Er ist jünger geworden. Eindeutig. Das neue Jahr- und Heimatbuch «Dr Schwarzbueb» kommt nicht nur im frischen Gewand daher. Nein, auch beim Inhalt macht sich ein frischer Wind bemerkbar. Neu blickt der «Schwarzbueb» auf das vergangene Jahr zurück. «Für mich war klar, dass eine Chronik einfach dazugehört», erklärt alt Regierungsrat Klaus Fischer, der zusammen mit dem Autor Thomas Brunnschweiler neu die Redaktion leitet. Der Jahresrückblick erzählt unterhaltsam aus allen Bereichen des Lebens im Schwarzbubenland. Richtig, richtig lustig sind dabei die Kommentare in Versform, die manche Nachrichten abschliessen.

Vorgestellt wurde der neue «Schwarzbueb» an einer öffentlichen Vernissage in Mariastein vor 50 Interessierten. Verlagsleiter Thomas Kramer verabschiedete dabei Ulla Fringeli, welche die Redaktion des Heimatbuches 25 Jahre lang geleitet hatte. Dabei sei Fringeli nicht nur den Spuren von «Schwarzbueb»-Gründer Albin Fringeli gefolgt, sondern habe selber grosse Fussstapfen hinterlassen. Flugs ernannte Kramer die Kalenderfrau Fringeli charmant zur «Mutter des ‹Schwarzbueb›». Fringeli fiel der Abschied aus der Redaktionsleitung schwer, doch nach ihrem 80. Geburtstag sei ihr klar gewesen, dass sie die Redaktion nicht weitere 25 Jahre werde leiten können. Ganz ausgeschieden ist sie nicht. Sie wird weiterhin im Beirat tätig sein und mithelfen, das Thema des nächsten Heimatbuches zu entwickeln.

Der Abt griff in die Tasten

Das diesjährige Schwerpunktthema des Jahr- und Heimatbuches ist «Wunder, Geheimnisse, Spukgeschichten», hervorragend illustriert mit Collagen des Kleinlützler Fotokünstlers Martin Staub. Wie wohl wenige ist Staub immer unterwegs: sowohl im städtischen Bereich als auch zu Fuss oder mit dem Fahrrad in der Natur des Schwarzbubenlandes. Diese Vertrautheit und doch auch der Abstand machen solche eindrücklichen Bilder möglich.

«Dr Schwarzbueb» zieht die Leserschaft gleich mit drei Gruselgeschichten in den Bann. Da lohnt es sich, die Lektüre auf den Abend zu verschieben, den Schwedenofen anzufeuern und dabei an einem geistigen Getränk zu nippen. Der Nunninger Markus Gasser erzählt in eindringender, allumfassender Kaminfeuer-Manier von einer wahren, unheimlichen Tragödie, die sich in den 30er-Jahren in Beinwil zugetragen hat. Und das im astreinen, gepflegten Nunninger Dialekt. Darauf kann man sich verlassen, denn Gasser, bekannt aus der Radiosendung «Schnabelweid», ist renommierter Dialektforscher.

Von Wundern berichtet Abt Peter von Sury. Kurz und kurzweilig kann man nachlesen, wie das eigentlich genau war mit den zwei Fallwundern von Mariastein. Und ungemein spannend: Man kann sich selber Gedanken über heutige Wunder machen. Für einmal kann man auch einen tiefen Gwunder stillen. Man erfährt endlich zwei Geschichten, die hinter den vielen Gelübdetafeln in Mariastein stecken.

«Dr Schwarzbueb» Per Türverkauf und an diversen Kiosken und Buchläden der Region. Preis: 16 Franken. Das Jahrbuch kann zudem via die Mailadresse kontakt@schwarzbueb.ch bestellt werden (zuzüglich 3 Franken Versandgebühr).