Detailhandel
Tiefe Besucherzahlen und stagnierter Umsatz machen dem Stücki Sorgen

Vier Jahre nach der Eröffnung ist das Shopping-Center "Stücki" in Basel noch immer nicht dort, wo es die Verantwortlichen gerne hätten. Die Besucherzahlen liegen weit hinter den angestrebten Werten, am Mieter-Mix werden weitere Korrekturen vorgenommen und der Umsatz stagniert.

Tobias Gfeller
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Das Stücki ist nach vier Jahren immer noch in der Aufbauphase
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Das Stücki hat auch leere Verkaufsflächen, da Geschäfte abgewandert sind.
Das harte wirtschaftliche Umfeld mit einem grossen Preisdruck auf den Detailhandel liess den Gesamtumsatz des Centers stagnieren.
Doch der Optimismus der Investoren scheint trotz des holprigen Starts ungebrochen.

Das Stücki ist nach vier Jahren immer noch in der Aufbauphase

Martin Töngi

Einst planten die Investoren der Swiss Prime Site (SPS) und die Leitung mit drei bis fünf Jahren Anlaufzeit, bis das Stücki Center richtig durchstarten wird. Nach vier Jahren konstatiert Center Manager Jan Tanner, dass man dem Stücki noch mehr Zeit lassen müsse. «Man konnte damals nicht mit dieser Entwicklung des Schweizer Frankens rechnen. Wir brauchen noch Zeit, um unseren Kundenstamm so aufzubauen, wie es nötig ist.» Das beweisen auch die Zahlen.

Täglich kommen durchschnittlich 10‘000 Besucher ins Stücki. Das geltende Ziel von 15‘000 wird damit noch immer verpasst. Doch Tanner bleibt optimistisch: «Unsere Besucherzahlen sind mit einem Wachstum von zehn Prozent leicht steigend. Das ist keine Explosion, aber immerhin etwas.» Das harte wirtschaftliche Umfeld mit einem grossen Preisdruck auf den Detailhandel liess den Gesamtumsatz des Centers aber stagnieren. 2012 lag dieser mit 140 Millionen Franken gleich hoch wie 2011, aber um zehn Millionen tiefer als im ersten Betriebsjahr 2010. Die sinkenden Umsatzzahlen im ersten Semester 2013 in der Modebranche trafen laut Tanner auch das Stücki.

Mode, Fingernägel und eine Handywerkstatt

Dass das Center noch immer in der eigentlichen Aufbauphase steckt, zeigen die vereinzelt leeren Verkaufsflächen. Gegen zwanzig Geschäfte kehrten dem Stücki in den ersten vier Jahren den Rücken zu. «Wir sind noch immer daran, den optimalen Mietermix zu finden», erklärt Tanner. «Es ist wie ein kleines Stücki-Puzzle, das noch nicht fertig ist.»

Mit der Umwandlung des Elektronik-Fachmarkts Saturn in einen Mediamarkt als Ankermieter sei ein wichtiger Schritt dahingehend gemacht worden. Neu kann Tanner auch die Modekette Bayard ankündigen, die auf zwei Stockwerken Marken verkauft, die es bisher im Stücki nicht gab. Für schöne Finger- und Zehennägel gibt es ab Dezember den «US Star Nails», für kaputte Smartphones die Handywerkstatt «My Phone».

Jan Tanner glaubt trotz der Tatsache, dass 80 Prozent der Besucher aus der Schweiz kommen, den idealen Standort für das Stücki in Kleinhüningen gefunden zu haben. «Die Kundenfrequenz aus dem Ausland haben wir uns natürlich anders vorgestellt», gibt Tanner zu. Dies soll sich künftig ändern. Auch Georges Böhler, seines Zeichen Präsident des Vereins «Pro Kleinhüningen», unterstützt die Pläne Tanners. «Das Entwicklungspotenzial des Quartiers wird zunehmen. Das Stücki wird irgendeinmal zu klein sein.»

Die Kunden zu Fans machen

Auch der Optimismus der Investoren scheint trotz des holprigen Starts ungebrochen. Drei Millionen Franken investierte die SPS zusätzlich in die Infrastruktur. Die neue Mall wird am Freitag feierlich eröffnet. «Die Aufenthaltsqualität orientiert sich jetzt am internationalen Standard», freut sich Center Manager Jan Tanner.

Es gibt zusätzliche Sitzgelegenheiten, die grösste Wasserwand in einem Schweizer Shoppingcenter, eine grüne Welle führt einem in die Natur, ein neues Lichtkonzept als «Lichterwald» und eine Spielwiese am Westeingang. Jan Tanner sucht das Einkaufserlebnis. «Wir wollen die Aufenthaltsqualität noch steigern und so die Kunden zu Stücki-Fans machen.»

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