In den Diskussionen um die Zukunft des Laufner Spitals taucht häufig der Bezirk Thierstein auf. Die Wichtigkeit des Krankenhauses für den Solothurner Kantonsteil wird von Verfechtern des Spitals immer wieder hervorgehoben. Im Jahr 2018 stammten 34,6 Prozent aller Patienten, die sich im Laufner Spital behandeln liessen, aus dem Thierstein. Nachdem das Bezirksspital in Breitenbach geschlossen worden war, ist dasjenige in Laufen das einzige verbliebene Spital in der Region Laufental-Thierstein.

Geht es nach dem Kantonsspital Baselland (KSBL), wird sich dies bald ändern. Nach der gescheiterten Spitalfusion wird das Krankenhaus mehr denn je infrage gestellt. Die KSBL-Spitze hat der Baselbieter Regierung kürzlich mitgeteilt, wie sie sich die Zukunft des Spitals mit den drei Standorten Liestal, Bruderholz und Laufen vorstellt. In den beiden favorisierten Varianten würde das Krankenhaus in Laufen geschlossen und durch eine ambulante Anlaufstelle für die Bevölkerung ersetzt. Im Herbst informiert der Regierungsrat, wie es mit dem Laufner Spital weitergehen soll.

Ein Gesundheitscluster für die Region

Aus dem Thierstein erhält das stark bedrohte Spital in Laufen nun Rückendeckung. Dieter Künzli, Gemeindepräsident des Thiersteiner Hauptorts Breitenbach, stellt sich hinter das Krankenhaus: «Das Laufner Spital ist für die ganze Region Laufental-Thierstein von grosser Bedeutung.» Es sei deshalb wichtig, dass es erhalten bleibe. Nach der Schliessung des Breitenbacher Bezirksspitals sei das Spital Laufen für die Thiersteiner Bevölkerung noch bedeutender geworden. Ihn erstaune ein wenig, dass der Aufschrei über die drohende Schliessung im Laufental bisher nicht grösser gewesen sei.

Der Breitenbacher Gemeindepräsident bringt sogar eine ungewöhnliche Idee für die Zukunft des traditionsreichen Krankenhauses ins Spiel: «Aus meiner Sicht sollte das KSBL das sanierungsbedürftige Bruderholzspital schliessen und dafür das Laufner Spital ausbauen.» Zusammen mit dem Zentrum Passwang in Breitenbach und dem Seniorenzentrum Rosengarten in Laufen könnte so ein Gesundheitscluster in der Region Laufental-Thierstein entstehen. Künzli hebt auch die Nähe zur Westschweiz hervor. «Das Spital Laufen könnte auch zu einem Krankenhaus für die jurassische Bevölkerung werden.»

Gemeindepräsidenten sollen über Spital sprechen

An der nächsten Konferenz der Thiersteiner Gemeindepräsidenten möchte Dieter Künzli das Thema einbringen. Es sei durchaus denkbar, dass sich die Gemeindepräsidenten der zwölf Ortschaften zusammenschliessen, um sich gemeinsam für den Erhalt des Laufner Spitals einzusetzen.

Unterstützung würde Künzli bei seinem Vorhaben vom Nunninger Gemeindepräsidenten und Solothurner Kantonsrat Heiner Studer erhalten. «Ich würde mitmachen, wenn wir uns zusammen mit den Laufentalern für das Spital in Laufen engagieren würden.» Grosse Debatten über die Zukunft des Spitals habe es im Thierstein bisher aber noch nicht gegeben, stellte Studer fest. Das liege vor allem daran, dass noch nicht bekannt sei, wie die Pläne der Baselbieter Regierung aussehen.

Wie auch immer der Regierungsrat entscheiden wird: Auf eine völlige Unterstützung aus dem Thierstein kann das Laufental nicht zählen. Urs Spielmann, ehemaliger Leiter des Breitenbacher Alterszentrums Bodenacker, vertritt in einer Zuschrift an die bz eine in seiner Region atypische Haltung: In der Spitalfrage blocke der alte, politisch harte Kern, schreibt er. «Von Aufbruchstimmung keine Spur. Dabei ächzt die Schweiz vor der medizinischen Überversorgung.»