Standort-Krach

Bizarrer Streit im Schwarzbubenland – ein Dorf zofft sich um seinen Werkhof

Bruno Maggi (links) und Daniel Baumann beim möglichen Standort am Zacherweg.

Hier könnte der Werkhof dereinst stehen

Bruno Maggi (links) und Daniel Baumann beim möglichen Standort am Zacherweg.

In Nuglar-St.Pantaleon ist ein handfester Streit entbrannt. Um eine Lösung zu finden, ist noch viel Diplomatie nötig.

In einem Punkt sind sich die Streithähne in Nuglar-St.Pantaleon einig: Die Gemeinde im Schwarzbubenland braucht einen Werkhof. An nicht weniger als zehn Orten im Dorf sind heute die Einrichtungen der technischen Dienste verteilt.

Unterschiedliche Ansichten bestehen hingegen über den Standort und die Grösse des Werkhofs. Gegen die Pläne des Gemeinderats, die Anlage auf Landwirtschaftsland im Gebiet Säuler am Ortseingang zu bauen, regte sich Widerstand aus der Bevölkerung. Rund 400 Stimmberechtigte unterschrieben eine Petition, in der sie ihr Missfallen über den angedachten Standort zum Ausdruck brachten. In einem vor wenigen Tagen in alle Briefkästen in der Gemeinde gesteckten Flyer äussern sie weitere Kritikpunkte: Der Gemeinderat soll sein Vorgehen demokratisch legitimieren lassen. Ebenso möchte man einen Werkhof, der zum Dorf passe, ohne das Ortsbild zu zerstören und Ackerland zu opfern.

«So gross wie nötig, aber so klein und fein wie möglich»

Der Interessensgemeinschaft, die sich gegen einen Werkhof im Gebiet Säuler einsetzt, gehören mit Bruno Maggi und Hans Peter Schmid zwei ehemalige Gemeindepräsidenten von Nuglar-St.Pantaleon an. «Der vom Gemeinderat geplante Werkhof ist in unseren Augen zu gross dimensioniert», sagt Bruno Maggi. Ein zukünftiger Werkbau solle so gross wie nötig, aber so klein und fein wie möglich sein.

Im Schreiben an die Einwohnerinnen und Einwohner heisst es zu den Dimensionen: «Wir fürchten: Die vom Gemeinderat gewählte Strategie stellt die Weichen in Richtung Werk-Infrastruktur einer Gemeinde wie Laufen, Dornach und Arlesheim.» Ein Vorwurf, den Gemeindepräsident Daniel Baumann nicht auf sich sitzen lassen möchte: «Der Werkdienst ist bei uns deutlich kleiner. Personell bleibt er so, wie er heute ist.» Die Räumlichkeiten müssten verhältnismässig und wirtschaftlich sein.

Aufgrund des Protestes gegen den angedachten Standort ging der Gemeinderat über die Bücher. Er setzte eine Begleitgruppe ein, der auch zwei Mitglieder der Interessensgemeinschaft angehörten. «Die Begleitgruppe hat dem Gemeinderat drei mögliche Standorte für einen Werkhof empfohlen», sagt Baumann.  Nach weiteren Abklärungen hätten sich zwei davon als tauglich herausgestellt: Einerseits das altbekannte und kritisierte Gebiet Säuler an der Liestalerstrasse. Andererseits ein Areal am Zacherweg, das sich auch am Ortseingang befindet, aber weniger exponiert liegt. «Diese beiden Standorte sind für den Gemeinderat gleichwertig», so der Gemeindepräsident. Bei beiden Standorten gebe es jedoch Grundeigentümer, die der Gemeinde ihr Land nicht verkaufen wollen. Man stehe mit diesen aber in Verhandlungen.

Werkhof am Zacherweg könnte Kompromiss sein

Gegen einen Bau des Werkhofs am Standort Zacherweg hätte die Interessensgemeinschaft grundsätzlich nichts. «Unsere Kerngruppe könnte diesem Standort zustimmen, wenn der Werkhof nicht zu gross wäre», erklärt Bruno Maggi. Es sei nun für die Bevölkerung wichtig, über das Ausmass der Anlage informiert zu werden. Und die Einwohner sollten unbedingt die Möglichkeit haben, über die Grösse und den Standort des Projektes abzustimmen.

Gemeindepräsident Daniel Baumann stellt diesbezüglich klar: «Gemäss Kantonsgesetz liegt der Entscheid beim Gemeinderat.» Wegen des Widerstands erwägt der Gemeinderat, an einer Gemeindeversammlung eine Konsultativabstimmung durchzuführen. Wann sie stattfindet, sei aufgrund von Corona noch nicht klar. Eines sei jedoch sicher: «Wir rechnen mit mehreren hundert Teilnehmern.»

Meistgesehen

Artboard 1