Wasserverschmutzung
Firma leitete illegal Chemikalien ab

Die Grundwasserpumpen rund um Liestal bleiben noch mindestens bis Mittwoch ausser Betrieb.

Bojan Stula
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Bubendorf muss auch weiterhin über eine Notleitung mit Trinkwasser versorgt werden, die vergangenen Montag von Zivilschützern gelegt wurde.

Bubendorf muss auch weiterhin über eine Notleitung mit Trinkwasser versorgt werden, die vergangenen Montag von Zivilschützern gelegt wurde.

Kenneth Nars

Die Trinkwasserversorgung im Gebiet der Vorderen Frenke und Ergolz sei über das Wochenende sowohl in quantitativer wie qualitativer Hinsicht sichergestellt gewesen. Dies teilte der Kantonale Krisenstab (KKS) am späten Sonntagnachmittag mit. Messungen von Wasserproben im Auslauf der von einer schweren Verunreinigung betroffenen ARA Frenke 2 (bz berichtete) hätten eine verbesserte Reinigungsleistung ergeben. Dennoch hielten die Behörden auch gestern noch den Aufruf an die Bubendörfer Bevölkerung aufrecht, mit dem Trinkwasser sparsam umzugehen. Die Grundwasserpumpen in Hölstein, Bubendorf, Liestal, Füllinsdorf und Frenkendorf können dagegen frühestens Mitte Woche wieder in Betrieb genommen werden, hiess es in der Mitteilung weiter. Zuvor müsse sichergestellt sein, dass die Qualität des Grundwassers einwandfrei ist. Bis dahin wird Bubendorf auch weiterhin über eine Notwasserleitung aus Ziefen mit frischem Wasser versorgt.

Der KKS kündigte gestern an, dass das kantonale Labor morgen Dienstag Proben nehmen wird, um sicherzustellen, dass das Grundwasser wieder abgepumpt werden könne. Resultate dieser Messungen werden allerdings nicht vor Mittwochnachmittag vorliegen. Für Fragen aus der Bevölkerung ist weiterhin die KKS-Hotline unter der Nummer 0800 800 112 in Betrieb. Der Baselbieter Krisenstab hatte am Freitag die Kommunikationsführung und Planung für eine notfallmässige Trinkwasserabgabe übernommen, sollte sich die Lage – beispielsweise wegen starker Regen- oder Schneefälle – wieder verschlechtern. Derweil bleibt in der Öffentlichkeit weiterhin unklar, wer oder was die Wasserverschmutzung verursacht hat, das vor zehn Tagen zu einem Fischsterben in der Frenke zwischen Niederdorf und Hölstein und anschliessend zu einem Teilausfall der ARA Frenke 2 geführt hat.

Gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von SRF sagte Pascal Hubmann, der Leiter des Amts für Industrielle Betriebe, dass die Behörden eine Firma «stark in Verdacht» hätten, chemische Reinigungssubstanzen für Schwermetalle illegal in die Kanalisation abgeleitet zu haben. Am Dienstag verboten dann die Behörden der Firma das weitere Abführen dieser Chemikalien. Um welche Firma es sich dabei handelt, wollte Hubmann allerdings nicht sagen. Auf Nachfrage präzisierte gestern Dieter Leutwyler, der Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, es stehe noch keinesfalls fest, dass auch tatsächlich diese Firma für die Wasserverschmutzung verantwortlich war. Insgesamt haben die Behörden rund 15 infrage kommende Betriebe überprüft.

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