Was wäre Silvester ohne das prickelnde Glas Schampus oder Prosecco, mit dem um Mitternacht klirrend auf das neue Jahr angestossen wird. Doch welches «Sprudelgetränk» ist das richtige für diesen Anlass und wie viel Geld muss man tatsächlich für einen guten Prosecco ausgeben? 

Nachdem sich die Redaktion vor Weihnachten aufgemacht hatte, auf dem Basler Weihnachtsmarkt die Qualität des Glühweins unter die Lupe zu nehmen, steht mit Silvester das nächste Fest an, bei dem Alkohol eine nicht ganz untergerodete Rolle spielt. Damit Sie nicht mit einer Enttäuschung ins neue Jahr starten müssen, haben wir für Sie ein paar Flaschen Prosecco geöffnet. Falls Sie sich fragen, wieso wir keinen Champagner getestet haben – das haben wir uns schlicht weg nicht leisten wollen. 

Bei unserem Prosecco-Test haben wir uns stichprobenartig für vier Flaschen entschieden. Wir haben jeweils einen teuren und einen billigeren Prosecco beim Fachhändler Paul Ullrich und beim Discounter Aldi eingekauft. Dabei haben wir die Schaumweine auf ihr Preis-Leistungs-Verhältnis, ihren Geschmack und ihr Aussehen geprüft. Kann der teure Prosecco vom Fachhändler wirklich überzeugen oder macht am Ende doch der Billig-Wein aus dem Discounter das Rennen? Und wie immer gilt, Geschmäcker sind verschieden.

Die getesteten Proseccos

  • Prosecco Frizzante DOC für 4.49 Franken bei Aldi
  • Raphael Dal Bo Bio Prosecco Spumante Extra Dry DOC für 12.99 Franken bei Aldi 

  • Prosecco DOCG Valdobbiadene – La Riva dei Frati für 14.90 Franken bei Paul Ullrich
  • Prosecco DOCG Valdobbiadene Vecchie Viti brut für 32 Franken bei Paul Ullrich

Der Geschmackstest

«Hellgold in der Farbe, mit blumig-fruchtigem Aroma und einem harmonisch-eleganten Geschmack.» So wird der günstigste Prosecco unseres Tests angepriesen. Die Beschreibung finden wir dann aber doch etwas übertrieben. Schon das Öffnen der Flasche frustriert. Denn einen knallenden Korken sucht man hier vergebens. Der Tropfen kommt nämlich mit Drehverschluss daher. Genau so frustrierend wie das Öffnungs-Erlebnis ist auch der Moment in dem man realisiert, dass die sprudelnde Kohlensäure schon nach wenigen Sekunden aus dem Glas gewichen ist. Zurück bleibt eine schale Angelegenheit. Und genau so traurig wie das Getränk aussieht, so schmeckt es auch. Unter «harmonisch und elegant» stellt man sich wirklich etwas anderes vor. Sauer und flach beschreibt den «Frizzante» unserer Meinung nach besser. Aber was ist bei einem Kampfpreis von schlappen 4.49 Franken auch anderes zu erwarten? 

Unser Fazit: Rang 4 für den günstigsten Prosecco der Test-Reihe, was man leider auch schmeckt.

 

Beim teuerste Prosecco, den es im Discounter Aldi zu kaufen gab, fällt als erstes die intensive Perlage – ja, wir haben beim Testen auch etwas dazugelernt – auf. Der «Raphael dal Bo» sprudelt mit Abstand am längsten, prickelt jedoch für unseren Geschmack fast ein bisschen zu stark beim Trinken. In der Nase riecht der Prosecco sehr wohltuend fruchtig. Was das Getränk jedoch beim Geruch verspricht, wird beim Geschmacks-Test nicht ganz erfüllt. Auf der Zunge hat der Prosecco nämlich etwas weniger Geschmack, als nach dem Geruchs-Test angenommen. Dafür ist der Abgang wieder umso angenehmer. Obwohl der Prosecco der teuerste im Discounter war, ist der Preis von 12.99 Franken immer noch sehr günstig und für dieses Tröpfchen absolut gerechtfertigt. 

Unser Fazit: Rang 2 für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen angenehmen Geschmack.

 

Einer der günstigsten Proseccos beim Fachhändler Paul Ullrich kostet bei einem Preis von 14.90 Franken zwar mehr als der teuerste Prosecco bei Aldi, bewegt sich aber in einem ähnlichen Preissegment. Der Schaumwein schmeckt trocken und prickelt sehr angenehm. Man kann ihn sich gut in Kombination mit einem guten Essen oder zum Apéro mit Lachshäppchen vorstellen. Den herben Geschmack bemerkt man schon in der Nase, trotzdem hat der «Riva dei Frati» einen angenehmen Abgang. Bei einem Preis von knapp 15 Franken und dem erfrischenden Geschmackserlebnis kann man nichts falsch machen. Der Prosecco eignet sich perfekt zum Anstossen oder als Mitbringsel an die Silvester-Sause.

Unser Fazit: Rang 1 für die Mittelklasse-Variante, die aber auf allen Ebenen überzeugen kann.

 

Der teuerste Prosecco im Bunde ist mit 32 Franken – gekauft beim Fachhändler Paul Ullrich – immer noch für jedes Portemonnaie erschwinglich. Doch leider hält er nicht ganz, was er verspricht. In der Nase riecht er süsslich, die dezente Perlage verleiht ihm ein edles Aussehen. Bei der ersten Verköstigung erinnert er an einen Champagner – doch dann kommts: Was als «langer, harmonischer Abgang» beschrieben wird, schmeckt unseren Geschmacksnerven säuerlich. Der Abgang erinnert an vergorene Äpfel. Ein Prosecco, der den bz-Testgaumen so gar nicht mundete. Vielleicht sind wir armen Journalisten den Geschmack von teurerem Prosecco nicht gewohnt, jedoch hinterliess der «Vecchie Viti brut» einen unangenehmen Nachgeschmack. Für den doch etwas höheren Preis haben wir uns einen überzeugenderen Tropfen gewünscht.

Unser Fazit: Rang 3 für den teuersten Prosecco im bz-Test, der leider nicht hält, was er verspricht.