Viele Angebote einzuholen für eine Arbeit, macht sich bezahlt. So kommen die Baumeisterarbeiten für die Instandstellung des Schlosswegs die Gemeinde Dornach fast 85'000 Franken günstiger als das von der Gemeindeversammlung vorgegebene Kostendach von 640'000 Franken. Auf die öffentliche Ausschreibung des Auftrags reagierten fristgerecht neun Bauunternehmen aus der Region. Die Preisspanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot betrug fast 139'000 Franken.

Den Zuschlag hat der Gemeinderat nun der Basler Implenia erteilt. Die grosse Preisdifferenz gab aber im Gemeinderat zu reden. Freude herrschte über die signifikante Budgetunterschreitung. Weniger erfreut nahm der Gemeinderat allerdings die Auftragsvergabe für den Rohrleitungsbau am Schlossweg zur Kenntnis. Keine der zwei Offerten, die per Einladungsverfahren eingeholt wurden, bewegte sich im Rahmen des Budgets. Beide lagen darüber. Anstatt 180'000 Franken kosten die Wasserleitungen nun 197'421 Franken.

Immer dieselben Firmen bauen

Der Ärger darüber ist nicht unberechtigt, zumal das Vergabeverfahren nicht den rechtlichen Anforderungen des kantonalen Submissionsgesetzes genügt. Für Aufträge im Bauhauptgewerbe sind Einladungsverfahren bis zu einem Schwellenwert von 300'000 Franken zulässig. Allerdings müssen dafür nach § 19 des Solothurner Submissionsgesetzes «wenn möglich, mindestens drei Angebote» eingeholt werden. Daran meinte sich auch Rolf Stadler (FDP) zu erinnern. Es kämen immer die gleichen beiden Unternehmen zum Handkuss, kritisierte er. «Man sollte sich mal umsehen und mehr einholen», fand auch Bruno Holzherr (CVP).

Nichtsdestotrotz segnete der Gemeinderat die Auftragsvergabe, wenngleich leicht zähneknirschend, ab. Damit begibt sich die Behörde auf juristisch dünnes Eis. Aus dem Antrag der Bauverwaltung ging allerdings nicht hervor, ob im Submissionsverfahren, das ein externes Ingenieurbüro für die Gemeinde durchgeführt hatte, mehr als zwei Unternehmen angefragt wurden, und ein allfälliges drittes auf eine Offerte verzichtete. So bleibt vorderhand nicht nachvollziehbar, ob dem gesetzlichen Mindeststandard wirklich Genüge getan wurde. Bei der Beleuchtung, die die EBM für 31'312 Franken installiert, musste ebenfalls eine Rüge erteilt werden. Das Stromunternehmen hat einmal mehr die volle Leuchtkraft der LED-Lampen in der Basisleistung angeführt, obwohl der Gemeinderat schon bei früheren Aufträgen mehrfach geäussert hatte, als Basisleistung nur 70 Prozent zu wünschen.