Baselworld
Uhrenbranche lässt sich von globalen Krisen nicht schrecken

Die Luxusgüterbranche glänzt trotz Japan- Krise, den Kämpfen in Libyen und Unruhen im Nahen Osten mit prall gefüllten Auftragsbüchern. Bei vielen Uhrenherstellern gehen wegen der grossen Nachfrage wichtige Bauteile zur Neige.

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Die Uhrenmesse in Basel ist offen
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Hier wird Bundesrat Didier Burkhalter (r.) und dem indischen Handelsminister Anand Sharma eine Uhr am Stand von Blancpain gezeigt
Friedrun Burkhalter schaut genau hin
Und auch ihr Mann, der Bundesrat will es wissen
Didier Burkhalter, seine Frau Friedrun und Stephen Urquhart, Präsident von Omega (v. l.)
Diskussionen am grossen Touchscreen-Tisch im Tissot-Stand
Regierungsrat Christoph Brutschin (BS), der indische Handelssekretär Anand Sharma, Messechef Rene Kamm, Bundesrat Didier Burkhalter, Jacques J. Duchene und Regierungsrat Jörg Krähenbühl (BL, v.l)
Didier Burkhalter mit Ehefrau Friedrun und Bruno Meier, CEO von Rolex (v. l) beim Rolex-Stand
Grosser Medienauflauf beim Rundgang und mitten drin Didier Burkhalter mit seiner Frau Friedrun, CEO Rene Kamm und der indische Handelsminister Anand Sharma
Bundesrat Burkalter beim Handshake mit Anand Sharma (Handelsminister Indien) und René Kamm (CEO Messe Schweiz)
Nick Hayek begrüsst Bundesrat Didier Burkhalter

Die Uhrenmesse in Basel ist offen

Keystone

Nach der Wirtschaftskrise vor gut zwei Jahren hat sich die Nachfrage nach Luxusuhren und Schmuck schneller erholt als viele Experten erwartet hatten.

Konzerne wie der weltgrösste Uhrenhersteller Swatch dürften daher auch 2011 wieder einen Grossteil der Bestellungen für das kommende Geschäftsjahr auf der weltgrössten Uhren- und Schmuckmesse Baselworld platzieren, die im Moment in Basel stattfindet.

Das Interesse an Schweizer Uhren ist seit dem vergangenen Jahr insbesondere aufgrund der Erholung in den USA und der starken Nachfrage aus den Schwellenländern kontinuierlich weiter gewachsenen. Viele Hersteller sagen zudem, dass die Unruhen im Mittleren Osten Absätze in den beiden Hauptverkaufszentren Dubai und Saudi Arabien noch nicht getroffen hätten.

Hohe Nachfrage

Die Branche expandiere derzeit so stark wie seit langem nicht mehr, sagt Marc Hayek, Chef der Swatch-Töchter Blancpain, Breguet und Jaquet Droz. Marken wie Breguet und Blancpain seien in den ersten drei Monaten des Jahres um bis zu 45 Prozent gewachsen.

Jetzt allerdings droht die Branche Opfer ihres eigenen Erfolges zu werden: Wegen der unerwartet starken Nachfrage kommen die Hersteller nicht mit dem Ausbau der Kapazitäten nach. Kunden müssen deshalb mit langen Bestellzeiten rechnen.

Zuwenig Teile

Bei vielen Uhrenherstellern gehen sogar wichtige Bauteile zu neige. Die Nachfrage sei atemberaubend, berichtet Uhrenmanager Hayek. «Selbst Lederarmbänder bekommt man nur noch schwer. Uns fehlen viele Teile», stellt er fest.

Deshalb habe ein wahrer Ansturm auf die Teile-Hersteller eingesetzt und viele Uhrenkonzerne versuchten, sich in letzter Minute Bauteile zu sichern, um so Produktionsengpässe zu vermeiden. «Wir waren nicht optimistisch genug», sagte Marc Hayek, der Enkel der Unternehmerlegende Nicolas Hayek.

Engpässe bei Werken, Blättern und Zeiger

Nach Einschätzung von Vontobel-Analyst René Weber betreffen die Versorgungsengpässe mittlerweile nicht nur Uhrwerke sondern auch Ziffernblätter oder Zeiger. Weber zufolge trifft das Problem die verschiedenen Hersteller unterschiedlich stark.

Während Swatch selbst für andere Hersteller Teile produziert, habe ein Unternehmen wie der französische Luxusgüter-Riese LVMH eine Vielzahl unterschiedlicher Marken wie TAG Heuer oder Zenith, die alle auf Zulieferungen angewiesen seien.