Methanol-Unfall vom März

Geleaktes Video zeigt Horror-Momente des folgenschweren A2-Crashs

Das abgefilmte Video zeigt den Unfall auf der A2 bei Muttenz vom März 2018

Das abgefilmte Video zeigt den Unfall auf der A2 bei Muttenz vom März 2018

Der Methanol-Lastwagen, der im März auf der A2 mit verheerenden Folgen verunfallte, wurde von einem Personenwagen förmlich gerammt. Dies zeigt jetzt ein abgefilmtes Video der Überwachungsaufnahmen der Autobahn.

Der Unfall war verheerend. Als am Mittag des 14. März ein Lastwagen auf der A2 bei Muttenz mit einer Tankladung Methanol verunfallt war, staute es nicht nur auf der Autobahn. In der ganzen Region kollabierte bis spätabends der Verkehr, selbst Basler Quartierstrassen waren bis in die Nacht noch verstopft. Das Strassennetz erlitt einen Infarkt.

Nun tauchen bisher unveröffentlichte Videoaufnahmen des Crash-Moments auf. Die Bilder wurden offensichtlich mit einem Handy von einem Bildschirm abgefilmt und zeigen genau, wie der Lastwagen zum Kippen gebracht wurde: Ein Personenwagen rammte bei einem Manöver das Fahrzeugs von links, man sieht, wie der Lastwagen nach rechts von der Fahrbahn abkommt, wie er in die Abschrankungen prallt, wie sich der Fahrzeug-Anhänger überschlägt, auf die Fahrbahn prallt und zerschellt. Es war pures Glück, dass kein Grossbrand ausgebrochen war.

Das Video kursiert seit dem Wochenende in den Sozialen Medien, namentlich auf Facebook. Ein entsprechender Post des kleinen Kanals namens «Dini Schwiz» wurde dabei über tausendmal geteilt. Die Reaktionen auf das Video fielen heftig aus, viele zeigten sich betroffen von der Heftigkeit des Aufpralls und dem sich überschlagenden Anhänger des Lastwagens.

Auch der Baselbieter Polizeisprecher Adrian Gaugler wurde am Samstagabend über Social Media auf das Video aufmerksam, worauf er die Leitung der Verkehrspolizei informiert habe. Wer die Überwachungsaufnahmen abgefilmt und sie daraufhin ins Internet gestellt hatte, ist nicht bekannt. Die Polizei hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wie Gaugler auf Anfrage bestätigt. Sollte die Quelle aus Polizei- oder anderen Behördenkreisen stammen, droht ihr eine Anklage wegen Amtsgeheimnisverletzung.

Voraussichtlich ein Strafbefehl

Einfach wird die Suche allerdings nicht. Denn die Aufnahmen der Videoüberwachung sind ein Teil der Akten zum laufenden Verfahren gegen den Unfallverursacher. Darauf haben nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft Zugriff, sondern auch andere am Verfahren Beteiligte, wie etwa Verteidiger und Konsorten.

Laut Thomas Lyssy, Sprecher der Baselbieter Staatsanwaltschaft, werde das Verfahren durch die Veröffentlichung des Videos nicht beeinflusst. «Es war schon länger Bestandteil der Akten und Teil des Verfahrens.» Insofern lasse die Staatsanwaltschaft nun «nicht alles stehen und liegen», um die Urheberschaft der Videoaufnahmen ausfindig zu machen. Zum Zeitplan könne er nichts sagen, so Lyssy. Es sei aber vorgesehen, den Fall per Strafbefehl abzuschliessen.

Dem Unfallverursacher zur Last gelegt werden qualifizierte grobe Verkehrsregelverletzung sowie fahrlässige schwere Körperverletzung. Der Lenker des Personenwagens selbst blieb damals unverletzt. Der 61-jährige Lastwagenchauffeur hingegen musste mit schweren Körperverletzungen per Helikopter ins Spital geflogen werden. In der Folge des Unfalls wurde von verschiedenen politischen Lagern Massnahmen gefordert, das Nadelöhr der A2 auf der Strecke zwischen Augst, Muttenz und der Hagnau zu beheben. Ansonsten drohten der bereits staugeplagten Region weitere Infarkte.

Laut Staatsanwaltschaft soll das Verfahren gegen den Unfallverursacher voraussichtlich mit einem Strafbefehl abgeschlossen werden, heisst es weiter. Zur Last gelegt werden dem Mann qualifizierte grobe Verkehrsregelverletzung sowie fahrlässige schwere Körperverletzung. Der Unfallverursacher blieb damals unverletzt, der 61-jährige Lastwagenfahrer musste aber mit schweren Körperverletzungen per Rega ins Spital geflogen werden.

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