Riehen
Stadtgärtnerei und Gemeinde Riehen wollen auf dem Hörnli Rehe abschiessen lassen

Der Friedhof Hörnli in Riehen ist die Heimat vieler Rehe. Der Friedhof liegt am Stadtrand und grenzt direkt an den Wald. Ideal für die wilden Rehe. Doch die Tiere verursachen immer mehr Kosten, weshalb nun einzelne geschossen werden sollen.

Laura Pirroncello
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Der Friedhof Hörnli in Riehen ist eine ideale Heimat für Rehe. Doch es werden immer mehr.

Der Friedhof Hörnli in Riehen ist eine ideale Heimat für Rehe. Doch es werden immer mehr.

Für die Rehe ist der Friedhof Hörnli die perfekte Heimat: Es gibt keine Feinde und auf den Gräbern gibt es regelmässig frische Blumen, die den Tieren als Futter dienen. Von Besuchern lassen sich die Tiere auch nicht stören. Die Rehe vermehren sich immer weiter. Mittlerweile leben 25 Böcke und Kühe auf dem Friedhofsareal.

Doch auch wenn die Anwesenheit der Tiere süss ist, verursachen sie für den Friedhof zusätzliche Kosten. Und das immer mehr. Die Gräber müssen jeweils in Stand gebracht werden und man versucht die Rehe beispielsweise mit Buttersäure davon fernzuhalten. Die Kosten rechnen sich hoch. Pro Jahr betragen sie rund 100'000 Franken.

Bestand verkleinern auch zum Wohl der Tiere

Vertreiben kann man die Tiere nicht, sie kommen immer wieder zurück. Aus diesem Grund will man nun einzelne Rehböcke schiessen. Für die Abschüsse ist aufgrund der Freidhofslage die Gemeinde zuständig. Für das Fällen einer Entscheidung sei gemäss SRF-Bericht das Wohl der Tiere im Vordergrund gestanden. Die Anzahl Rehe ist auf dem Friedhof grösser auf einer gleich grossen Waldfläche. Das führt bei den Rehen zu Stress, welcher durch einen kleineren Rehbestand vermindert werden kann.

Ein entsprechendes Abschussgesuch wurde von Riehen beim Kanton eingereicht. Denn der Friedhof liegt auf Jagdbanngebiet, das heisst, jagen ist dort verboten. Die Antwort des Basler Sicherheits- und Justizdepartements steht noch aus.

Die Rehe sind gern gesehen auf dem Friedhof

Doch die Rehe sind beliebt. Der Anblick der Tiere sowie die Gewissheit, dass die Angehörigen auf dem Friedhof nicht alleine sind, gefällt vielen. Nun hat der Tierschutzverein Hilfe für Tiere in Not eine Petition gegen der Abschuss der Rehe auf dem Hörnli gestartet. Sie sehen den Friedhof für die Tiere als den wohl letzten ruhigen Rückzugsort. In den Wäldern um Riehen gäbe es kaum einen unbetretenen Lebensraum für sie. Die Petition hat nach sieben Stunden schon über 560 Unterschriften und es werden laufend mehr.