Dorfpolitik
Kleine Ortspartei, grosses Gezänk: In der Beinwiler FDP rumort es gewaltig

Zwei Gemeinderäte und ein Ersatz-Gemeinderat der FDP sind zurückgetreten. Um Nachfolger zu finden, hat die Ortspartei nur einen Monat Zeit.

Dimitri Hofer und Bea Asper
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In der Schwarzbuben-Gemeinde Beinwil gibt es Streitigkeiten innerhalb des Freisinns.

In der Schwarzbuben-Gemeinde Beinwil gibt es Streitigkeiten innerhalb des Freisinns.

Nicole Nars-Zimmer

Der für Ende September geplante zweite Wahlgang für das Gemeindepräsidium in Beinwil ist abgeblasen. Die Gemeinde informiert die Bevölkerung auf ihrer Homepage, dass es zu Stillen Wahlen gekommen ist. Der FDP-Ortsparteipräsident Andreas Bringold steht mangels Gegenkandidaten als neuer Präsident der 270-Einwohner-Ortschaft am Passwang fest.

Noch vor kurzem hatte es nach einem Duell zwischen zwei Freisinnigen ausgesehen. Im ersten Wahlgang im Juni war es zu einem ungewöhnlichen Aufeinandertreffen gekommen: Ortsparteipräsident Andreas Bringold trat gegen den langjährigen FDP-Gemeinderat Urs Saner an. Keinem der beiden Kandidaten gelang es, das absolute Mehr zu erreichen. Schon damals zeigte sich, dass Differenzen bestehen. Bringold war nur angetreten, um eine Wahl von Saner zu verhindern. In einem Schreiben, das er an alle Haushalte in Beinwil schickte, hielt er über seinen Parteikollegen fest:

«Das Doppelmandat der Funktion des Brunnmeisters unserer Gemeinde und der Ausübung des Gemeindepräsidiums ist heikel und nicht vereinbar.»

Sogar Ersatzgemeinderat tritt vom Amt zurück

Urs Saner hat sich nun selber aus dem Rennen genommen. Seiner Partei und der Gemeinde teilte er mit:

«Nach langer reiflicher Überlegung ziehe ich mich als Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten zurück. Ich demissioniere auch als Gemeinderat.»

Er habe die Motivation und die Freude verloren.

Damit nicht genug: Auch der bei den Gemeinderatswahlen im April neu gewählte FDP-Kandidat Kilian Ankli und der FDP-Ersatzgemeinderat Camille André ziehen sich zurück. Kilian Ankli will dem Gemeinderat nicht zugehören. In seinem Rücktrittsschreiben erklärt er: «Ich habe erfahren, dass Urs Saner nicht mehr als Gemeindepräsident sowie als Gemeinderat für die kommende Legislatur zur Verfügung stehen wird.»

Durch die komplett veränderte Ausgangslage innerhalb des künftigen Gemeinderats habe er sich entschieden, sein Amt als gewählter Gemeinderat nicht anzutreten. Camille André schreibt der FDP-Ortspartei wiederum:

«Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, für die neue Amtsperiode das Amt als Ersatzgemeinderat niederzulegen.»

Die FDP sucht im Dorf nach neuen Gemeinderäten

Mit den Rücktritten gehen dem in der kleinen Gemeinde traditionsreichen Freisinn die Amtsträger aus. Die FDP Beinwil hat bis zum 20. September Zeit, um Nachnominationen für die vakanten Sitze einzureichen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir Personen finden, die sich zur Verfügung stellen», sagt Ortsparteipräsident Andreas Bringold. An einer ausserordentlichen Parteiversammlung werde man das weitere Vorgehen bestimmen.

Alle Beinwilerinnen und Beinwiler haben bereits ein Rundschreiben erhalten, mit dem die FDP nach Interessierten für den Gemeinderat sucht. Da Bringold als Gemeindepräsident neu selber dem Rat angehören wird, muss die FDP innerhalb eines knappen Monats zwei Personen finden.

Über die Stimmung innerhalb der FDP Beinwil sagt der Ortsparteipräsident:

«Es gibt Spannungen. Das zu leugnen, wäre falsch.»

Eine gute Nachricht gibt es für den angeschlagenen Beinwiler Freisinn aber dennoch: Der neben Kilian Ankli und Urs Saner als dritter FDP-Gemeinderat gewählte Rolf Jeker hat nicht vor, sich auch noch zurückzuziehen.

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