Laufental
Die Laufentaler raufen sich zusammen

Die Gemeinden streben einen Kompromiss bei der umstrittenen Sozialberatung an. Es sieht gut aus: Alle Gemeinden hätten eine Zusammenarbeit im Bereich Sozialhilfe signalisiert.

Leif Simonsen
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Quo vadis, Sozialdienste Laufental? Die Gemeindepräsidenten werden im März zusammensitzen. juri Junkov

Quo vadis, Sozialdienste Laufental? Die Gemeindepräsidenten werden im März zusammensitzen. juri Junkov

Franz Meyer versprüht Zuversicht. «Alle Gemeinden haben signalisiert, dass sie an einer weiteren Zusammenarbeit im Bereich der Sozialhilfe interessiert sind», sagt der Grellinger Gemeindepräsident. Und das Wichtigste ist: Laufen ist auch dabei. Nun wird es voraussichtlich bei der übernächsten Konferenz der Gemeindepräsidenten am 25. März zu einer Aussprache kommen.

Laufens Stadtpräsidentin Brigitte Bos glaubt, dass hier der Grundstein für eine neue Ära gelegt werden kann: «Wir wollen keine Zweifel aufkommen lassen, dass Laufen in der Sozialberatung weiterhin eine enge Zusammenarbeit will. Es ist toll, dass wir nun wieder bei null anfangen können.»

Sozialbereich zu teuer

Das scheint nach den turbulenten Ereignissen der vergangenen Monate nicht selbstverständlich. Den Stein ins Rollen brachte der Stadtrat Laufen: Im vergangenen November beschloss er, der Einwohnergemeinde den Austritt aus den Sozialdiensten Laufental (SDL) per Ende 2012 vorzuschlagen.

Die Begründung: Der Sozialbereich sei unverhältnismässig teuer geworden und schlage heute mit 40 Prozent mehr zu Buche als noch vor fünf Jahren.

Mit dem «Ja» der Einwohnergemeinde am 9. Dezember wurde deutlich: Die SDL, deren Mittel sich heute fast zur Hälfte aus der Kasse Laufens speisen, kann in dieser Form nicht weitergeführt werden. Ein Ende des Zweckverbands wollte die Gemeindepräsidentenkonferenz aber nicht einfach hinnehmen. «Die gestiegenen Ansprüche im Sozialhilfebereich erfordern eine Zusammenarbeit», sagt Meyer. «Betriebswirtschaftlich macht nur eine Zentralisierung Sinn.»

Einkauf der Sozialberatung?

Meyers Idee stösst auf breite Unterstützung. Nur: Das Bekenntnis zur Solidarität wird spätestens bei der Geldfrage nochmals überprüft. Nenzlingen hat im Dezember die vorsorgliche Kündigung bei den Laufentaler Sozialdiensten eingereicht. «In den letzten fünf Jahren hatten wir ein krasses Missverhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen», klagt Gemeindepräsidentin Therese Conrad.

Einem Sozialfall stehe hier die jährliche Ausgabe von 30000 Franken gegenüber. Für eine derart finanziell gebeutelte Gemeinde sei das nicht tragbar. Ein Alleingang Nenzlingens kommt aber auch für Conrad nicht infrage. Denkbar wäre in seinen Augen, «dass das Beratungspersonal künftig bei den grösseren Gemeinden eingekauft wird».

Nicht von Laufen abhängig

Einigkeit herrscht, dass der jetzige Verwaltungsapparat schlanker werden müsse. «Ich schätze, dass alle Gemeinden 25 bis 35 Prozent zu viel für die Sozialhilfe bezahlen», sagt Margreth Bringold von der Sozialbehörde Wahlen. Gemeinden, die profitieren, gibt es ihres Wissens nach keine. Der Grund dafür seien die vielen administrativen Doppelspurigkeiten. Der Gemeinderat Wahlen schlägt nun verschiedene Lösungen vor: In einem Schreiben an die Sozialdienste hat er im Januar gar zugegeben, dass für ihn die Auflösung des gesamten Zweckverbands auf Ende 2012 eine Möglichkeit sei.

Für Bringold wäre ein Mittelweg vorstellbar. Die Sozialdienste sind nicht zwingend von Laufen abhängig. «Die kleineren Gemeinden könnten ihren Zweckverband beispielsweise in Zwingen oder Grellingen zentralisieren», schlägt sie vor. Um die Versorgung muss sich die Laufentaler Bevölkerung ohnehin keine Sorgen machen. «Nötigenfalls kaufen die Gemeinden die Sozialdienste zukünftig bei einem Privatanbieter ein», sagt sie.

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