Strafgericht
Pächter legt Feuer und kassiert 20'000 Franken

Zwei Männer zündeten ein Gartenhäuschen an und teilten sich daraufhin die Versicherungssumme von 20'000 Franken. Ein klarer Fall von Versicherungsbetrug.

Patrick Rudin
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Nach dem Brand bekam der Pächter von der Versicherung 20'000 Franken (Symbolbild)

Nach dem Brand bekam der Pächter von der Versicherung 20'000 Franken (Symbolbild)

Martin Töngi/Archiv

Lichterloh brannte ein Häuschen in der Familiengartenanlage Rankhof im März 2012, und rund einen Monat später erhielt der heute 68-jährige Pächter des Gartens von der Versicherung rund 20'000 Franken als Entschädigung überwiesen. Doch die Kriminaltechniker schauten ganz genau hin, zumal die Spuren klar auf eine Brandstiftung hindeuteten.

Gestern nun verurteilte ein Dreiergericht den 68-Jährigen wegen Versicherungsbetruges zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten.

DNA des Komplizen

In den Wochen vor dem Brand hatte es auf dem Areal mehrere Einbrüche gegeben, weshalb die Täterschaft vorerst unklar blieb. Doch in einer Klappe unter dem Haus entdeckten die Ermittler Handschuhe und Benzinkanister mit der DNA eines 57-jährigen vorbestraften Mannes. Als die Staatsanwaltschaft ihn zum Verhör lud, begleitete ihn überraschenderweise der 68-jährige Pächter des Gartenhäuschens: Beide waren Freunde.

Die Untersuchung förderte weitere Unstimmigkeiten zu Tage: Die ausbezahlte Versicherungssumme wurde noch am selben Tag in bar abgehoben und der Pachtvertrag daraufhin sofort gekündigt. Im Rankhof hatte es bereits im Jahr 2008 gebrannt, der 68-Jährige erhielt damals 12'000 Franken und baute sich daraufhin ein neues Häuschen. Hinweise auf einen Betrug gab es zwar damals nicht, doch entstand daraufhin die Idee, weitere Zahlungen der Versicherung zu bewirken.

Die Verteidigerin des 68-Jährigen argumentierte vergeblich, ihr Mandant habe den Garten geliebt und den Pachtvertrag lediglich wegen seines schlechten Gesundheitszustandes aufgelöst. Bislang war er nicht vorbestraft gewesen.

Angezündet hat das Haus der 57-jährige von der Sozialhilfe lebende Kumpel. Vermutlich hat er nach der Tat unter der Hand seinen Anteil von den 20'000 Franken erhalten. «Die DNA-Spuren auf dem Benzinkanister überführen ihn eindeutig», meinte Staatsanwalt Sasha Stauffer gestern vor Gericht. Der Mann hatte betont, er habe dort gelegentlich mit dem Einverständnis seines Kumpels übernachtet, als er keine Bleibe hatte.

Alibi löste sich in Luft auf

Beide Angeklagten bestritten die Brandstiftung energisch, und die Ehefrau des 57-Jährigen sollte vor Gericht ein Alibi für die Tatnacht bestätigen. Der Schuss ging allerdings nach hinten los: Die Frau meinte dazu nur, an eine angebliche gemeinsame Feier könne sie sich nicht mehr erinnern. Die Eheleute leben getrennt: Er sass bereits im Gefängnis, weil er sie beinahe umgebracht hatte.

Auch deshalb bestrafte das Gericht den 57-Jährigen härter. Er erhielt keine Bewährung und muss für 14 Monate ins Gefängnis und verliert wohl definitiv seine Aufenthaltserlaubnis. Beide Angeklagten haben einen kroatischen Pass. Gestern beschuldigten sie sich gegenseitig, der jeweils andere habe in Kroatien Vermögen. Die Versicherung wird nun versuchen, das Geld zurückzuverlangen. Beide Verurteilte können das Urteil noch weiterziehen.