Das Problem ist gelöst. Riehener Schüler können ab sofort wieder schwimmen gehen. Die seit Mitte November wegen Legionellenbefalls geschlossene Schwimmhalle Wasserstelzen ist wieder offen. Grund für den Befall war der unregelmässige Gebrauch der einzelnen Duschen im Gebäude.

Inzwischen sind bei den Duschköpfen zusätzliche Filter eingebaut worden. Das Kantonslabor habe aufgrund der guten Resultate bei der Prüfung der Wasserqualität das verfügte Betriebsverbot für die Duschanlagen aufgehoben, teilt die Gemeinde mit. In den nächsten Monaten werde zudem geprüft, ob weitere Massnahmen nötig sind.

Bekämpfung schwierig

Riehen ist kein Einzelfall. In der Schweiz hat die Zahl der Fälle der Legionärskrankheit 2018 erneut rasant zugenommen. Da die Ursachen sehr unterschiedlich sind und oft auch im Dunkeln bleiben, ist die Bekämpfung sehr schwierig.

Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz 567 Legionellosefälle, wie die Legionärskrankheit auch bezeichnet wird, gemeldet worden, wie aus den aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hervorgeht. Im Vorjahr waren es 490 Fälle gewesen, 2016 sogar erst 365 Fälle.

«Es handelt sich erneut um einen massiven Anstieg», sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG. Bereits im vergangenen Sommer haben das BAG und das für Massnahmen zuständige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ihre Empfehlungen zur Legionärskrankheit aufgearbeitet.

Nach wie vor ist keine Hauptursache bekannt. «Wir wissen, wie die Krankheit entsteht, aber meist handelt es sich um Einzelfälle, deren Ursache im Nachgang schwierig zu eruieren ist», wie Koch weiter erklärt.

Ansteckung beim Einatmen

Die Ansteckung erfolgt durch die Inhalation eines Aerosols von bakterienhaltigem Wasser, das heisst durch Einatmen einer Mischung von Luft und winzigen legionellenhaltigen Wasserpartikeln. Im Verdauungstrakt dagegen gelten Legionellen als harmlos.

Die Folgen nach einer Inkubationszeit von in der Regel zwei bis zehn Tagen können im Einzelfall verheerend sein. Die Krankheit äussert sich vor allem als Lungenentzündung unterschiedlichen Schweregrads und kann in 5 bis 15 Prozent trotz Antibiotikabehandlung zum Tod führen. (sda/bz)