Energiesparen
Allschwil übernimmt Pionierrolle bei LED-Strassenlampen

Bis 2017 sollen alle 1300 Kandelaber in Allschwil ersetzt werden. Etwa die Hälfte der Strassenlampen wird die Gemeinde mit LED aufrüsten. Damit übernimmt sie eine Pionierrolle beim Energiesparen.

Joël Hoffmann
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LED-Strassenlampe

LED-Strassenlampe

Stadtanzeiger Baden

Allschwil macht vorwärts in Sachen Energieeffizienz: Die Gemeinde führt als erste im Baselbiet flächendeckend LED-Strassenbeleuchtung ein. «Es gibt einige Gemeinden, die LED-Lampen prüfen; aber bei uns wird das jetzt grossflächig eingeführt», bestätigt Andres Linder, Hauptabteilungsleiter Tiefbau und Umwelt. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Franken.

LED-Lampen sind massiv günstiger

Die Gemeinde rechnet damit, dass sie künftig die Betriebs- und Unterhaltkosten für die 1300 Lampen um über 50 Prozent senken kann. Zum Vergleich: Eine bisherige Mischlichtlampe beispielsweise kostet pro Jahr 101 Franken, eine neue LED-Leuchte nur noch 27 Franken. Hinzu kommt, dass die bisherigen Lampen alle zwei Jahre ersetzt werden müssen; LED-Lampen haben hingegen eine Lebensdauer von 20 Jahren.

Allschwils Engagement kommt nicht von ungefähr: Die Strassenlampen der Gemeinde sind veraltet. Seit 2000 investiert Allschwil darum jährlich 300000 Franken für neue Strassenlaternen. Bereits über die Hälfte hat die Gemeinde zusammen mit der Elektra Birseck (EBM) umgerüstet. Allerdings sind diese 740 Kandelaber vorerst noch keine LED-Lampen, sondern Halogen-Metalldampflampen. «Diese sind ebenfalls viel effizienter und günstiger als die alten Leuchten», betont Linder.

2010 stoppte die Gemeinde die Umrüstung auf Halogen-Lampen. Grund dafür war ein Postulat des Einwohnerrats Jérôme Mollat (FDP/GLP-Fraktion) der den Gemeinderat aufforderte, energie- und kostensparende Massnahmen bei der Strassenbeleuchtung zu prüfen. FDP-Gemeinderat Robert Vogt liess daraufhin eine externe Firma die Situation in Allschwil prüfen. Resultat: Der Gemeinderat will die restlichen 560 Kandelaber mit LED aufrüsten. Am nächsten Mittwoch wird sich der Einwohnerrat mit dem neuen Beleuchtungskonzept befassen.

Gemeinderat hat es eilig

Vogt will das neue Konzept möglichst rasch umsetzen: Der Gemeinderat erhöht darum das jährliche Budget von 300000 auf 450000 Franken. 2017 sollen dadurch alle Kandelaber umgerüstet sein. «Finanziell und praktisch können wir das stemmen», meint Vogt.

Die EBM wird in den nächsten Jahren zwei verschiedene LED-Lampentypen erstellen. In Wohngebieten und auf Strassen mit mittlerem Verkehrsaufkommen wird die LED-Leuchte «Lavinia» eingesetzt. Diese steht bereits seit letztem Herbst zu Testzwecken im Mooshagweg. «Wir haben nicht viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Aber die wenigen waren alle positiv», sagt Linder. Die sechs Meter hohe Leuchte überzeuge durch ihre Qualität und durch ihre ästhetische Erscheinung.

Im Gewerbegebiet Bachgraben sowie an den Gemeindestrassen werden die zehn Meter hohen Kandelaber mit der LED-Leuchte «Archilede» ersetzt. Dieses Modell sei ideal für grössere Lichtpunkthöhen.

Allschwil kann beide Modelle an die örtlichen Bedingungen anpassen. Das heisst, die Lampen können unterschiedlich hell leuchten. Geplant ist, dass in verkehrsarmen Stunden die Lampen gedimmt werden – Linder nennt dies Nachtabsenkung. Er meint damit, dass auf den Gemeindestrassen zwischen Mitternacht und 5Uhr morgens die Beleuchtung auf ein Minimum reduziert wird.

Probleme mit Antikkandelaber

Noch nicht definitiv gelöst ist die Zukunft der 420 «Huber-Leuchten» und der 35 Antikkandelaber im Dorfkern und auf dem Rosenberg. Diese sind wie Zylinder und strahlen zur Seite ab. «Sie sehen schön alt aus und passen zu den historischen Bauten, während die neuen Lampen aus ästhetischer Sicht nicht dazu passen», sagt Vogt. Darum lässt die Gemeinde ein Leuchtmittel auf LED-Basis entwickeln. «Das ist ohne aufwändige Umbauarbeiten möglich und als Übergangslösung gedacht», sagt Vogt. Der Gemeinderat wolle erst die technische Entwicklung abwarten. Doch Vogt fügt an: «Bewährt sich die Übergangslösung, dann kann ich mir vorstellen, dass wir es dabei belassen.»