Coronavirus
Betagte haben Vorrang: In Baselland müssen sich Höchstrisikopatienten bei der Impfung gedulden

In Basel-Stadt werden gleichzeitig besonders gefährdete chronisch Kranke sowie über-75-Jährige geimpft. Und beide Gruppen nutzen das Angebot rege, wie erste Zahlen zeigen. Im Baselbiet kommen hingegen zuerst die 31000 Betagten an die Reihe, ehe der erste Risikopatient dran ist. Das kann dauern.

Michael Nittnaus
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Am 4. Januar wurde das Baselbieter Impfzentrum Feldreben in Muttenz eröffnet.

Am 4. Januar wurde das Baselbieter Impfzentrum Feldreben in Muttenz eröffnet.

Nicole Nars-Zimmer

Sie leiden an chronischer Herzinsuffizienz, Lungenfibrose oder schwerem Diabetes. Bei anderen ist das Immunsystem stark geschwächt, weil sie mitten in einer Krebstherapie stecken oder gerade eine Organtransplantation hinter sich haben. So unterschiedlich die Krankheitsbilder sind, derzeit eint all diese Personen etwas: Sie gehören zur von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) definierten Gruppe der Personen mit chronischen Krankheiten mit dem höchsten Risiko eines schweren Covidverlaufs. Und das wiederum macht sie zur zweithöchsten Priorität bei der Coronaimpfempfehlung. Direkt hinter den Betagten, die 75 oder älter sind.

3788 Personen hat Basel geimpft, Baselland 1540

Wobei: Genaugenommen schreibt das BAG, dass die Kantone diese Höchstrisikopatienten «falls möglich gleichzeitig» mit den Über-75-Jährigen impfen sollen. Basel-Stadt macht genau das. Beide Gruppen sind berechtigt, sich einen der begehrten Impftermine zu sichern. Und tatsächlich halten sich die Impfzahlen bislang in etwa die Waage, wie das Basler Gesundheitsdepartement auf Anfrage offenlegt: Von den 3788 bisher geimpften Personen seien 55 Prozent über 75 und 45 Prozent jünger, aber mit Vorerkrankung. Insgesamt gibt es im Stadtkanton rund 20000 Betagte und schätzungsweise 14000 mit Vorerkrankungen.

Anders in Baselland: Hier können sich derzeit nur Betagte impfen lassen. Erst wenn alle Impfwilligen über 75 dran waren, kommen die Höchstrisikopatienten an die Reihe. Ohne Ausnahme, wie Rolf Wirz, Sprecher des Baselbieter Krisenstabs, festhält. 31000 Betagte gibt es in Baselland. Bisher geimpft wurden 1540, davon 919 im Impfzentrum Feldreben und 621 in Altersheimen. Wann es auch Impfstoff für die rund 20000 chronisch Kranken gibt, kann Wirz nicht abschätzen. Er betont: «Selbstverständlich können wir die Sorgen nachvollziehen. Doch wir gefährden niemanden, sondern versuchen so schnell wie möglich, alle Impfwilligen zu impfen.» Wirz ist überzeugt: Wer seine Kontakte reduziere und sich an die Hygieneregeln halte, setze sich auch keiner Gefahr aus.