Die Solothurner Regierung hat am Dienstag die Zwangsverwaltung Zullwils beschlossen, den Namen des Sachwalters aber noch nicht bekannt gegeben. Nun ist klar, wer es ist. Dem Regierungsratsbeschluss ist zu entnehmen, dass Michel Meier aus Olten die chaotische Situation im Thiersteiner Dorf bereinigen soll.

Meier übernimmt ab sofort die politischen Funktionen, weil die Gemeinde Zullwil nach den Rücktritten von Gemeindepräsident Roger P. Hänggi sowie der Gemeinderäte Manuel Kohler und Silver Hänggi beschluss- und handlungsunfähig geworden ist. Mit seinem Mandat nimmt Michel Meier die Exekutivaufgaben eines Gemeindepräsidenten und des Gemeinderats wahr. Er muss die Ersatzwahlen für den Rest der Amtsperiode 2017 bis 2021 und die erforderlichen Gemeindeversammlungen durchführen. Zudem muss Meier Zullwil zu Führungsstrukturen verhelfen, die eine nachhaltige Handlungsfähigkeit sicherstellen, und eine gesetzeskonforme Verwaltung gewährleisten.

Der Jurist aus Olten verfüge über eine «umfangreiche und diversifizierte Erfahrung auf kommunaler Ebene», schreibt die Regierung in ihrem Beschluss. Michel Meier ist ehemaliger Gemeinderat von Niedergösgen und derzeit Geschäftsführer des Regionalvereins Olten-Gösgen. Als Rechtsanwalt berät und vertritt Meier häufig Gemeinden. «Da er als aussenstehende Person von den in der Gemeinde bestehenden Konfliktherden völlig unbelastet ist, ist er für die Einsetzung als Sachwalter bestens geeignet», ist die Solothurner Regierung überzeugt.

Für Zullwil ist das Ganze nicht gratis. Die Entschädigung des Sachwalters beträgt 250 Franken pro Stunde. Zusätzlich kann er Spesen nach Aufwand und ausserordentliche Aufwendungen geltend machen.