Aesch
Ex-Gemeindepräsident wirft Alterzentrumleiter vor, Mitarbeiter zu vertreiben

Der neue Chef des Alterszentrums, Abraham Guggenheim, soll Mitarbeiter vertrieben haben. Ausserdem setzt er die Mitarbeiter finanziell unter Druck: entweder massiv weniger Lohn oder die Kündigung. Dies behauptet Ex-Gemeindepräsident Cyrill Thummel.

Michel Ecklin
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Abraham Guggenheim, Leiter Alters- und Pflegeheim Holbeinhof, soll seine Mitarbeiter vor die Wahl gestellt haben: entweder massiv weniger Lohn, oder die Kündigung.

Abraham Guggenheim, Leiter Alters- und Pflegeheim Holbeinhof, soll seine Mitarbeiter vor die Wahl gestellt haben: entweder massiv weniger Lohn, oder die Kündigung.

BLZ

Cyrill Thummel spart nicht mit Kritik. Im Aescher Alterszentrum «Im Brüel» herrsche «eine miese Stimmung», so der ehemalige Aescher Gemeinde- und Landratspräsident in einem Leserbrief.

Von Mitarbeitern des Zentrums, Bewohnern und deren Angehörigen höre er «die wildesten Gerüchte». Demnach sei Abraham Guggenheim, seit rund einem halben Jahr Zentrumsleiter, «nicht mitarbeiterfreundlich». Er setze das Personal auch lohnmässig unter Druck.

Gemäss anderen von Thummel kolportierten Gerüchten würden «langjährige, gute Mitarbeiter reihenweise kündigen». Zudem wolle man in Zukunft nur noch Pflegefälle aufnehmen, «das rechne sich besser». Und manche Bewohner und Mitarbeiter würden sich gar nicht mehr getrauen, Missstände zu beklagen, so schlecht sei die Stimmung.

Mehr als ein Gerücht ist für Thummel, dass ein Mitarbeiter vor die Wahl gestellt wurde: Entweder massiv weniger Lohn, oder die Kündigung.

«Im normalen Rahmen»

Erst wollte Thummel diese Gerüchte Gerüchte sein lassen. Doch als immer mehr an ihn herangetragen wurden, beschloss er, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Vorgestern erschien sein Leserbrief im «Aescher und Pfeffinger Wochenblatt». Seither erhält der auch als «Dorfkönig» bekannte Thummel noch mehr Anrufe von Bürgern, die sich über Missstände im Alterszentrum beschweren. «Wo Rauch ist, ist ein Feuer», sagt der 79-jährige selber dazu.

«Herr Thummel soll konkrete Vorwürfe an den Stiftungsrat richten», entgegnet Urs Kiebele, der den Stiftungsrat des Alterszentrums präsidiert. Ein «Ping-Pong» per Leserbrief mit Thummel will er vermeiden.

Immerhin verrät er so viel: An der ordentlichen Sitzung des Stiftungsrats am kommenden Mittwoch wird Thummels Brief ein Thema sein. Falls der Rat zum Schluss komme, dass Massnahmen ergriffen werden müssten, dann würden diese «im normalen Rahmen» ablaufen, so Kiebele. Und er fügt hinzu: «Zum Teil laufen die Massnahmen schon.»

Konkreter will Kiebele nicht werden - ausser dass er unzweideutig klarstellt: «Wir hatten gewisse Wechsel im Personal. Aber ich sehe keinen Grund, im neuen Heimleiter kein Vertrauen mehr zu haben.»

Kein Vertrauen mehr in Guggenheim hatte sein letzter Arbeitgeber, das Alters- und Pflegeheim Holbeinhof in Basel. Guggenheim leitete das Heim 15 Monate lang. Unter seiner Leitung kündeten die Pflegedienstleiterin und der Chefkoch, beide langjährige Mitarbeiter. Grund war gemäss dem jüdischen Magazin «Tachles» Guggenheims Führungsstil.

Kündigungen wegen Führungsstil

Nach Unstimmigkeiten wurde Guggenheim ein Delegierter des Stiftungsrats zur Seite gestellt, bis sich der Holbeinhof schliesslich im vergangenen Oktober von ihm trennte. Der offizielle Grund: die «notwendige Vertrauensbasis» habe gefehlt.

Teilweise hatte das allerdings Ursachen, die Holbeinhof-spezifisch waren, nämlich die jüdisch-christliche Trägerschaftsstruktur. Solche Probleme hat das Aescher Zentrum nicht.