Asylzentrum Bässlergut
Basler Aktivistengruppe sieht Anschuldigung des SEM als Ablenkungsmanöver

Recherchen des Online-Magazins «Republik» stellen die Darstellung des SEM über die Drangsalierung einer Mitarbeiterin durch Linksaktivisten in Frage. Die Behörde habe von Missständen im Basler Asylzentrum Bässlergut ablenken wollen.

Tomasz Sikora
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Die Aktivistengruppe «3 Rosen Gegen Grenzen» sieht sich durch Recherchen der «Republik» darin bestätigt, dass das SEM mit seiner Kommunikation von Missständen im Asylzentrum Bässlergut (im Bild) ablenken wollte.

Die Aktivistengruppe «3 Rosen Gegen Grenzen» sieht sich durch Recherchen der «Republik» darin bestätigt, dass das SEM mit seiner Kommunikation von Missständen im Asylzentrum Bässlergut (im Bild) ablenken wollte.

Nicole Nars-Zimmer

Das Staats­sekretariat für Migration (SEM) erklärte im Frühling des vergangenen Jahres, dass mindestens eine Mitarbeiterin des Asylzentrums Bässlergut aus dem Raum Basel Opfer «schwerer krimineller Handlungen und Sachbeschädigungen in Millionenhöhe» geworden sei. Mehrere Medien berichteten in der Folge über die Geschehnisse. Unter anderem sei ihre Katze misshandelt und die Bremsen an ihrem Auto manipuliert worden. Verdächtigt wurden linksextreme Kreise, die Mitarbeitenden des Asylzentrums Gewalt gegenüber den Asylsuchenden vorwarfen.

Zweifel an Darstellungen des SEM

Wie das Online-Magazin «Republik» Anfang Juli berichtete, sei der Zeitpunkt der Erklärung des SEM nicht zufällig gewesen. Es habe gewusst, dass eine Recherche mehrerer Medien zur Gewalt gegenüber Asylsuchenden im Bässlergut kurz vor der Publikation stand. Das Ziel der Aktion sei damals gewesen, mit dem Gang an die Öffentlichkeit von den Gewaltvorwürfen abzulenken, berichtete die «Wochenzeitung» zuvor.

Wie die «Republik» Anfang Juli weiter schrieb, bestünden erhebliche Zweifel an der Darstellung des SEM bezüglich der kriminellen Handlungen an seiner Mitarbeiterin. So sei nicht erwiesen, dass es überhaupt zu kriminellen Handlungen gekommen sei oder dass sie einer linksextremen Täterschaft zugeordnet werden können. Ein entsprechendes Verfahren der Bundesanwaltschaft wurde im vergangenen März eingestellt.

Die Basler Aktivistengruppe «3 Rosen Gegen Grenzen», die dem Asylzentrum Bässlergut seit Jahren Gewalt gegen Asylsuchende vorwirft, sieht sich nun durch die Berichterstattung der «Republik» und die Einstellung der Ermittlungen bestätigt. Ausserdem kritisiert sie: «Die Einstellung der Ermittlungen ist dem SEM nun keine Medienmitteilung mehr wert.»