«Am Anfang wollte ich alles weghaben, aber dann habe ich meinem Mann zuliebe weitergemacht.» Alba Blom sitzt am Tisch in ihrem Wohnzimmer in Fehren. Ihre Haare sind weiss und kinnlang, ihre Augen sind hell und wach.

Alba Blom ist die Betreiberin des Landpostmuseums Schwarzbubenland in Fehren. Auf dem Dachboden in ihrem mehr als 100 Jahre alten Haus lagern Erinnerungsstücke an vergangene Zeiten, in denen der Postbote die Briefe noch mit dem Velo oder dem Schlitten von Haus zu Haus transportierte. Uniformen, Schilder, Fahrpläne und kleine Modellfahrzeuge: Sie alle zeigen, was für eine wichtige Rolle die Post in der Vergangenheit für die Menschen spielte.

Auch für Alda Blom. Sie arbeitete in der Poststelle in Fehren, ihr Mann Erich war Postbote. In seiner Freizeit sammelte er alles, was mit der Post zu tun hatte. Schliesslich waren so viele Stücke zusammengekommen, dass das Ehepaar Blom auf ihrem Dachboden in Fehren ein Museum eröffnete: das Landpostmuseum. Seitdem sind regelmässig Besucher zu Gast. Zu Beginn führte Erich Blom durch die Ausstellung, nach seinem Tod übernahm seine Frau diese Aufgabe. Aber was passiert mit dem Landpostmuseum, wenn sie sich nicht mehr darum kümmern kann?

Alba Blom vertraut auf ihre Kinder. Ihr Sohn und ihre Tochter hätten sich bereit erklärt, sich um die Sammlung zu kümmern. «Was sie genau planen, weiss ich zwar nicht. Ich bin aber sicher, dass sie etwas Gutes damit anfangen.»

Museumsverbund könnte helfen

Das Landpostmuseum im Schwarzbubenland ist dem solothurnischen Museumsverbund angeschlossen. Dem Verbund ist bekannt, dass die Zukunft des Museums offen ist, wie Präsident Lukas Walter erklärt. «Wir waren mit Frau Blom in Kontakt und haben ihr angeboten, sie bei der Suche nach einer Lösung zu unterstützen. Falls sie Hilfe benötigt, kann sie sich an uns wenden.»

Es komme regelmässig vor, dass sich Museumsbesitzer bezüglich einer Nachfolgeregelung an den Verbund wenden. «Dann leisten wird Hilfe zur Selbsthilfe», so Walter. Der Museumsverbund hat zwar keine Möglichkeit, die Museen mit grossen finanziellen Beiträgen zu unterstützen oder eine Nachfolge für ein Museum zu suchen. Aber in Beratungen informieren Mitarbeiter des Verbunds die Museumsbesitzer darüber, wie sie ihre Sammlung am besten erhalten können.

Ein wichtiger Punkt für den Fortbestand ist, dass ein Museum nicht nur von einer einzigen Person getragen wird. «Falls dieser Person etwas passiert, geht sehr viel Know-how und Geschichte verloren», erklärt Walter. «Wir empfehlen kleinen Museen deshalb, dass sie einen Verein und eine Stiftung gründen und ihre Sammlung und die Geschichten dazu sorgfältig dokumentieren.» Ein Verein oder eine Stiftung klären ausserdem die Besitzverhältnisse. «So wird sichergestellt, dass die Erben eine Sammlung nicht einfach billig verscherbeln oder wegwerfen können.»

Natürlich kann auch ein Verein sich dazu entschliessen, eine Sammlung aufzulösen. Etwa, weil der Aufwand für den Unterhalt zu gross wird oder das Gebäude, indem die Sammlung steht, nicht mehr benutzt werden kann. Dann hilft der Verbund bei der Überführung von Teilen der Sammlung in andere Museen. «Natürlich ist es schade, wenn eine Sammlung aufgelöst wird. Aber es ist besser, als wenn ein Museum nicht mehr mit Liebe und Leidenschaft geführt wird.»

Kanton vermittelt Kontakte

Dabei kann auch das Solothurner Amt für Kultur und Sport helfen: «Auf Wunsch versuchen wir, Kontakte zu anderen Institutionen zu vermitteln, die möglicherweise Interesse an einem Teil der Sammlung haben könnten. Dass kaum je eine Sammlung vollständig übernommen werden kann, liegt in der Natur der Sache», so Eva Inversini, Leiterin des Amts für Kultur und Sport. Für das Landtagsmuseum zeichnet sich bereits eine mögliche Lösung ab, falls es nicht mehr weitergeführt wird: Das Museum für Kommunikation in Bern bekundet Interesse daran, einige Stücke zu übernehmen. «Das von Erich Blom aufgebaute Landpostmuseum ist dem Museum für Kommunikation bekannt», schreibt Karl Kronig, stellvertretender Direktor und Leiter Sammlung, auf Anfrage der bz. «Teile der Sammlung könnten für unser Museum von Interesse sein.»