer
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SVP-Kandidatin Andrea Meppiel gelang es nicht, genügend Einwohnerinnen und Einwohner von Hofstetten-Flüh von sich zu überzeugen.

SVP-Kandidatin Andrea Meppiel gelang es nicht, genügend Einwohnerinnen und Einwohner von Hofstetten-Flüh von sich zu überzeugen.

Kenneth Nars

Die Stimmberechtigten in drei Gemeinden im Schwarzbubenland hatten gestern nicht nur über die nationalen und kantonalen Vorlagen zu bestimmen. In Hochwald, Hofstetten-Flüh und Witterswil durften sie entscheiden, wer ihrer Ortschaft in der nächsten Amtsperiode als Gemeindepräsident vorsteht. Für die SVP wurden die Wahlen zu einem Desaster.

In Hochwald und in Hofstetten-Flüh musste sich die Volkspartei deutlich geschlagen geben. In beiden Gemeinden war die SVP angetreten, um den Amtsinhaber zu verdrängen. Dies misslang ihr gehörig: In Hochwald schaffte Georg Schwabegger (SP) mit 556 Stimmen die Wiederwahl klar. SVP-Herausforderer Sebastian Rastberger kam lediglich auf 98 Stimmen. Felix Schenker bleibt wiederum Gemeindepräsident in Hofstetten-Flüh. Der Parteilose, der von der CVP portiert wurde, erhielt 889 Stimmen. Andrea Meppiel, die für die SVP antrat, erreichte 296 Stimmen.

Umstrittener Kandidat lockte viele an die Urne

In Hochwald ist das Abschneiden der SVP keine völlige Überraschung. Für Gesprächsstoff hatte Sebastian Rastberger gesorgt. Der Messtechniker, der im Frühling für die SVP in den Gemeinderat gewählt wurde, irritierte mit Aussagen auf seiner Website. Dort schrieb er etwa: «Politisch verfolgt können nur Christen und Kriminelle sein, sonst eigentlich niemand.» In Hochwald formierte sich daraufhin gegen ihn eine Protestbewegung.

Georg Schwabegger (Hochwald, bisher), Felix Schenker (Hofstetten-Flüh, bisher) und Doris Weisskopf (Witterswil, neu) schafften die Wahl.

Georg Schwabegger (Hochwald, bisher), Felix Schenker (Hofstetten-Flüh, bisher) und Doris Weisskopf (Witterswil, neu) schafften die Wahl.

zvg

Dass viele ein Zeichen setzen wollten, zeigt die sehr hohe Wahlbeteiligung von 72,4 Prozent in Hochwald. Der wiedergewählte Gemeindepräsident Georg Schwabegger sagt:

«Diese Wahl hat bewegt.»

Für ihn sei wichtig, dass der Gemeinderat in den nächsten vier Jahren respektvoll zusammenarbeite.

Doch weshalb scheiterte die SVP auch in Hofstetten-Flüh? «Der bisherige, parteilose Präsident Felix Schenker wurde von der CVP portiert, die in unserer Gemeinde stark ist. Zudem stellte sich die SP geschlossen hinter ihn», sagt Kandidatin Andrea Meppiel.

«Vielleicht hat aber auch die Coronapolitik der SVP, von der ich mich distanziere, generell Auswirkungen auf das Image der SVP.»

Auch wenn auf ihren Wahlplakaten das Logo der SVP nicht angebracht war, seien diese wiederholt zerstört worden.

Ganz ohne Beteiligung der SVP ging die Wahl für das Gemeindepräsidium in Witterswil über die Bühne. Im zweiten Wahlgang setzte sich Doris Weisskopf (FDP, 291 Stimmen) gegen Anita Müller (CVP, 246 Stimmen) durch. Damit bleibt das Präsidium in freisinniger Hand. Amtsinhaber Mark Seelig war nicht mehr angetreten.

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