Rodersdorf

Viele Sympathisanten wollen Berufscoaching für Eritreer

222 Unterschriften gab es für Petition, die ein «professionelles Berufscoaching für junge Menschen mit Fluchterfahrung» in Rodersdorf fordert. (Symbolbild)

222 Unterschriften gab es für Petition, die ein «professionelles Berufscoaching für junge Menschen mit Fluchterfahrung» in Rodersdorf fordert. (Symbolbild)

Erfolgreiche digitale Kampagne für eine Petition im Bereich der Flüchtlingshilfe.

Auf der im vergangenen Herbst neu lancierten Bürgerpetitionsplattform petitio.ch hat erstmals ein Begehren aus der Region Basel die notwendige Stimmenzahl erhalten. Bis gestern Abend, einen Tag vor Ablauf der Sammelfrist, fanden sich 222 Unterstützerinnen und Unterstützer, welche die Forderung nach einem «professionellen Berufscoaching für junge Menschen mit Fluchterfahrung» in Rodersdorf mittragen wollen.

Die Hürde für dieses Anliegen, die es zu überwinden galt, lag bei 100 Stimmen. Die bz wird darum kommende Woche die Petition dem Gemeinderat von Rodersdorf offiziell überreichen. Die Urheberin der Forderung ist die diplomierte Psychologin Maya Rechsteiner, die in Basel eine psychotherapeutische Praxis betreibt und mit ihrer Familie im solothurnischen Leimental lebt.

Im 1300-Seelen-Dorf engagiert sich Rechsteiner in der ehrenamtlichen «Kontaktgruppe Asyl», welche sich der Betreuung von zurzeit 15 Eritreern und 2 Somaliern mit F- und B-Status im Alter zwischen 18 und 30 Jahren verschrieben hat. Neben rund 30 Mitgliedern zählt die Kontaktgruppe vor Ort auch zahlreiche Sympathisantinnen und Sympathisanten. Laut Rechsteiner hat jeder Betroffene eine oder mehrere Begleitpersonen zugeteilt erhalten, die ihm beim Wohnen, dem Spracherwerb und der Lehrstellen- und Berufssuche unterstützen. Für die Freiwilligen ist dieses Ehrenamt allerdings mit einer hohen zeitlichen Belastung verbunden. Zudem würden nur wenige Helferinnen und Helfer die entsprechenden beruflichen Kompetenzen mitbringen. Für die Petentin ist darum klar: «Wenn man will, dass die jungen Menschen eine Chance zur selbstständigen Lebensbewältigung erhalten, dann bedarf es hier dringend professioneller Ressourcen, die früh eingesetzt werden.»

Bisher hatte die Sozialregion Dorneck, der neben Rodersdorf elf weitere Schwarzbuben-Gemeinden angehören, keine zeitlichen Ressourcen, um individuelle Berufsbildungscoachings anzubieten. Rechsteiner will dies nun mittels ihrer Petition ändern, und zusätzlich zur freiwilligen Betreuung ihrer Gruppe ein professionelles Berufscoaching erwirken: «Wenn mehr als zwei Personen jährlich den Sprung in die ökonomische Unabhängigkeit schaffen, dann sind die Finanzierungskosten für den Coach bereits gedeckt, und die jungen Menschen erhalten eine echte Perspektive in unserer Region.»

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