Forschung
Rückbau abgeschlossen – Uni Basel ist offiziell «atom-frei»

Über 50 Jahre hatte die Universität Basel einen eigenen Atomreaktor in Betrieb – nun ist dieses Kapital endgültig abgeschlossen.

Jonas Hoskyn
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Der frühere Atomreaktor der Universität Basel.

Der frühere Atomreaktor der Universität Basel.

Universität Basel/ENSI

Die Stilllegungsarbeiten beim ältesten Atomreaktor der Schweiz sind abgeschlossen. Die Universität Basel hatte den Leichtwasserreaktor AGN-211-P im Jahr 1958 an der Weltausstellung in Brüssel zu Ausbildungszwecken erworben. 1959 wurde er vom Departement für Physik als Versuchs- und Übungsreaktor in Betrieb genommen. 2013 wurde er abgeschaltet. Das Uran aus dem Reaktor war bereits 2015 in die USA zurück gebracht worden, von wo der Reaktor ursprünglich stammte. Das in diesem Forschungsreaktor verwendete Uran war atomwaffenfähig gewesen – es bräuchte indes weit mehr als die in Basel benutzten gut zwei Kilogramm für eine Bombe.

Pandemie verzögerte Rückbauarbeiten

Vor zwei Jahren erhielt die Universität die Bewilligung für den Rückbau. Die basel-städtische Regierung hatte extra zehn Millionen Franken zurückgestellt. Gemäss früheren Angaben der Universität fallen bei der Demontage etwa zehn Fässer à 200 Liter radioaktives Material an: schwach strahlendes und «ausschliesslich in gebundener Form».

Der Rückbau des Forschungsreaktors sei planmässig und ohne Zwischenfälle verlaufen. Einzig durch die Pandemie hätten sich die Arbeiten etwas verzögert. Die Dekontaminationsmassnahmen musste die Uni nachweisen und deren Erfolg mit Messungen belegen. Das ENSI hat den Abschlussbericht zur Stilllegung des Forschungsreaktors der Universität Basel geprüft und sich vergewissert, dass der ehemalige Reaktor keine radiologische Gefahrenquelle mehr darstellt. Die Anlage kann aus Sicht des ENSI damit aus der Kernenergiegesetzgebung entlassen werden.

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