Am Tage danach

Nach dem Grossbrand in Pratteln: Was wir wissen – und was nicht

Am Tag nach dem nächtlichen Grossbrand wird bruchstückhaft klar, was bei dem Industriebetrieb unweit des Prattler Bahnhofs passiert ist. Abgesehen von einem Feuerwehrmann, der wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung ins Spital musste, sind zum Glück keine weiteren Verletzten bekannt. Das Gebäude ist nach dem Brand einsturzgefährdet.

Was wir wissen

  • Brand gelöscht: Man habe das um 20.32 Uhr gemeldete Feuer bei dem Industriebetrieb rasch unter Kontrolle gehabt, betont die Baselbieter Polizei. Allerdings konnte der Brand erst in den frühen Morgenstunden komplett gelöscht werden. Im Einsatz standen dafür rund 180 Personen von Feuerwehr, Feuerwehrinspektorat, Polizei, Sanität und des kantonalen Krisenstabes. Im Fachjargon spricht man von einem Grossereignis.  
  • Gefahren für Mensch und Umwelt: Anwohner und Augenzeugen berichteten bereits kurz nach Ausbruch des Brands, dass es stark nach Plastik rieche. Auch die Polizei berichtet in ihrem Communiqué von einer «starken Geruchsbelästigung». Am Sonntagabend wurde den Einwohnern von Pratteln und der angrenzenden Gemeinden empfohlen, Fenster und Türen zu schliessen. Diese Empfehlung wurde um 2 Uhr morgens wieder aufgehoben. Die Galvaplast ist, wie es der Name sagt, in der Galvanisierung von Kunststoffen tätig. Giftstoffe seien jedoch keine aufgetreten. Messungen der ABC-Wehr hätten ergeben, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte zu keinem Zeitpunkt überschritten wurden.
  • Verletzte: Ein Feuerwehrmann musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht werden, konnte dieses aber im Laufe der Nacht wieder verlassen. Über sonstige Verletzungen von beteiligten Blaulicht-Kräften oder von Anwohnern ist nichts bekannt.
Pratteln: Gebäude nach Brand einsturzgefährdet

Pratteln: Gebäude nach Brand einsturzgefährdet



 

Was wir (noch) nicht wissen

  • Sachschaden: Die Baselbieter Polizei spricht von einem «grossen» Sachschaden. Das Ausmass lässt sich derzeit allerdings bloss grob abschätzen. Vor allem das Gebäude wurde bei dem Brand in starke Mitleidenschaft gezogen. So ist der betroffene Gebäudeteil gemäss Einschätzungen eines Statikers stark einsturzgefährdet. Was das für das Gebäude und das betroffene Unternehmen bedeutet, ist derzeit völlig unklar.
  • Brandursache: Zur Frage, weshalb in dem Industriebetrieb Feuer ausgebrochen ist, gibt es bisher keine konkreten Angaben seitens der Behörden. Die Brandursache wird derzeit von Spezialisten der Baselbieter Polizei und der Staatsanwaltschaft untersucht. Gerade weil das Gebäude einsturzgefährdet ist, gestalten sich diese Arbeiten als nicht ganz einfach. Mitverantwortlich für den Brand könnte die rekordverdächtige Hitze am Sonntagabend gewesen sein. Mitarbeitende des Unternehmens äusserten diese Vermutung, wie einem Bericht des «Regionaljournals Basel» von SRF zu entnehmen war. So hat beim Brand von Eisenbahnschwellen im Basler Hafen Ende Juli 2018 die Sommerhitze ebenfalls eine Rolle gespielt. Ob das am Sonntag in Pratteln auch so war, ist derzeit allerdings reine Spekulation. 

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