SP Base-Stadt
Parteipräsident Pascal Pfister gibt sein Amt ab – die Suche nach einem Nachfolger wird schwierig

Nach vier Jahren tritt der Basler SP-Präsident Pascal Pfister zurück. Ebenfalls ihre Posten räumen seine Vizes Beda Baumgartner und Melanie Nussbaumer, die im Herbst in den Grossen Rat gewählt worden ist. Alle Präsidiumsmitglieder werden an der Jahresdelegiertenversammlung im April verabschiedet.

Leif Simonsen
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SP-Präsident Pascal Pfister und seine beiden Vizepräsidenten geben ihre Ämter im April ab.

SP-Präsident Pascal Pfister und seine beiden Vizepräsidenten geben ihre Ämter im April ab.

Nicole Nars-Zimmer

Pfister zieht eine positive Bilanz seines Schaffens. «Die SP-Mitgliederzahl ist um zwanzig Prozent auf über tausend gestiegen», sagt er. Auch der Generationenwechsel, der parteiintern gefürchtet worden war, sei gut gemeistert worden. Ständerätin Anita Fetz konnte durch Eva Herzog ersetzt werden, die Ämter der abgetretenen und abtretenden Regierungsräte Christoph Brutschin, Hanspeter Wessels und Herzog wiederbesetzt werden.

Als Wermutstropfen bezeichnet Pfister die verlorene Regierungsmehrheit: Rot-Grün büsste den Sitz von Grünen-Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann zugunsten der Grünliberalen ein, die mit Esther Keller erstmals in Basels Exekutive Einsitz nehmen.

Pascal Pfister, Abtretender SP-Präsident «Wir hätten die Kritik an Ackermann besser kontern sollen.»

Pascal Pfister, Abtretender SP-Präsident «Wir hätten die Kritik an Ackermann besser kontern sollen.»

Nicole Nars-Zimmer

In Bezug auf das schlechte Abschneiden Ackermanns bei den Wahlen äussert sich Pfister auch selbstkritisch. «Wir hätten die Kritik besser kontern sollen», sagt Pfister. Ackermann sei unter Wert verkauft worden, sie habe bei der Unterstützung der Kulturschaffenden in der Coronazeit Wichtiges geleistet und eine gute Vorlage zur Initiative «Recht auf Wohnen» ausgearbeitet. «Wir hätten besser auf diese Verdienste aufmerksam machen müssen», räumt Pfister ein.

Hoffnungsträger winken ab – nur Stefan Wittlin nicht

Die Suche nach der Nachfolge Pfisters wird sich nicht ganz einfach gestalten. Der Jobbeschrieb könnte attraktiver sein: Gesucht ist jemand, der für wenig Geld viel arbeitet. Nicht zuletzt die Aufgabenfülle verunmöglicht es Pfister, das Amt weiterzuführen. Er hat zum Jahresbeginn einen 65-Prozent-Job bei der Schuldenberatung Schweiz angefangen – da ist nebenher nicht noch Zeit für einen ehrenamtlichen Fulltime-Job.

Diese Kombination ist für so manchen potenziellen Nachfolger abschreckend. Der verschiedentlich als Favorit genannte Georg Mattmüller sagt etwa, er sei mit seinem Job als Geschäftsführer des Behindertenforums bereits stark ausgelastet – eine zweite Geschäftsleitungsaufgabe könne er nicht stemmen. Mangelnde Zeit ist auch beim Riehener Einwohnerrat Martin Leschhorn der Grund, dass er bereits abwinkt. «Kommt hinzu: Sofern ich wiedergewählt werde, bin ich anfangs nächste Legislatur Einwohnerratspräsident», sagt er.

Stefan Wittlin, SP-Grossrat «Ich schliesse nicht aus, dass ich künftig Teil des Präsidiums bin.» 

Stefan Wittlin, SP-Grossrat «Ich schliesse nicht aus, dass ich künftig Teil des Präsidiums bin.» 

zvg

Immerhin: Bei einem anderen Hoffnungsträger darf sich die SP-Findungskommission, die sich nun auf die Suche nach der Pfister-Nachfolge macht, Chancen ausrechnen. Der 36-jährige Grossrat Stefan Wittlin sagt: «Ich will nicht ausschliessen, dass ich künftig Teil des Präsidiums bin.»