Baselbiet
Dieser Hobbyfotograf drückt sogar für die Wettersendung Meteo ab

Franz Schweizer aus Bretzwil verbindet gekonnt seine Leidenschaft für Fotografie und Natur. Mit 14 erhielt er seinen ersten Fotoapparat. Nun will sogar SRF Meteo seine Schnappschüsse.

Simon Tschopp
Merken
Drucken
Teilen
Sommerstimmung mit Wolken vor und nach einem Regenguss.
12 Bilder
Der begeisterte Hobbyfotograf Franz Schweizer fotografiert auch bei sich Zuhause im Garten mit seiner Kamera.
Während der Eisheiligen im Bölchengebiet.
Sommerstimmung mit Wolken vor und nach einem Regenguss.
Sommerstimmung im Baselbiet.
Während der Eisheiligen im Bölchengebiet.
Blick vom Gempenstollen aus in Richtung Westen ins Laufental und ins Birstal.
Landschaftsbilder von Hobbyfotograf Franz Schweizer
Während der Eisheiligen im Bölchengebiet.
Kühe auf dem Stierenberg bei Regenwetter.
Ein Bauer mäht das Gras.
Kühe auf dem Stierenberg bei Regenwetter.

Sommerstimmung mit Wolken vor und nach einem Regenguss.

ZVG: Franz Schweizer

Stolz. Dieses Wort nimmt Franz Schweizer immer wieder in den Mund. «Stolz war ich auf meinen ersten Fotoapparat, als ich 14 Jahre alt war», erinnert sich der Bretzwiler. «Stolz» sei er, dass er während seiner beruflichen Laufbahn als Schleifer einer Firma in Oberdorf sämtliche Innengewindelehren für die Mirage der Schweizer Armee gefertigt habe, erzählt der heute 72-Jährige. Und «stolz» ist der Hobbyfotograf auf seine Auszeichnungen, die er bisher an Wettbewerben gewonnen hat. Sechs, sieben Preise hängen in seiner Wohnung zu den Themen Natur, Panorama, Porträts – alle vergeben von einem Fotolabor, das bei seinen Beurteilungen die Messlatte sehr hoch ansetzt.

Filmregisseur als Bubentraum

Franz Schweizer ist der bz-Leserschaft bestens bekannt durch seine vielen eindrücklichen Wetter- und Naturfotos, die er der Redaktion stets kostenlos zur Verfügung stellt. Auch die Wettersendung von SRF Meteo profitiert regelmässig von Schnappschüssen des Oberbaselbieters.

Schon als kleiner Knabe interessierte sich Schweizer fürs Visuelle. Das bewegliche Bild faszinierte ihn. Filmregisseur war sein Bubentraum, und er schrieb in der Schule einen Aufsatz darüber. Seinen ersten Fotoapparat erhielt er – nach langem Flehen – von seinen Eltern, die ihn während Ferien bei Verwandten in Hamburg für damals etwa zehn D-Mark gekauft hatten. Franz Schweizer nahm ihn regelmässig mit auf Schulreisen; er war der Einzige mit einer Kamera und fotografierte seine Kollegen.

Schweizers Archiv umfasst unzählige Prints, Dias und natürlich Fotos in digitaler Form. «Beim Archivieren bin ich jedoch nicht so fleissig», gesteht der Rentner. Will heissen: Er fotografiert lieber, als er sich mit Sortieren von Fotos herumschlägt.

Der Passwang, sein Hausberg

Franz Schweizer liess sich vor acht Jahren pensionieren. Seither kann er seine Passion noch intensiver ausleben. Er ist viel in der Natur. «Jährlich wandere ich 20- bis 30-mal früh morgens auf den Passwang, meinen Hausberg», sagt er.

Dort oben habe er schon manche Bekanntschaft geschlossen und viele interessante Begegnungen erlebt. Er treffe immer wieder die gleichen Leute an. «Aber wir reden über die Natur und fachsimpeln nicht übers Fotografieren», stellt Schweizer klar.

Auch im Bölchen-Gebiet ist er gerne unterwegs. Ab und zu zieht es ihn ins Wallis oder Engadin. Dort hält sich Franz Schweizer vorwiegend im Nationalpark auf. «Auf solchen Touren ist immer meine Frau dabei. Sie trägt den Proviant, ich schleppe die Fotoausrüstung mit», lacht der Hobbyfotograf. Und wenn er am Fotografieren sei, beobachte seine Frau mit dem Feldstecher die Umgebung.

«Das Wandern ist ein wichtiger Bestandteil meines Hobbys», verrät er. Ohne Fotoapparat geht er nicht aus dem Haus. So ergab sich eine intensivere Beziehung zur Natur. Auch wenn Schweizer in der Region immer wieder die gleichen Orte aufsucht, erlebt er sie stets anders. «Das sind die Launen der Natur. Ich sehe, wie sie sich verändert», philosophiert er. Ein Beispiel gefällig? Franz Schweizer erinnert sich an einen Sonnenuntergang, den er bildlich festgehalten hat. Im Vordergrund ein alter Baum. Ein Jahr später geht er an denselben Ort; der Baum war verschwunden.

Respekt für Natur und Tier

Schweizer fotografiert auch mit Freude Tiere und berichtet von einer denkwürdigen Begegnung – Aug in Aug in der Dämmerung mit einer Gämse auf dem Grauboden im Wasserfallengebiet. «Die Gämse und ich erschraken gleichzeitig. Das Tier stiess einen lauten Schrei aus.» Franz Schweizer fing mit seinem Objektiv ebenfalls Schwarzmilane oder junge Füchse ein. Dazu braucht es Geduld und Zeit, bis er sein Motiv im Kasten hat. Er besucht mehrmals solche Orte, um das Vertrauen der Tiere zu gewinnen. Aber immer mit dem nötigen Abstand. «Der Respekt gegenüber Natur und Tier ist wichtig», betont Schweizer.

Franz Schweizer liegt Bretzwil am Herzen; er nimmt rege am Dorfleben teil. Der Chronist fotografiert an Anlässen, möchte hier aber kürzertreten. Bald will er jedoch einen Bildband über seinen Wohnort herausgeben – mit Fotos von Gebäuden, Leuten, Landwirtschaft und Natur. Mit dem einheimischen Natur- und Vogelschutzverein arbeitet er zudem an einem Lehrpfad, der noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Auch darauf wird der bescheidene
«Jäger nach dem besten Foto» am Ende zu Recht stolz sein.