Velospot Basel
40 Stationen mit insgesamt 100 Fahrrädern: Basel hat neue Leihvelos

Seit Mittwoch gibt es in Basel ein neues Veloverleihsystem. «Velospot Basel» startet mit 100 Velos und richtet sich an Einheimische, Pendelnde sowie Touristinnen und Touristen. Bis in einem Jahr soll auf 2000 Velos aufgerüstet werden.

Laura Pirroncello und Nora Bader
Drucken
Teilen
In Basel-Stadt kann man via «Velospot» E-Bikes oder normale Velos ausleihen.

In Basel-Stadt kann man via «Velospot» E-Bikes oder normale Velos ausleihen.

Kenneth Nars

Basel ist bekannt als Velo-Stadt. Und gleichzeitig ist Basel eine der letzten grossen Städte ohne stadteigenes Veloverleihsystem, wie man es etwa aus Paris oder Amsterdam kennt.

Rund 35 Prozent der Baslerinnen und Basler besitzen ausserdem kein eigenes Velo, wie Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller erläutert. Hier soll das neue Veloverleihsystem «Velospot Basel» Abhilfe schaffen und gleichzeitig dazu beitragen, den Anteil umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu erhöhen. Ausserdem würden Leihvelos den öffentlichen Raum entlasten, so Keller. Da sie mehrmals täglich genutzt werden, stehen weniger Velos über längere Zeit in der Innenstadt oder an Bahnhöfen.

Das neue Mietvelo im Video.

bz

Ausgeliehen und abgestellt werden können die Velos an entsprechend signalisierten Stationen von «Velospot Basel». Für den Anfang umfasst das Angebot rund 100 Velos (klassisch oder E-Bikes bis zu 25 km/h) an 40 Stationen. Gemäss Bau- und Verkehrsdepartement handle es sich bei diesen Stationen mehrheitlich um bestehende Veloabstellplätze. Bei stark nachgefragten Plätzen wie an ÖV-Haltestellen oder in Quartierzentren werden ausserdem exklusive Stationen für die Leihvelos eingerichtet. Laufend sollen dann weitere Parkplätze für die Velos geschaffen werden.

Geplant ist, bis im August 2022 das Angebot von «Velospot Basel» weiter auf 2000 Velos an 350 Stationen auszubauen. Ebenfalls angedacht sei eine Ausweitung des Angebots über die Stadtgrenzen hinaus, so François Kuonen, CEO Intermobility SA. Die seit 2013 bestehende Firma ist bereits in der Stadt Biel BE und in Ortschaften des Kantons Tessin sowie in der Westschweiz mit ihrem System «Velospot» tätig.

Das Veloverleihsystem in Basel-Stadt wird mit rund zwei Millionen Franken aus dem Pendlerfonds unterstützt.

Günstigere Tarife mit Jahresabo

Und so funktioniert's: Zum Ausleihen eines Velos registriert man sich über die Website von «Velospot» und sucht die nächste Station. Mit einem Zahlencode oder mit einer Nutzerkarte werden die Velos geöffnet. Auch mit registrierten Swatch-Uhren ist dies möglich. Bei einem normalen Velo zahlt man für eine 30-minütige Fahrt 2.90 Franken, bei einem E-Bike kosten 15 Minuten 3.80 Franken. Für regelmässige Nutzerinnen und Nutzer der Leihvelos gibt es die Möglichkeit für ein Jahresabonnement für 59 bis 199 Franken je nach Konditionen. Mit einem Jahresabonnement werden die Tarife günstiger.

Keine Helmpflicht wie bei Pick-E-Bike

Im Gegensatz zu den Velos von Pick-E-Bike besteht bei jenen von Intermobility keine Helmpflicht, da sie nur 25 Stundenkilometer schnell fahren und bereits ab 14 Jahren gemietet werden können. Bei der Anmeldung findet eine Altersprüfung statt. Der regionale Vertreter Pick-E-Bike, seit Mai 2018 im Geschäft, ging bei der Ausschreibung für das Veloverleihsystem von Basel-Stadt leer aus. Das Unternehmen wird von der Baselland Transport AG (BLT), der Primeo Energie und der Basler Kantonalbank betrieben.

Daten sammeln, um Hotspots zu eruieren

Um Hotspots, wie sei etwa beim Rheinschwimmen entstehen, zu verhindern, werden die neuen Basler Leihvelos von «Velospot» überwacht. In den nächsten sechs bis acht Monaten werden Daten gesammelt und dann via künstliche Intelligenz die Standorte eruiert und Velos wieder verteilt.

Wer also zu spät zu einer Verabredung unterwegs ist oder pendelt, wird sich über das neue Angebot freuen. Wobei auch hier gilt: Sicherheit geht vor, die Fahrtüchtigkeit muss gewährleistet sein.

Aktuelle Nachrichten