Einbüche

Die Himmelrieder lassen sich von Einbrechern nicht unterkriegen

Moritz und Alice Antony wurden schon zweimal Opfer von Einbrechern. Bei zweiten Einbruch wurde die Hintertüre ihres Hauses gewaltsam aufgebrochen.

Moritz und Alice Antony wurden schon zweimal Opfer von Einbrechern. Bei zweiten Einbruch wurde die Hintertüre ihres Hauses gewaltsam aufgebrochen.

Im Thiersteiner Dorf sind immer wieder Diebe auf Beutezug. Die Bewohner greifen zu ungewöhnlichen Massnahmen.

Als Alice Antony morgens aus dem Bett stieg und die Treppe hinunterlief, wehte ihr ein kalter Hauch entgegen. Die Vordertüre stand offen und auf dem Küchentisch lagen mehrere Schubladen.

Während Alice und ihr Mann Moritz im oberen Stock geschlafen hatten, durchsuchten Einbrecher das Erdgeschoss nach Wertgegenständen. Das Haus der beiden liegt idyllisch im abgelegenen Gebiet Kastel in der Thiersteiner Gemeinde Himmelried. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein Wald und eine grössere Wiese, über welche die Diebe wohl flüchteten.

Ehering weg am Hochzeitstag

Damals seien die Einbrecher noch zimperlich vorgegangen, erinnert sich Alice Antony an den April vor einem Jahr. «Wahrscheinlich, weil sie wussten, dass wir zu Hause sind und sie uns aufwecken würden», sagt die Lehrerin. Die Kriminellen liessen zwei Handys, einen Laptop, einen Fotoapparat, eine kleinere Menge Bargeld sowie einen Ehering mitgehen.

Ironischerweise klauten sie diesen ausgerechnet am Hochzeitstag des Paares.
Elf Monate später, im vergangenen März, war die Zerstörungswut grösser. Erneut verschafften sich Diebe Zutritt zum Daheim der Antonys, die seit mehr als 30 Jahren dort wohnen. «Beim zweiten Mal waren wir nicht da», erzählt Moritz Antony, «weshalb sie alles durchwühlen konnten.» Sie brachen mit Gewalt die Hintertüre auf und hinterliessen eine Spur der Verwüstung. Bei der Suche nach Diebesgut stellten sie das ganze Haus auf den Kopf. Wieder gelang es ihnen, Elektronik, Schmuck und Bargeld zu erbeuten.

Bevor er nach Hause kam und den Schaden sah, war Moritz Antony im nahe gelegenen Kaltbrunnental von einem Polizisten darauf angesprochen worden, dass wieder Einbrecher unterwegs seien. In diesem Jahr wurden in der 950-Seelen-Ortschaft im Schwarzbubenland bereits 26 Einbrüche verzeichnet. Im vergangenen Jahr waren es gesamthaft 17 gewesen. Im Dorneck-Thierstein stelle man eine Häufung von Einbrüchen derzeit vor allem in Himmelried, Bättwil und Hofstetten-Flüh fest, schreibt Andreas Mock, Leiter Kommunikation und Medien bei der Solothurner Polizei, auf Anfrage.

«Einzelne Gebiete sind aufgrund ihrer geografischen Lage stärker im Fokus.» Er betont aber auch, dass in den letzten Jahren die Zahl der Einbrüche im Dorneck-Thierstein insgesamt zurückgegangen sei. In der ersten Jahreshälfte lasse sich hingegen wieder ein leichter Anstieg feststellen. Bei den mutmasslichen Einbrechern, die in der Region angehalten wurden, sowie bei der identifizierten Täterschaft fänden sich viele Personen aus Osteuropa.

Haus soll kein Gefängnis werden

Aufgrund der vielen Einbrüche in Himmelried organisierte die Solothurner Polizei im Dorf kürzlich eine Informationsveranstaltung, an der rund 100 Einwohner teilnahmen. «Unser Sicherheitsberater ist seither wöchentlich im Schwarzbubenland», erklärt Polizei-Sprecher Mock. Das Interesse der Himmelrieder Bevölkerung für die persönliche Sicherheitsberatung sei stark gestiegen.

Die negativen Erfahrungen, die viele in der Schwarzbuben-Gemeinde mit Einbrechern machen mussten, haben Folgen. «Es ist so, dass alle mehr Acht geben als früher», stellt Moritz Antony fest. Fahren er und seine Frau für längere Zeit weg, schauen die Nachbarn zum Rechten. «Dasselbe machen wir bei ihnen, wenn sie nicht da sind.» Eine weitere Nachbarin habe angeboten, ebenfalls hin und wieder nachzusehen, ob alles in Ordnung ist.

An ihrem Haus haben die Antonys nach den Einbrüchen Bewegungsmelder installiert und an den Türen befinden sich seither Schrillalarme. «Zudem schliessen wir nun konsequent ab», sagt Alice Antony. Früher habe man einen eher lockeren Umgang mit Sicherheit gehabt, gibt sie zu. Sie wolle aus ihrem Haus jedoch kein Gefängnis machen. «Das würde meine persönliche Freiheit stark einschränken.» Nichtsdestotrotz sei ihr ab und zu schon ein bisschen mulmig zumute, wenn sie alleine zu Hause ist.

Auch wenn sich viele Himmelrieder Gedanken darüber machen, wie sie ihr Zuhause schützen können, geht wohl keiner so weit wie Gilbert Oberson. Nachdem bei den Nachbarn eingebrochen wurde, klebte er auf den Briefkasten ein Plakat, auf das er auf Rumänisch schrieb: «Achtung! Hier verlierst du deine Finger.» Es sei aber nur ein Gag gewesen und er habe es nach wenigen Stunden wieder entfernt.

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