Linie 11

Aescher Tramschlaufe soll weg – SP-Landrat fordert Verlängerung des Trams an den Bahnhof

Das 11er-Tram wendet bei der Tramschlaufe im Aescher Dorfzentrum.

Das 11er-Tram wendet bei der Tramschlaufe im Aescher Dorfzentrum.

Der SP-Landrat Jan Kirchmayr fordert die Verlängerung des Trams an den Bahnhof. Der Kanton Baselland zeigt sich offen.

Die Situation dürfte Bewohnern und Besuchern der Gemeinde Aesch bekannt vorkommen: Will man vom Bahnhof aus auf das Tram der BLT-Linie 11 umsteigen, muss man erst zu Fuss 600 Meter hinter sich legen. Denn das Tram der Linie 11 fährt nur bis «Aesch Dorf», die Endhaltestelle, bevor es auf der Tramschlaufe wendet und sich wieder auf den Weg Richtung Reinach macht. Das soll sich ändern, findet SP-Landrat Jan Kirchmayr. Die Regierung solle eine Verlängerung der Linie 11 bis zum Bahnhof Aesch prüfen, fordert Kirchmayr mit einem Postulat, dass er morgen Donnerstag im Baselbieter Parlament einreicht.

Platz für attraktiveres Zentrum

«Die Tramschlaufe mitten im Dorf ist nicht sehr ästhetisch und lädt nicht zum Verweilen ein», erklärt der in Aesch wohnhafte Landrat. Die Wendeschlaufe stehe im Dorfzentrum auch weiteren Planungen für ein attraktiveres Dorfzentrum im Weg. Würde die Linie verlängert, könnte die Schlaufe aufgehoben und durch eine einfache Haltestelle ersetzt werden. Weiter könnte der Bahnhof durch die Verlängerung zu einem wichtigen Umsteigeknoten werden, argumentiert Kirchmayr. Letztlich würde das Entwicklungsgebiet Aesch-Nord profitieren, da es umsteigefrei an den Bahnhof angeschlossen würde.

Eine Realisierung der Idee sieht Jan Kirchmayr nun als optimal, da der Durchstich Pfeffingerring und der Vollanschluss der A 18 in Aesch zu einer Verkehrsentlastung führen könne. «Wenn es im Dorfzentrum weniger Verkehr gibt, besteht die Möglichkeit, die Linie bis zum Bahnhof zu ziehen», sagt er. Denn seiner Vorstellung nach würde die verlängerte Linie an der Hauptstrasse und danach im Gemischtverkehr der Bahnhofstrasse entlang bis zum Bahnhof führen. Ein Vorteil sei, dass die Gemeinde bereits Liegenschaften an der Abzweigung Hauptstrasse/Pfeffingerstrasse/Bahnhofstrasse erworben habe.

Dass die Umsetzung baulich möglich sei, könne er sich gut vorstellen. «Es bräuchte sicher einige bauliche Massnahmen an der Brücke, aber ich denke, dass das geht», führt Kirchmayr aus. Es sei nun aber am Kanton, dies zu klären und eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen. Daher beauftragt er den Regierungsrat, neun Punkte zur Verlängerung der Linie zu prüfen. Darunter finden sich die Kosten einer Verlängerung, eine Mitfinanzierung des Bundes sowie der Realisierungshorizont.

Umstände müssen sich ändern

Auch beim Kanton ist die Verlängerung der Linie 11 ein Thema, wie Verkehrsplaner Daniel Schoop auf Anfrage bestätigt. Schoop ist für die Studie «Tramnetz 2040» zuständig. In der Studie habe man die Linien und Infrastrukturen in drei Kategorien unterteilt. Es gibt diejenigen, die dem «Zielbild 2040» entsprechen und in die Planung aufgenommen wurden sowie solche, die verworfen wurden.

In der dritten Kategorie, dem Projektspeicher, befinden sich Projekte, die in den anderen beiden keinen Platz gefunden haben. «In diesem Projektspeicher ist die Verlängerung der Linie 11 in Aesch», erklärt Schoop. Grundsätzlich stehe der Kanton dem Projekt positiv gegenüber. Aber: Aus dem Projektspeicher und in die Planung kann es die Verlängerung nur schaffen, wenn sich die Umstände ändern. «Wenn die Gemeinde beispielsweise die Zentrumsentwicklung vorantreiben möchte», erklärt Schoop.

In der Umsetzung der Idee sieht Schoop Vor- und Nachteile. «Aesch wäre besser erschlossen und die Anbindung an die S-Bahn wäre auch ein Vorteil», sagt er. «Auf der anderen Seite haben wir die Erfahrung gemacht, dass am Linien-Ende ein geringeres Nachfragepotenzial besteht.» Ob und wie eine Verlängerung baulich realisierbar wäre, kann der Verkehrsplaner noch nicht einschätzen. «Wir stehen ganz am Anfang des Prozesses.» Schoop sieht vor allem zwei technische Knackpunkte: «Die Linie müsste entlang der Hauptstrasse geführt werden. Und zum Bahnhof gibt es eine steile Steigung.»

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Autor

Kelly Spielmann

Kelly Spielmann

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