Münchenstein
Das Sportmuseum Schweiz ist dank Finanzspritzen wieder fit

Etappensieg für Sport-Nostaligker: Vor einem Jahr zügelte das Sportmuseum Schweiz nach Münchenstein. Der Umzug von der Villa an der Missionstrasse in Basel aufs Dreispitzareal war ein Aufbruch, der sich auszahlte.

Joël Hoffmann
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Das Sportmuseum feiert sein einjaehriges Bestehen am Neuen Standort an der Muenchensteinerstrasse
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Gregor Dill, Direktor des Sportmuseums referiert zur Sportkultur und Ausstellungsphilosophie.
Beni Huggel bei der Podiumsdiskussion mit Benedikt Wyss
Benni Huggel mit Bernhard Russi vor der Skisammlung.
Apero zwischen Fahrraedern und Schlitten.
Yves Krebs zeigt einen Dopingkoffer aus den Fünfzigen.
Alle Arten Fahrraeder im Sportmuseum
Apero zwischen Fahrraedern und Schlitten.
Die Skisammlung im Sportmuseum an der Muenchensteinerstrasse.

Das Sportmuseum feiert sein einjaehriges Bestehen am Neuen Standort an der Muenchensteinerstrasse

Das Museum, das als Stiftung mit Sitz in Basel organisiert ist, schaffte den «Turnaround», wie Thilo Mangold, Sprecher des Sportmuseums, sagt. Finanziell steht die einst angeschlagene Stiftung wieder auf festem Boden. Aber auch das neue Konzept mit Begehlager und Wanderausstellungen macht das Museum attraktiver.

Fit durch Steuergelder

«Wir leben immer noch von der Hand in den Mund», sagt Mangold. Doch das Museum ist nicht mehr in seiner Existenz bedroht. Grund für den finanziellen Frühling sind in den letzten beiden Jahren gesprochene Beiträge von Staat und Privatwirtschaft. Die Elektra Birseck zahlt jährlich 100 000 Franken. Aber auch beide Basel sponsern das Museum mit jährlich je 150 000 Franken. Denselben Betrag liefert seit diesem Jahr auch das Bundesamt für Kultur. Verhandelt wird im Moment noch mit Swiss Olympic, das sich mit 100 000 Franken beteiligen wird, wie Mangold bestätigt. Der Aufwand betrug 2011 etwa eine Million. Zum Vergleich: Das Naturhistorische Museum Basel hatte im selben Jahr Ausgaben von über sieben Millionen.

Das Sportmuseum hat eine Sammlung von 150 000 Sportgegenständen und gegen eine Million Fotografien, Zeitschriften, Bücher, Poster - weitgehend katalogisiert. Das war zu viel für den alten Standort. Das meiste wurde im Lager im Birsfelder Hafen aufbewahrt. Nun steht alles im Begehlager auf dem Dreispitz und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Neu gibt es dort ein Foyer für Events, wo gestern Ex-Fussballer Benjamin Huggel und Skilegende Bernhard Russi den Geburtstag des Museums feierten. Auch gibt es neu Arbeitsplätze für Studenten oder Interessierte. «Wir sind attraktiver geworden und haben uns parallel dazu eine gewisse finanzielle Sicherheit erarbeitet», sagt Mangold.

Münchenstein beteiligt sich nicht

Die Standortgemeinde Münchenstein beteiligt sich nicht am Museum. Dieses passt thematisch nicht ins Konzept. «Wir unterstützen andere Gemeinden wie Bergdörfer, die dringend Geld für die Infrastruktur brauchen», sagt Gemeindepräsident Giorgio Lüthi und fügt an: «Wir haben das Museum bis jetzt in dem Sinn unterstützt, dass wir die Umnutzung der Lagerhalle in ein Museum schnell bewilligt haben.» Für projektbezogene Beiträge ans Sportmuseum wäre Lüthi aber offen. Bis jetzt habe er jedoch noch kein Gesuch erhalten.

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