Verkehr

Weg frei! Das Gundeli verlangt eine neue SBB-Veloquerung

Blick auf das westliche Gleisfeld des Bahnhofs SBB (gelb). Die gestrichelte Linie markiert eine mögliche Fussgänger-Velobrücke.

Blick auf das westliche Gleisfeld des Bahnhofs SBB (gelb). Die gestrichelte Linie markiert eine mögliche Fussgänger-Velobrücke.

Das Gundeldingerquartier ist eines der grössten Quartiere von Basel, doch bleibt es durch die Gleise der SBB weitgehend abgeschnitten von der Innenstadt. Das soll sich ändern.

Das Gundeldinger-Quartier ist knapp nach dem St. Johann das zweitgrösste von Basel-Stadt – und es steckt hinter den Geleisen des Bahnhofs fest. Zumindest verkehrstechnisch, denn obwohl es einige Velo- und Fussgängerquerungen in die Innenstadt gibt, sind sie alle mit Einschränkungen verbunden. Das sagt auch Barbara Buser, eine der bekannten Architektinnen der Stadt, die unter anderem die Umnutzung der Markthalle herbeigeführt hat.

Kommt hinzu: Für praktisch alle dieser Übergänge sind Umbauten vorgesehen, doch deren Realisierung liegt noch in ferner Zukunft. Die Margarethenbrücke soll generalüberholt und – wenn es nach Architekt Pierre de Meuron geht – zu einem Platz ausgebaut werden. Der Mega-Neubau Nauentor an der Postpassage bei der Peter-Merian-Brücke muss erst noch entstehen, die Gundeli-Passage von der Hochstrasse zur Peter-Merian-Anlage ist so eng, dass sie kaum nennenswert ist, und die Münchensteinerstrasse beim Grosspeter wird von derart vielen Verkehrsteilnehmern genutzt, dass die Bezeichnung «Veloweg» eher übertrieben ist.

Anschluss fürs Veloquartier

Das soll sich jetzt ändern. Buser hat am Dienstag als Vorstandsfrau im Namen der «Neuen Gruppe Bahnhof» eine Petition lanciert, die eine neue Veloverbindung vom Gundeli zur Innenstadt verlangt. Und zwar an jenem Ort, wo die SBB ohnehin eine provisorische Fussgängerquerung bauen wollen, um die Passerelle zu entlasten: im Westen des Gleisfelds, zwischen Margarethenbrücke und Passerelle. Die Petition für einen Veloweg ist deshalb nötig, weil diese Querung bis jetzt nur für Fussgänger vorgesehen ist. Nun soll eine Erweiterung geplant werden. Die Petition richtet sich ans Bau- und Verkehrsdepartement, das als Besteller bei den SBB fungiert.

«Das Provisorium soll die nächsten zehn bis zwanzig Jahre Bestand haben», sagt Buser, daher sei es unverständlich, wenn man nicht gleich eine Veloquerung einbaue. Zumal eben alle anderen Veloverbindungen mit grossen Unsicherheiten behaftet seien. Buser stellt ihre Forderung mit gutem Grund auf: Das Gundeli ist ein Quartier mit sehr hoher Velodichte, unter anderem, weil es schweizweit das Quartier mit den wenigsten Auto-Parkplätzen pro Einwohner ist. «Das ist erfreulich», sagt Buser, aber gerade deshalb sei eine veloorientierte Planung ausschlaggebend. Unterstützt wird Buser dabei von Quartiergrössen wie der CVP-Politikerin Beatrice Isler, aber auch von Exponenten der SP, welche die im Internet verfügbare Petition seit Erscheinen tüchtig teilen.

Kanton hat andere Velopläne

Die Petition steht damit allerdings quer zu dem am Mittwoch publizierten Erlass der Regierung zum Teilrichtplan Velo sowie Teilrichtplan Fuss- und Wanderweg. Dort ist der SBB-Steg im Westen gar nicht erst eingezeichnet, dafür ist die sogenannte Gleisfeldquerung Ost enthalten, wenn auch erst im Stadium der Vororientierung, also noch sehr weit weg von einer Realisierung. Ebenfalls in diesem Stadium befindet sich eine Veloquerung beim Wolf, wobei diese eher für den Dreispitz als fürs Gundeli relevant ist.

Der Teilrichtplan Velo sieht zwar auch die Zollibrücke und die Sevogelbrücke über den Rhein vor (siehe Box), der Bahnhof allerdings wird wenig entflochten. Ein Problem, das Buser angehen will: «Die Bahnhofsplanung ist ein veritables ‹Gheu›», sagt sie. Die Petition sei daher ein effektiver Schritt in Richtung einer Verkehrsentflechtung.

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