Sissach
Flammen im «Oliver Twist» kamen der Abrissbirne zuvor

Am Mittwoch brannte das Sissacher Oliver Twist Pub. Der Schaden ist enorm. Auch die Anwohner beschäftigt der Brand des Pubs. Die Zukunft des Lokals ist ungewiss.

Sebastian Moos
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Der Brand brach am frühen Mittwochmorgen aus.
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Polizei und Feuerwehr wurden sofort verständigt.
Das Gebäude brannte bei deren eintreffen bereits lichterloh.
Eine Person befand sich im Gebäude und musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital eingeliefert werden.
Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, jedoch entstand sehr hoher Sachschaden.
In Sissach brannte das Oliver Twist Pub

Der Brand brach am frühen Mittwochmorgen aus.

Polizei Basel-Landschaft

Sissach kennt derzeit nur ein Gesprächsthema: Das Oliver-Twist-Pub, dessen Obergeschoss und Estrich am frühen Mittwochmorgen komplett ausbrannten.

Wenige Stunden nach dem Brand roch es an der Bahnhofstrasse 13 noch immer nach Verbranntem, Ziegelsteine lagen zertrümmert um das Haus. Kinder und Erwachsene betrachteten ungläubig das Werk der Flammen.

Drei Varianten für die Zukunft

Das vom Brand betroffene Gebäude gehört seit Anfang Jahr der Ciag, der Cheesmeyer Immobilien AG, deren Mitinhaber der bekannte Sissacher Architekt Robert Häfelfinger ist. Die Ciag vermietet das Gebäude an den Beizer Heinz Zimmermann, das Pub betreibt eine junge Wirtin.

Stephan Hersberger von den Robert Häfelfinger Architekten, der unter anderem die Nachbarsliegenschaft Bären für die Ciag betreut, bestätigt den schweren Schaden: In den oberen Geschossen bestünde mehr oder weniger Totalschaden. Das Erdgeschoss sei zwar vom Brand wenig betroffen, dafür der Wasserschaden enorm. Folgen hat der Brand auch für Mieter des Bären: Rund ein Dutzend Personen konnte gestern Nacht wegen des Rauchs nicht dort schlafen.

Drei Varianten

Wie die Ciag mit dem Pub-Gebäude verfahren wird, konnte Hersberger noch nicht sagen. In Betracht kämen drei Varianten: Abriss, Teilaufbau oder Gesamtaufbau. Denkbar wäre, das Erdgeschoss zu sanieren und mit einem Notdach provisorisch zu betreiben.

Ein Gesamtaufbau scheint unwahrscheinlich: «Das Gebäude würde in wenigen Jahren abgerissen, wenn der Quartierplan rund um das Cheesmeyer-Huus verwirklicht wird», erklärt Hersberger.

Die abtretende Sissacher Gemeindepräsidentin Petra Schmidt reagierte betroffen auf den Brand: «Als Erstes dachte ich an die Stammgäste – das wird einen Schock bei ihnen auslösen.» Das Pub hätte einen sehr guten, aber auch speziellen Kreis von Stammkunden gehabt, fügt sie ergänzend an.