Fördergelder

Filmer jubelten zu früh über höhere Subventionen

(Symbolbild)

Sollen die Filmschaffenden in den Genuss der vollen 2,75 Millionen kommen, dann ist auch das Ja aus dem Baselbiet zu den höheren Staatsbeiträgen nötig.

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Zieht Baselland nicht mit den höheren Beiträgen von Basel-Stadt mit, dann werden Baselbieter Filmemacher von der Förderung ausgeschlossen.

«Nun steht fest: Ab 2016 fliessen Fördermittel von 2,75 Millionen Franken ins Filmschaffen in beiden Basel.» So und ähnlich berichteten regionale Medien kürzlich darüber, dass der Basler Grosse Rat Ja sagte zu höheren Subventionen für den Film. Teilweise erweckte die Berichterstattung den Eindruck, das Geschäft sei bereits unter Dach und Fach. Das ist aber nicht der Fall: Sollen die Filmschaffenden in den Genuss der vollen 2,75 Millionen kommen, dann ist auch das Ja aus dem Baselbiet zu den höheren Staatsbeiträgen nötig. Und das ist angesichts der schlechten Finanzlage des Landkantons alles andere als gesichert.

Infrage gestellt ist in erster Linie der höhere Beitrag des Baselbiets an den bikantonalen Fachausschuss Audiovision und Multimedia. Dieser soll ab 2016 1,25 Millionen Franken zur Verfügung haben, bisher waren es 500'000 Franken. Der Fachausschuss entscheidet drei Mal pro Jahr über Gesuche aus den Bereichen Video- und Medienkunst sowie Kurz- und Kinofilmen.

Der Grosse Rat hat einer Verdreifachung der Basler Mittel von 300'000 auf 900'000 Franken Mitte April zugestimmt. Der Fachausschuss-Beitrag aus Baselland soll von 200'000 auf 350'000 Franken erhöht werden – und ist der Knackpunkt des bikantonalen Filmfördermodells.

«Stadt springt kaum in die Bresche»

Im Gegensatz zu dieser Regelförderung sind die 1,5 Millionen Franken, die aus dem Swisslos-Fonds beider Kantone (BS: 1 Mio. Fr., BL 500'000 Fr.) in qualitativ hochwertige Grossprojekte gesteckt werden sollen, politisch kaum bestritten. Die Swisslos-Fonds-Beiträge werden zwar von den Kantonsregierungen abgesegnet, sind aber nicht Staatsgelder im engeren Sinne.

Umstritten sind demnach «nur» 150'000 Franken zur Aufstockung der Mittel für den Fachausschuss. Doch die Auseinandersetzung birgt partnerschaftlichen Sprengstoff. Zwar ist der Entscheid in der Stadt rechtlich nicht gekoppelt an den anstehenden im Baselbiet. Die von Basel gesprochenen Gelder fliessen auch bei einem Nein aus Liestal.

Allerdings könnte Basel-Stadt dann versucht sein, den Kreis der Berechtigten einzuschränken: «Ist das Ungleichgewicht in der Finanzierung zwischen Stadt und Land zu gross, dann müssen wir leider die Frage der Verteilung der Fördermittel stellen», sagt der Basler Kulturbeauftragte Philippe Bischof. «Alles andere würde politisch kaum akzeptiert.» Fraglich ist demnach, inwiefern Fördergesuche von Filmschaffenden mit Wohnsitz Baselland noch berücksichtigt werden. Bischof betont, dass eine Einschränkung schweren Herzens vorgenommen würde: «Schliesslich ist inhaltlich unwichtig, ob ein Filmemacher in Basel, Binningen oder Liestal wohnt: Er wirkt mit seinem Schaffen für die Region.»

Verweigert Baselland die höheren Mittel für den Fachausschuss, so trifft dies die Filmschaffenden. Auch deshalb, weil Basel-Stadt den fehlenden Betrag nicht ausgleichen würde, um das Förderziel von 2,75 Millionen Franken zu erreichen. «Dass Basel-Stadt in die Bresche springt, ist völlig undenkbar», stellt Bischof klar.

Subvention im Budget eingestellt

Noch stellt sich diese Frage nicht. Laut Dani Suter, interimistischer Leiter der Abteilung Kulturelles Baselland, wird das Filmfördermodell beider Basel im Landkanton voraussichtlich im Herbst verabschiedet. Im Gegensatz zu Basel-Stadt nicht vom Parlament, sondern von Kulturdirektorin Monica Gschwind (FDP), die am 1. Juli ihr Amt antritt. Im Entwurf zum Kantonsbudget 2016 sind laut Suter 350'000 Franken zur Filmförderung eingestellt – die Erhöhung war also zumindest bisher Teil der Planung.

Gschwind will sich vor Amtsantritt inhaltlich nicht zum Geschäft äussern. Sie werde mit ihrem Basler Kollegen Guy Morin besprechen müssen, ob und in welchem Rahmen die Mittel zur Filmförderung abgewickelt werden könnten. «In Baselland haben derzeit alle Beitragserhöhungen einen schweren Stand», fügt sie vielsagend an.

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