Benevol Baselland
Verbände und Vereine suchen Freiwillige – mehr denn je

Ein Aktionsmonat wirbt im Landkanton für mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Gleichzeitig macht der Dachverband der Gemeinnützigen Institutionen in beiden Basel auf weitere Gefahren aufmerksam.

Bojan Stula
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Benevol-Aktivistinnen im Strasseneinsatz: Rund 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung engagieren sich bereits freiwillig und leisten jährlich 660 Millionen Arbeitsstunden im Gegenwert von 34 Milliarden Franken. Mit dem Aktionsmonat Generation F möchte Benevol Baselland diesen Anteil möglichst erhöhen.

Benevol-Aktivistinnen im Strasseneinsatz: Rund 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung engagieren sich bereits freiwillig und leisten jährlich 660 Millionen Arbeitsstunden im Gegenwert von 34 Milliarden Franken. Mit dem Aktionsmonat Generation F möchte Benevol Baselland diesen Anteil möglichst erhöhen.

zvg

Mit einer Verteilaktion am vergangenen Freitag und Samstag hat Benevol Baselland seinen Themenmonat «Generation F» gestartet. An verschiedenen Orten in Liestal, Sissach, Gelterkinden, Pratteln, Laufen, Allschwil und Bottmingen verteilten Freiwillige Info-Flyer und Goodies an Interessierte. Benevol ist das Baselbieter Kompetenzzentrum für ehrenamtliche Mithilfe in Vereinen, Verbänden und Institutionen. Noch bis 5. Dezember wird mit verschiedenen Anlässen und Aktionen auf den Wert und die Vielfalt von Freiwilligenengagements aufmerksam gemacht.

Zu den rund 20 Organisationen und Vereinen, die bei der Generation-F-Aktion mitmachen, gehören grosse Player wie die Krebsliga beider Basel, das Rote Kreuz Baselland und die Caritas beider Basel; aber auch kleinere Institutionen wie das Zeitgut Birseck oder der Verein Colibri, Kirchengemeinden wie jene in Münchenstein oder verschiedene Alters- und Pflegeheime. Unterstützt wird der Aktionsmonat von 14 meist grösseren Gemeinden.

Zu deren kostenlosem Veranstaltungsangebot gehören unter anderem Yoga-, Mal- und Rollstuhlkurse oder Ponyreiten für Kinder. Benevol schreibt in einer Mitteilung:

«Die Interessierten haben dadurch die Gelegenheit, verschiedene Tätigkeiten zu entdecken.»

Für die teilnehmenden Organisationen ergibt sich handkehrum die Möglichkeit, im Idealfall an den Veranstaltungen neue Freiwillige für sich anzuwerben. Die aktuelle Übersicht über die Termine findet sich hier.

Spar- und Optimierungsdruck erreicht Gemeinnützige Institutionen

Doch die Gemeinnützigen Organisationen suchen nicht nur händeringend nach zusätzlichen Freiwilligen. Auch Mitgliederschwund, das Ablösen der Gründergeneration oder die Kürzung von staatlichen Beiträgen stehen bei vielen Verbänden und Vereinen ganz oben auf der Sorgenliste. Dies im Spannungsfeld zwischen den beiden Megatrends Professionalisierung und Regulierung, die sich gegenseitig hochschaukeln.

Dass dabei eine Fusion mit einer Partnerorganisation nicht immer die ideale Lösung ist, war das Fazit einer Konferenz, die kürzlich in Liestal stattgefunden hatte. Rund 60 Mitglieder des Dachverbands Gemeinnützige Institutionen (GI) beider Basel analysierten zwar auch erfolgreiche Fusionsbeispiele wie den Zusammenschluss der beiden Basler Sektionen zur Behinderten-Selbsthilfe Procap Nordwestschweiz oder das gewinnbringende Eingehen von Kooperationen, wie sie der Erlenhof in Reinach pflegt.

Zu geringer Leidensdruck als Hindernis

Letztlich seien im Bereich von Non-Profit-Organisationen aber eher Probleme wie der Mangel an Fach- oder Managementressourcen der Treiber für Fusionen, wie GI-beider-Basel-Präsidentin Gabi Mächler nach dem Liestaler Kongress feststellt; und nicht etwa die Suche nach neuen Chancen.

Ebenso wenig ist das Streben nach mehr Effizienz Auslöser für das Eingehen von Kooperationen, ergänzt GI-Vorstandsmitglied Andreas Bammatter. Ganz im Gegenteil: Mangelnder Leidensdruck könne sogar dazu führen, dass manche bereits aufgegleisten Fusionen scheitern, obschon sie den beteiligten Non-Profit-Organisationen offensichtliche Vorteile böten.

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