Autobrand
Zivilfahrzeug der Basler Polizei brennt aus: Linksextreme bekennen sich zum Brandanschlag

Linksextreme bekennen sich in einem Schreiben dazu, ein Zivilfahrzeug der Basler Kantonspolizei angezündet zu haben. Der Autobrand von Sonntagnacht ist der jüngste Anschlag einer Reihe von Sachbeschädigungen, Autobränden und Einschüchterungen.

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In der Nacht auf Sonntag brannte in der General Guisan-Strasse ein Zivilfahrzeug der Polizei aus.

In der Nacht auf Sonntag brannte in der General Guisan-Strasse ein Zivilfahrzeug der Polizei aus.

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In der Nacht auf Sonntag ist ein ziviles Fahrzeug der Basler Kantonspolizei ausgebrannt. Ob es Brandstiftung war, will die Polizei nicht bestätigen. Jedoch ist ein Bekennerschreiben auf einer Webseite der Linksradikalen-Szene aufgetaucht. Darin steht: «Auch dieses Feuer steht im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Ausbau des Bässlerguts.»

Weiterer Autobrand in Johanniterstrasse

Ein weiterer Autobrand wurde der Basler Polizei in der Nacht auf Montag gemeldet. Ein Anwohner hatte um 1.30 Uhr den Brand eines Autos auf einem öffentlichen Parkplatz an der Johanniterstrasse bemerkt, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mitteilte. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Ob der Brand in Zusammenhang mit dem ausgebrannten Zivilfahrzeug der Basler Polizei steht, sei in Abklärung.

Die Linksradikalen haben sich dem Kampf gegen den Neubau des Bässlergut Gefängnis' verschrieben. Vor mehreren Monaten haben sie eine Liste der beim Neubau involvierten Firmen veröffentlicht und zu Randalen aufgerufen. Auf der Liste befinden sich die involvierten Baufirmen, Architekten und die Privatadresse des Basler Sicherheitsdirektors Baschi Dürr (FDP).

Ein Teil der Liste wurde bereits abgearbeitet. So ging ein Transportfahrzeug einer Basler Sanitärsfirma am 29. Mai direkt vor der Haustüre von Sicherheitsdirektor Baschi Dürr in Flammen auf. Zwei Wochen später wurde die Fassade am Einfamilienhaus eines Basler Brandschutzexperten verschmiert. Und am 27. Juni brannte ein Implenia-Transporter im Zürcher Kreis 3.

Alle drei Firmen stehen auf der Liste und alle drei Taten wurden von den Linksextremisten für sich reklamiert. Bereits am 19. Mai wurde auf der Bässlergut-Baustelle ein Bagger angezündet, ein zweites Fahrzeug fing ebenfalls Flammen. Und im April sollen die Pneus mehrerer Autos von Implenia-Geschäftsführern plattgestochen worden sein. Und nun ging am Wochenende ein Zivilfahrzeug der Kantonspolizei Basel-Stadt in Flammen auf.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat zunächst lediglich wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung ermittelt, weil die Liste nicht als öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit angesehen wurde. Das hat sich mit einem weiteren, expliziteren Blogeintrag geändert. Anfang Juli bestätigt Sprecher Peter Gill gegenüber der «Schweiz am Wochenende», dass ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Gleichzeitig würden die einzelnen Verfahren wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung weiterlaufen.

Die Linksextremisten wollen ihre Liste weiter abarbeiten. So jedenfalls lässt sich die Grussformel des Bekennerschreibens interpretieren. Dort steht am Schluss «Auf einen heissen Herbst.» (zam)