Nervende Insekten
Wespen lassen Basler nicht im Stich - so wehren Sie sich gegen die Plage

Wegen der heissen und trockenen Temperaturen schnellen die Wespenpopulationen in die Höhe. Die bz fühlt den Plagegeistern auf den Stachel und liefert eine Auswahl althergebrachter und neuer Hausmittelchen, wie im Falle eines Stichs zu verfahren ist.

Lukas Meili und Sabrina Sutter
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Schwarz-Gelb zu Besuch: Wespen machen vielen Baslerinnen und Baslern das Leben schwer.

Schwarz-Gelb zu Besuch: Wespen machen vielen Baslerinnen und Baslern das Leben schwer.

Auch mit einfachen Haushaltsmitteln kann man Wespenstiche behandeln

Zitronenscheiben, rohe Kartoffeln, Zahnpasta oder Backpulver – unzählige Dinge werden als Wundermittel gegen Wespenstiche angepriesen, wenn man gerade keine Salbe oder Medikamente zur Hand hat. Eine Recherche der bz zeigt, dass auch die einfachsten Haushaltsgegenstände die Schmerzen eines Wespenstiches lindern können. Ausprobieren auf eigene Verantwortung.

Würfelzucker

Wenn man ein angefeuchtetes Stück Würfelzucker auf den Stich legt, zieht dieser das Gift aus der Wunde. Diesen Tipp geben viele Internetplattformen.

Zwiebelsaft

Der Saft einer Zwiebel wirkt stark entzündungshemmend, wie man im Handbuch «Ausführliche Arzneimittellehre» von 1827 nachlesen kann.

Essig

Ein in Essig getunktes Tuch, das man auf die Wunde presst, soll Wunder bewirken. Auf www.omas-haushaltstipps.com gibt es diesen und viele weitere Tipps.

Speichel

Dieses Hilfsmittel wirkt entzündungshemmend und man hat es immer bei sich: Spucke. Schon 1803 gab das «Hülfsbuch für Stadt und Land» diesen Rat.

Ohrenschmalz

Ein alter Geheimtipp des Ratgebers «Der kleine ökonomische Hausschatz» von 1847 ist Ohrenschmalz. Honig soll eine ähnliche Wirkung haben.

Schuld daran ist das Wetter – so würden die Wespen gemäss Baur von den heissen Temperaturen und den wenigen Niederschlägen profitieren. Die Konsequenz davon: «Wenn es plötzlich mehr Wespen gibt, wird ihr Futter knapp. Sie gehen dann aggressiver auf Nahrungssuche und erscheinen den Leuten als sehr lästig», sagt Baur.

Des einen Leid...

«Die Viecher entwickeln sich ganz zu unserer Freude», sagt hingegen Frank Baumann von Anticimex. Seine Schädlingsbekämpfungsfirma entfernt seit Anfang Juli pro Woche schweizweit jeweils «durchschnittlich hundert Wespennester», wie er sagt. Zunächst prüfe man, ob das Nest wirklich weg müsse. «Wenn es weit weg von Sitzplätzen oder Kinderzimmern hängt, lassen wir es manchmal auch hängen.» Ansonsten macht man offenbar kurzen Prozess und tötet das Wespenvolk mit Insektizid. «Umsiedlungen machen wir nicht», sagt Baumann.

Das gleiche Vorgehen hat auch die Basler Feuerwehr. Sie kümmert sich von Behördenseite her um Wespennester in der Stadt. «Während wir Bienen einem Imker übergeben können, ist das mit Wespen nicht möglich. Deshalb werden die Nester vernichtet», sagt Martin Schütz, Mediensprecher des Sicherheitsdepartements. Er betont jedoch, dass Wespen entgegen der gängigen Meinung wichtig für das Ökosystem sind. Dies bestätigt auch Biologie-Professor Baur: «Sie regulieren den Bestand anderer Insekten und sorgen dafür, dass sich gewisse Arten nicht plötzlich explosionsartig vermehren.

Ruhig bleiben – und Falle bauen

Frank Baumann rät derweil, bei einem plötzlichen Wespenangriff am Grillabend möglichst ruhig zu bleiben – und eine Falle zu bauen. Und das geht so: «Schneiden Sie von einer Pet-Flasche den oberen Drittel weg, füllen Sie den unteren Teil mit Sirup und einigen Tropfen Spülmittel, und legen Sie den oberen Teil umgekehrt wieder drauf.»

Sollte es dennoch zu einem Stich kommen, hilft die Kühlung der Stelle gegen den Schmerz, sagt Oliver Brandt, Oberarzt und Allergie-Experte am Basler Unispital. «Gegen das Gift helfen Kortisoncreme oder Antihistaminika.» Sobald eine Schwellung einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern aufweist, könnte es sich um eine Allergie handeln, sagt Brandt. Eine solche sei oft von Atemnot, Schluckbeschwerden, Schwindel oder Übelkeit begleitet. Hier hilft nur der Gang ins Spital.

Allergiker müssen sich indes vorsehen: «Die Wespen stehen auf der Gewinnerseite der Klimaerwärmung», sagt Biologie-Professor Baur. «Sie haben einen klaren Vorteil, wenn es wärmer und trockener wird.» Unter diesen Umständen hilft am Grillabend nur eines: Der Sprung in den Rhein.

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