Konzert

Alma bringen beseelte Volksmusik nach Liestal

Kommen nach Liestal: Alma

Kommen nach Liestal: Alma

Das österreichische Quintett Alma gastiert am Freitag in der Kulturscheune. Es zählt zu den Vorreitern einer zeitgenössisch-alpinen Musik.

Die Musik der Alpen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten immer mehr zur Welt hin geöffnet. Man spricht in Österreich und der Schweiz, in Südtirol und Bayern von einer «Neuen Volksmusik», die einen frischen, kosmopolitischen Anstrich hat. Ihre Wurzeln baut diese Generation aber dennoch raffiniert in neuartige Klangwelten ein. Alma heissen die österreichischen Protagonisten dieser zeitgenössischen Töne.

Das Quintett – vier Frauen an Gesang, Geigen, Akkordeon und Kontrabass sowie ein Mann an einer dritten Geige – nennt sein neues Programm «Oeo» und greift damit augenzwinkernd einen Jodel-Laut auf. «Es steht für das Morphen eines traditionellen Wortes», sagt Geigerin Julia Lacherstorfer. «Solche Laute zu formen, das liegt uns von der Stimme her nahe, es ist einfach ein urbaner Jodler, der aber genauso inspiriert sein könnte von einem Vocoder-Sound.»

Die Volksmusik Österreichs sei für die meisten Bandmitglieder wie eine Bibliothek, die sie abrufen können, von Kindheit seien sie mit ihr vertraut gewesen, so die Violinistin. «Das ist unsere Seelenmusik», bestätigt auch Akkordeonistin Marie-Theres Stickler.

Kompakter, inniger Sound

Alma sind nicht beim rein Traditionellen stehen geblieben. Eine erdige Polka, nordisch angehaucht, bekommt urplötzlich einen bluesigen Anstrich. «Traditionelle alpine Volksmusik hat ja den Ruf, immer lustig und fröhlich zu sein. Aber wenn man dann hinter die Kulissen schaut und reingeht ins Repertoire, ist so viel Blues drin», sagt Stickler. «Uns ist wahnsinnig wichtig, dass man das spürt in unserer Musik.»

Der kompakte und zugleich innige Sound der drei Geigen, den sie aus den Traditionen Oberösterreichs und Salzburgs übernommen haben, lässt da fast schon spirituelle Tiefe aufkommen. Die leisen Stellen werden konterkariert durch tänzerische Ausgelassenheit, die öfters auf die Fiedelmusik Skandinaviens verweist.

Sich selbst sehen die fünf eher als alternatives Kammermusik-Ensemble, nennen als weitere Inspirationen das Kronos Quartet oder den estnischen Mystiker Arvo Pärt. Doch ganz gleich, welche geografische Ecke sie ansteuern: Immer hat neben dem Innovationswillen bei Alma alles viel Seele – die romanische Bedeutung ihres Bandnamens.

Kulturscheune Liestal. Freitag, 17. November, 20.30 Uhr.

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