Am World Scout Jamboree, das im Vierjahresrhythmus immer woanders durchgeführt wird, ist auch eine grosse Delegation aus der Schweiz anzutreffen. Von den 1150 Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmern stammen rund 40 Personen aus der Region Basel. Sie sind im Trupp Pfadiliske zusammengeschlossen, der die Pfadfinder aus den Kantonen Baselland und Basel-Stadt sowie aus dem Fricktal und dem Schwarzbubenland vereint.

Einige der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren haben sich bereit erklärt, uns am Telefon zu erzählen, wie sie die vergangenen Tage in den USA verbracht haben. Die Verbindung ist zwar nicht die allerbeste und die Pfadfinder sind noch nicht allzu lange wach. Das hält sie aber nicht davon ab, begeistert über die Erlebnisse zu berichten.

Kontakt zu Jugendlichen aus Angola und England

Das Zeltlager der Schweizer Delegation in West Virginia liegt neben dem der Engländer und Angolaner. «Besonders in Erinnerung geblieben ist mir bisher der Austausch mit den Jugendlichen aus Angola», sagt Jelly, die der Basler Pfadi Schalberg angehört. Es sei sehr spannend gewesen, Menschen aus einem anderen Kulturkreis kennenzulernen. Mit den Pfadfindern aus England habe man einmal gemeinsam zu Abend gegessen. Um es zu vereinfachen, später den Kontakt aufrechtzuerhalten, tragen die Jugendlichen an einem Armband sogenannte Identitätschips. Drückt man die Chips aneinander, werden persönliche Daten wie die E-Mail-Adresse auf den anderen Chip übertragen.

Den Pfadfindern ist selbst überlassen, wie sie auf dem grossen Areal ihre Tage gestalten möchten. «Das Angebot an Beschäftigungen ist riesengross», erzählt Garfield von der Pfadi St. Benno aus Binningen und Bottmingen. Auf dem Gelände liegen mehrere Seen, auf denen Sport betrieben werden kann. Kayakfahren, Tauchen und ein Wasserparcours sind nur einige der nassen Aktivitäten. Aber auch ein Skatepark und BMX-Park wurden errichtet. Andernorts klettern die Jugendlichen einen Felsen hoch, testen ihre Schiessfähigkeiten oder spielen Fussball.

Alle freuen sich auf die riesige Abschlussfeier

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus der Region weilen seit mittlerweile neun Tagen in den USA. Der Ausflug auf die andere Seite des Atlantiks neigt sich seinem Ende zu. Bevor die Schweizer die Heimreise antreten, feiern sie morgen noch den Bundesfeiertag. «Normalerweise findet bei solchen Anlässen am 1. August immer ein grosser Umzug statt», sagt Taceo. Das Mitglied der Basler Pfadi Blaue erklärt, dass man sich stattdessen zu einem geselligen Spielenachmittag treffe.

Übermorgen endet das World Scout Jamboree in den Vereinigten Staaten. Es handelt sich bereits um die 24. Ausgabe des globalen Treffens, das erstmals im Jahr 1920 in London stattfand. Das Wort Jamboree, das dem Weltpfadilager seinen Namen gibt, entstammt einer afrikanischen Sprache. Es bedeutet «friedliches Treffen aller Stämme».

Vor dem Rückflug – die Pfadfinderinnen und Pfadfinder bezahlten die Transportkosten aus der eigenen Tasche – feiern sie mit den anderen Jugendlichen aus aller Welt eine gigantische Abschlussfeier. Sie soll der Eröffnungsfeier, die vor eineinhalb Wochen alle 45'000 Teilnehmer zusammenbrachte, in Nichts nachstehen.