Esther Roth, seit Februar 2016 Leiterin der Abteilung Kulturelles Baselland, schlägt einen grossen Pflock ein. In Zusammenarbeit mit Baselland Tourismus hat sie ein Online-Portal sowie eine gedruckte Kulturkarte kreiert, welche die reichhaltige Baselbieter Kultur augenfälliger macht. «Die Baselbieterinnen und Baselbieter, aber auch Touristen sollen sich nun ein umfassendes Bild machen können von der Kultur und auch davon, wie sie selber kulturell aktiv werden können», erklärt Roth. Die hiesige Kultur ist im Vergleich zu Städten kleiner und strukturell anders organisiert. Es gebe viele wichtige Akteure, die aber noch nicht so bekannt seien, meint Esther Roth, welche dieses Projekt nächsten Frühling mit einer Kulturvermittlung erweitern möchte.

Die Kulturkarte, auf der die zentralen Institutionen und Sparten aufgeführt sind, dient als Türöffner für die Internet-Plattform. «Wir wollen mit der Karte das Portal bekannt machen, ohne sie hätte es die Plattform viel schwerer, sich zu etablieren», ist der Geschäftsführer von Baselland Tourismus, Tobias Eggimann, überzeugt. Das Projekt kostete 70 000 Franken, finanziert wurde es primär mit Erträgen aus der Gasttaxe. Laut Eggimann floss der Löwenanteil der Aufwendungen ins neue Online-Portal, das eng verknüpft ist mit der Website von Baselland Tourismus.

Mehr Resonanz, weniger Aufwand

Die neue Informations-Plattform umfasst derzeit 560 Einträge. Diese sollen sich aber bald vervielfachen. Esther Roth fordert alle Kulturschaffenden, die auf dem Portal noch nicht registriert sind, auf: «Meldet euch bei uns. Und macht alle eure Anlässe bekannt.» Das neue Instrument für die Baselbieter Kultur wird auch als Veranstaltungskalender dienen. Dabei können die Organisatoren auf Guidle.com, einem Vermittler für digitale Anzeigen, ihre Events propagieren – und zwar gratis. Diese Homepage ist auch mit anderen verknüpft, sodass für einen Anlass nur ein einziger Eintrag nötig ist.

Portal und Karte sind geografisch eingegrenzt und bilden primär das kulturelle Geschehen im Baselbiet ab. Die Karte wird aber auch in Basler Institutionen aufgelegt, um weite Personenkreise zu erreichen. Berücksichtigt werden auf der Internet-Plattform ebenfalls Veranstaltungen in Basel-Stadt.

Mit diesem Portal und dieser Kulturkarte sei Jung und Alt angesprochen, sich kulturell zu betätigen, meinte Regierungsrätin Monica Gschwind. «Kulturelles Schaffen regt zum Querdenken an», so die Vorsteherin der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion weiter. Begeistert vom neuen Projekt ist Eric Rütsche, einer der bedeutendsten Kulturmanager Liestals. Der Eigentümer und Betreiber des Kulturhotels Guggenheim lobt die Initianten für ihre «grossartige» Arbeit.

Den Anfang einer sichtbareren Kultur machten die Veranstalter der Medienkonferenz von gestern gleich selber. Kulisse war die Klavierwerkstatt von René Waldhauser auf dem Liestaler Hanro-Areal, wo regelmässig Konzerte stattfinden. Auf dem Flügel gab ein Student der Musik-Akademie Basel eine Eigenkomposition zum besten. Zum Schluss zündete der Baselbieter Dominik Muheim, Schweizer Meister im Poetry Slam, ein wahres Wortfeuerwerk.