Spitalgruppe
24h-Notfall: Im Laufental soll niemand vor verschlossener Tür stehen

Der Standort Laufen soll in der Spitalgruppe deutlich geschwächt werden. Der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber will dem Laufental nun entgegenkommen.

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Keystone

Im Laufental kommt die Fusion des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel schlecht an. Der Standort Laufen soll in der Spitalgruppe deutlich geschwächt werden. Künftig soll es hier keine stationären Abteilungen für Chirurgie und Innere Medizin mehr geben. Die Spitalvorlage sieht lediglich ein stationäres Angebot in der Geriatrie und für Schmerzpatienten vor. Dazu soll ein Notfallzentrum mit eingeschränkten Öffnungszeiten entstehen.

Einen solchen Einschnitt will die Laufentaler Gemeindepräsidentenkonferenz nicht hinnehmen. In der Vernehmlassung lehnt sie die neue Spitalgruppe ab. Dies unter anderem mit dem Hinweis, dass eine «nicht rund um die Uhr geöffnete Permanence» in einer derart peripheren Lage zu einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung führe. Der Laufner Stadtpräsident Alexander Imhof (CVP) sagt: «Nur schon aus Unsicherheit darüber, ob das Spital offen hat, werden viele die Dienstleistung links liegen lassen. Das führt zu abnehmenden Zahlen, und in ein paar Jahren wird alles wieder infrage gestellt.»

Niemand vor verschlossener Tür

Für derlei Bedenken hat der zuständige Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber (SVP) Verständnis. Am Parteitag der CVP Baselland sagte der Gesundheitsdirektor vergangene Woche, es sollten in Laufen keine Patienten vor verschlossenen Türen stehen und ohne medizinische Betreuung an einen anderen Ort verwiesen werden. «Das kann bedeuten, dass rund um die Uhr eine medizinische Erstbeurteilung und die allenfalls erforderlichen Transportmöglichkeiten zugänglich sein müssen», sagte Weber. Er fügte aber an, dass das eine persönliche Einschätzung sei. Letztlich entscheiden die Regierungen beider Basel über die Parlamentsvorlagen zur Spitalgruppe ab. Anfangs 2018 stimmen die beiden Parlamente ab.

Unklar ist, ob sich die Laufentaler Gemeindepräsidenten mit einer 24-Stunden-Permanence zufriedengeben. In der Vernehmlassung machten sie auf den Laufentalvertrag aufmerksam, der die medizinische Grundversorgung im jüngsten Bezirk «dauernd» gewährleiste. Diese ist auch mit einem durchgehend geöffneten Notfall nicht gegeben. Über einen möglichen Kompromiss will sich Imhof derzeit nicht äussern. «Da ist Stillschweigen vereinbart.» (lsi)