Jubiläumsprojekt
Eine neue Perspektive: Die Kantonalbank wagt sich in die Baumkronen

Die Basellandschaftliche Kantonalbank plant nach der gescheiterten Jubiläumsaktion rund um Schloss Wildenstein doch noch ein Grossprojekt zu ihrem 150. Geburtstag: Sie will den ersten Baumkronenpfad in der Schweiz erstellen.

Andreas Hirsbrunner
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Die BLKB will hoch hinaus: Beim Liestaler Aussichtsturm will sie den ersten Baumkronenpfad in der Schweiz erstellen. Dabei sollen die Besucher dereinst in 15 Meter Höhe durch die Baumwipfel schlendern und dabei den Wald aus einer neuen Perspektive erleben.

Die BLKB will hoch hinaus: Beim Liestaler Aussichtsturm will sie den ersten Baumkronenpfad in der Schweiz erstellen. Dabei sollen die Besucher dereinst in 15 Meter Höhe durch die Baumwipfel schlendern und dabei den Wald aus einer neuen Perspektive erleben.

Kurt Zwahlen

Eigentlich wollte die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) ihr 150-Jahr-Jubiläum mit der grossen Kelle anrühren und zehn Millionen Franken in eine Stiftung einfliessen lassen, die das Schloss Wildenstein vom Kanton übernehmen sollte. Das Volk beerdigte diese Pläne bekanntlich an der Urne. Die Bank setzte daraufhin auf ein Schmalspurprogramm mit 150 Sitzbänken und je einem Rastplatz pro Bezirk. Jetzt nimmt sie wieder die grössere Kelle hervor.

Am Samstag verkündete Bruno Imsand vor den Mitgliedern von Liestal Tourismus, dass die Bank zum Jubiläum in der Umgebung des Liestaler Aussichtsturms den ersten Baumkronenpfad in der Schweiz errichten wolle; Imsand, pensionierter BLKB-Kadermann, ist Leiter dieses Projekts. Geplant ist ein stabiler, rollstuhlgängiger Weg auf einem 15 Meter hohen Holz- oder Stahlgerüst, der durch die Baumwipfel führt. Imsand: «Das Ziel ist, den Wald aus einer neuen Perspektive zu entdecken, zu erleben und zu schätzen.»

Bezüglich der Besucherzahl nimmt die Bank den nächsten Baumkronenpfad in Waldkirch im Schwarzwald als Anhaltspunkt und rechnet mit jährlich 25 000 Personen, ein wesentlicher Teil davon Schulklassen. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der BLKB, des Amts für Wald beider Basel, der Bürgergemeinde Liestal, Liestal Tourismus und der lokalen Jagdgesellschaft ist seit einiger Zeit am Wirken. Sie hat laut Imsand einen alternativen Standort im Liestaler Naherholungsgebiet Sichtern fallen gelassen, weil der Verkehr durch ein Wohnquartier hätte fahren müssen, während am Schleifenberg die Autos auf der Kantonsstrasse auf die Windentalhöhe gelangen können, wo es allerdings einen grösseren Parkplatz braucht. Denn dort müssen zumindest die Normalgebrechlichen auf ihre eigene Füsse umsteigen. Imsand rechnet für den Hochpfad mit einer Realisierungszeit von zwei bis drei Jahren. Die Kosten seien «Bankgeheimnis».

«Projekt bewilligungsfähig»

Kantonsförster Ueli Meier, der in der Arbeitsgruppe sitzt, sagt: «Für mich ist der Baumkronenpfad eine Chance, dem Publikum den Wald aus einer andern Sicht zu zeigen.» Denn beim Gang durch die Baumwipfel sehe man das dortige Leben wie Blüten, Früchte, Misteln oder Wassertaschen vor allem in den Astgabeln der Buchen, das man so ansonsten nicht sehe. Und der Pfad sei auch eine Gelegenheit für Waldpädagogik vor Ort. Wesentlich sei aber, dass man vor und nach dem Baumkronenpfad ein Stück zu Fuss durch den Wald gehe. Womit auch Meier antönt, dass für ihn eine direkte Zufahrt mit dem Auto nicht infrage kommt. Und ebenfalls wichtig ist für Meier, dass das Vorhaben nicht in ein unberührtes Gebiet zu stehen kommt.

Man hört es heraus: Meier ist nicht nur begeistert. Er sagt denn auch: «Es gibt negative Aspekte, bei denen wir noch Regelungen finden müssen.» Dazu gehören für ihn die grossen Besucherströme, die Belastung des Waldbodens und die Störung der Wildtiere. Meier: «Grundsätzlich ist das Vorhaben der Bank für mich aber bewilligungsfähig.»

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