Ladestationen
Baselbieter Regierung prüft, wie sie Anschlüsse für Elektroautos fördern kann

Aus seiner Leidenschaft hat Hanspeter Weibel nie ein Geheimnis gemacht: Der SVP-Landrat aus Bottmingen fährt seit Jahren Tesla. Die Elektroauto-Edelmarke hat es ihm angetan. Auch politisch setzt er sich für die Förderung der E-Mobilität ein. Und die ist auf dem Vormarsch.

Michael Nittnaus
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Hanspeter Weibel, SVP-Landrat und Tesla-Fahrer: «Es ist heute schwierig für Mieter oder Stockwerkeigentümer, einen Starkstromanschluss zu installieren.»

Hanspeter Weibel, SVP-Landrat und Tesla-Fahrer: «Es ist heute schwierig für Mieter oder Stockwerkeigentümer, einen Starkstromanschluss zu installieren.»

Roland Schmid

Gestern überwies der Landrat mit 60 Ja- zu 18 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen ein Postulat, das Weibel 2017 schon einmal eingereicht hatte – und gescheitert war. Die Regierung muss nun prüfen, ob der Kanton Parzellen in seinem Besitz Anbietern von Ladestationen für Elektroautos oder E-Bikes zur Verfügung stellen kann. Weibel fragt konkret nach Ladestationen entlang von Kantonsstrassen, bei Parkplätzen von Schulhäusern oder Verwaltungsgebäuden. Auch möchte er, dass die Gemeinden verpflichtet werden, dasselbe zu prüfen.

Ladestationen entlang der Kantonsstrassen wären für FDP-Landrat Andreas Dürr «Blödsinn»: «Wer hält denn zwischen Lausen und Itingen an und wartet 30 Minuten, bis sein Auto geladen ist?», fragt er kopfschüttelnd. Entscheidender sei die Lade-Infrastruktur zu Hause.

Motion für Lade-Infrastruktur zu Hause scheiterte

Auch hierzu hatte Weibel einen Vorstoss parat, scheiterte aber: Per Motion forderte er, dass gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, damit Mieter oder Stockwerkeigentümer das Erstellen einer Ladestation durchsetzen können. Auch Bauherren sollten verpflichtet werden, die technischen Voraussetzungen für den Einbau von Ladestationen zu schaffen.

«Es ist heute schwierig für Mieter und Stockwerkeigentümer, einen Starkstromanschluss zu installieren, wenn der Vermieter sich weigert», argumentierte Weibel. Er betonte, dass die Kosten vom Mieter selbst getragen würden, doch für die Mehrheit des Landrates war dies zu viel Markteingriff. «Der Hauseigentümer soll immer das und muss dies. Ich habe Vertrauen in den Markt», sagte SVP-Landrat Markus Meier, als Direktor des Hauseigentümerverbands Schweiz freilich auch Interessenvertreter.

Trotzdem prüft die Regierung nun, wie Lade-Hubs in Wohnüberbauungen gefördert werden und sogar, ob Besitzer von Altliegenschaften gesetzlich verpflichtet werden, Ladestationen bereitzustellen, wenn Mieter den Besitz eines Elektroautos geltend machen. Weibels Glück: SP-Landrat Jan Kirchmayr wollte dasselbe erreichen, wählte aber ein unverbindlicheres Postulat – und holte 51 Ja- bei 29 Gegenstimmen und einer Enthaltung.