Tierschutz
Fütterungsstation in Basel mehrfach demoliert – eine Katze wurde tot aufgefunden

Eine Fütterungsstation für Katzen im St.-Johann-Quartier wurde kurz vor Weihnachten von Vandalen beschädigt. Es folgten zwei weitere Angriffe. Tierschützerin und Leiterin der Katzenstation Ines Zehnder macht mit einem Facebook-Post auf das Leid aufmerksam.

Aimee Baumgartner und Ali Ahmeti
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Die Katzenstation von Ines Zehnder.

Die Katzenstation von Ines Zehnder.

Juri Junkov

Das Basler St.-Johann-Quartier beherbergt seit rund sieben Jahren eine Fütterungsstation für Katzen. Diese wird von der Tierschützerin Ines Zehnder geleitet. Auf Facebook teilte sie am letzten Donnerstag mit, dass die Katzenstation einen Tag vor Heiligabend von Unbekannten demoliert wurde. Eine Katze wurde tot aufgefunden. Die Anteilnahme ist gross. Der Post wurde bislang fast 300-mal kommentiert und von über 1800 Personen geteilt. «Ich bin extrem gerührt über so viel Empathie, Anteilnahme und Mithilfe aus der Bevölkerung», schreibt Zehnder am Montag, «von Herzen sage ich euch danke.»

Die Polizei sei zum Zeitpunkt der Tat verständigt worden, doch sie sei erst später eingetroffen. «Die Polizisten kamen drei Stunden später und sie konnten nichts machen. Sie mussten sich zuerst um andere, dringendere Fälle kümmern», wird Zehnder von «20 Minuten» zitiert. Auf Anfrage der bz bestätigt Polizeisprecher Toprak Yerguz, dass die Kantonspolizei vergangenen Donnerstag wegen eines Einsatzes ausrücken musste. Da es eine Reihe von Angriffen gab, besteht die Frage, ob noch einmal etwas passieren könnte. Darauf sagt Yerguz jedoch: «Zeichnen sich in der aktuellen Lage Muster ab, die auf polizeilich relevante Entwicklungen hindeuten, fliessen diese Erkenntnisse selbstverständlich ins Einsatzdispositiv und die Patrouillentätigkeit der Kantonspolizei Basel-Stadt ein.

Die Ruhe will nicht einkehren

Doch es blieb nicht beim einen Anschlag. Erneut wurde von vorgestern auf gestern und von gestern auf heute randaliert und die Katzenstation demoliert, teilt Zehnder am Dienstagmittag auf Facebook mit. «Ich habe gestern Strafanzeige erstattet. Die Ermittlungen laufen.»

Unterdessen hat Zehnder neben der emotionalen Unterstützung auch finanzielle bekommen. Auf Facebook teilt sie mit, dass unterdessen ein Kopfgeld von 4750 Franken ausgesetzt worden ist (Stand Dienstagmittag). «Ich bin schockiert über die Gemeinheit einiger Leute und ich kann es nicht lassen ... Ich biete 1000.– Belohnung an, um diese Narren zu finden», kommentiert ein User.

Eine andere Institution blieb bisher verschont

Anders sieht es beim Tierheim an der Birs aus, das verschont geblieben sei, wie die Sprecherin Béatrice Kirn auf Anfrage sagt. «Wir haben jedoch verschiedene Überwachungsmassnahmen ergriffen, um die Personen und Tiere zu schützen.» Es habe zwar Einbrüche gegeben, jedoch sei den Tieren nie etwas Fatales zugestossen. Das Tierheim habe zusätzlich zu den Überwachungsmassnahmen auch weitere Sicherheitsschritte unternommen, denn: «In unserer Institution wurde bereits eingebrochen, aber der Zugang zu den Tieren ist nur durch Sicherheitsschleusen und verschlossenen Türen zu erreichen», so Kirn.