Virenbekämpfung
BVB stoppen Testbetrieb schon vor dem Start: Dem aktiven Desinfektionssystem fehlt die BAG-Zulassung

Ein spezielles Desinfektionssystem soll in einem BVB-Bus gegen Viren, Bakterien sowie Pilze wirken. Wie nun aber bekannt wurde, fehlt dafür die Zulassung. Der Start der Testphase könnte sich nun um Wochen verschieben.

Larissa Gassmann
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BVB-Projektleiter Björn Itin führte den Transpure vor etwas mehr als einer Woche vor.

BVB-Projektleiter Björn Itin führte den Transpure vor etwas mehr als einer Woche vor.

Bild: Nicole Nars-Zimmer

Mit einem stolzen Röhren wurde das neue Desinfektionssystem der Basler Verkehrs-Betriebe vor einer Woche vorgestellt. Drei silberne Kästen im Gesamtwert von über 4000 Franken sollten in einem ersten ausgewählten Bus Viren, Bakterien und Pilze mit Wasserstoffperoxid bekämpfen. Geplant war der Start des Testbetriebs noch Ende März – doch wie heute publik wurde, hat das Ganze einen Haken.

Anders als in den USA oder etwa Frankreich, wo das Gerät zum Teil schon in Einsatz ist, wird hierzulande eine Teilzulassung noch vermisst. «Im Nachgang zur Medienorientierung wurden wir via Kantonslabor vom BAG informiert, dass diese fehlt», heisst es auf Anfrage von Seiten der BVB.

Stand heute kann der Gerätetyp in der Schweiz nicht wie geplant im öffentlichen Verkehr verwendet werden. Dafür braucht es zuerst eine Bewilligung, die nur durch das BAG erteilt werden kann. Diese betrifft die Zulassung des Geräts im Rahmen der gültigen Biozidverordnung. Man bedaure, dass der Testbetrieb nicht wie geplant starten könne, so die BVB.

«Das ist normal, wenn man etwas Neues auf den Markt bringt»

Am Zug ist nun der Lieferant, die IBN GmbH. «Wir hoffen, dass wir Ende Monat eine vorläufige Bewilligung bekommen und dann mit den Tests starten können», sagt Geschäftsführer Yves Meyer. Laut ihm existieren Geräte dieser Art schon seit Jahren. Bereits jetzt werden Desinfektionssysteme wie der sogenannte Transpure im medizinischen Bereich, im Büro und auch zu Hause eingesetzt.

In den sozialen Medien aber stiess das Projekt nicht nur auf Lob. Ohne Einwilligung der Fahrzeuginsassen dürfe das Ganze nicht durchgeführt werden, hiess es etwa. Gewisse Bedenken der Fahrgäste kann Meyer nachvollziehen. «Das ist normal, wenn man etwas Neues auf den Markt bringt», sagt Meyer. «Gefährlich ist es aber in keinem Fall. Wir liegen weit unter den Grenzwerten, die im Arbeitsgesetz definiert wurden.» Nach diversen Tests und den darauf folgenden Zertifizierungen könne man davon ausgehen, dass das Ganze für Mensch und Tier unschädlich sei. Beim BAG eingereicht werden müssen nun die Erfahrungswerte dieser Messungen, wie auch die technischen Daten des Geräts. Zusammen mit den BVB wird in den nächsten Tagen ein Dossier erarbeitet.

Wie die BVB mitteilen, wird das im Bus 7026 eingebaute Desinfektionssystem derweil bereits in den nächsten Tagen entfernt. Das Fahrzeug wird wieder im Linienbetrieb eingesetzt – dann ganz ohne das typische Röhren des Desinfektionssystems.