Sportmuseum Schweiz
Ottmar Hitzfeld zwischen alten Lederbällen und Brasilien

Der Fernsehsender SWR dreht einen Film über den Schweizer Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld. Als Kulisse diente das Schweizer Sportmuseum in Münchenstein. Ausgestrahlt wird der Dokumentarfilm am 65. Geburtstga des Nati-Trainers, dem 12. Januar 2014.

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Ankunft vor dem Museum: (von links nach rechts) Hitzfeld, Simon Wahl vom Museum und Partick Eich vom WDR
17 Bilder
Ottmar Hitzfeld wird im Sportmuseum von einer WDR-Filmequipe begleitet: Hitzfeld und Mike Gosteli vom Museum vor der Fussball Ecke.
Als Überraschung kommt Hitzfelds Biograf Josef Hochstrasser.
Patrick Eich vom WDR und Hitzfeld schauen sich Sirts von Karli Odermatt an.
Hitzfeld schaut sich die Bobschlitten an.
Mike Gosteli vom Museum zeigt Hitzfeld alte Fotos...
...und Zeitungsausschnitte.
Dreharbeiten.
Bei der Wembley-Pfeife.
Das Filmteam bereitet sich vor.
Ottmar Hitzfeld zu Gast im Sportmuseum
Gosteli vom Museum zeigt Hitzfeld alte Stollenschuhe.
Bei der Fussball-Ecke.

Ankunft vor dem Museum: (von links nach rechts) Hitzfeld, Simon Wahl vom Museum und Partick Eich vom WDR

Nicole Nars-Zimmer

Fahrräder, der Skihelm von Didier Cuche, Schlitten und unzählige historische Bilder. Das Begehlager des Sportmuseums Schweiz in Münchenstein ist reich an sportkulturellem Erbe. Über 150'000 Objekte können bestaunt werden.

Diese Kulisse nutzt der Fernsehsender SWR für seinen Dokumentarfilm über Ottmar Hitzfeld. Der Film über Hitzfeld wird an seinem 65. Geburtstag, dem 12. Januar 2014, ausgestrahlt.

Während zweier Drehtage setzt Michael Dittrich, Regisseur und Sportredaktor beim SWR-Fernsehen, den ehemaligen Fussballer und heutigen Nati-Trainer in Szene.

Bei den Aufnahmen in Lörrach standen Familie und Sozialleben im Zentrum. Gestern im Sportmuseum Schweiz war der Blick auf die sportliche Vergangenheit gerichtet.

Weitere Dreharbeiten fanden anschliessend im St. Jakob-Park statt. Dort tauchte als Überraschung Helmut Benthaus auf. Der ehemalige Trainer des FC Basel förderte Hitzfeld in seiner Fussballkarriere.

Sportmuseum: Neue Hoffnungen

Hoffnungsschimmer für das von Finanzierungssorgen geplagte Sportmuseum: In ihrem gestern veröffentlichten Bericht spricht sich die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission (BKSK) des Landrats dafür aus, das Sportmuseum 2014 und 2015 mit jeweils 150'000 Franken aus dem Baselbieter Swisslos-Fonds zu unterstützen. Dieses Geld soll im Rahmen projektorientierter Beiträge fliessen - aber nur dann, wenn das Sportmuseum seinen Sanierungsplan nachbessert, um das strukturelle Defizit zu beseitigen. Die bisherigen Sanierungskonzepte beurteilt die BKSK als ungenügend. Im Gegensatz zur Kommission lehnt die Baselbieter Regierung eine weitere Subventionierung des Sportmuseums ab, da dies gegen die Leitplanken der kantonalen Museumsförderung verstosse. In dieser Frage wird der Landrat das letzte Wort haben, wobei ein Ja für das Sportmuseum doppelt wichtig wäre: Denn Basel-Stadt macht seine Subvention über jährlich 150 000 Franken von Baselland abhängig. (bos)

«Ottmar ist der Zocker»

Ottmar Hitzfeld fährt vor dem Sportmuseum Schweiz vor. Der Regisseur vom SWR-Fernsehen Michael Dittrich und der Aufnahmeleiter Patrick Eich sind schon vor Ort. Simon Wahl, zuständig für das Begehlager und das Mobile Museum, begrüsst den prominenten Gast: «Das ist ein einmaliges Ereignis für uns.»

Das Filmteam lässt noch auf sich warten. Ottmar Hitzfeld wird unterdessen vom Museumshistoriker Mike Gosteli durch das Begehlager geführt. Das Sportmuseum Schweiz hat eigens für die Dreharbeiten eine Fussballecke eingerichtet.

Neben alten und neuen Natitrikots sind auch verschiedenste Fussbälle und Schuhe zu sehen. «Es ist eine Kunst, mit solchen Schuhen Fussball zu spielen», sagt Hitzfeld zu den alten Lederkickschuhen.

Ein historisches Bild des Stadions Landhof in Basel weckt sein Interesse: «Ich hatte mein erstes Training als Profi auf dem Landhof.»

Nachdem das SWR-Filmteam Licht, Ton und Kamera eingerichtet hat, können die Dreharbeiten beginnen. Hitzfeld wirkt gelassen. «Ich bin nur vor einem Spiel angespannt», sagt er. Den Umgang mit den Medien ist er sich ja gewohnt.

Während Hitzfeld ins Gespräch mit Gosteli vertieft ist, schleicht sich ein Überraschungsgast hinein: Es ist Josef Hochstrasser. Der reformierte Pfarrer hat im Jahr 2004 eine Biografie über Ottmar Hitzfeld geschrieben. «Ich habe Ottmar zweimal fragen müssen, ob ich das Buch schreiben darf. Und ich wusste: Ein Nein ist ein Nein», sagt Hochstrasser. Fünf Jahre danach habe Hitzfeld dann doch noch Ja gesagt.

Als Gentleman verlieren

«Es gibt nichts Schöneres, als über Fussball zu diskutieren. Und Josef weiss, wie ich ticke», sagt Hitzfeld über seinen Biografen. Die beiden verbindet der Fussball, die Theologie und das Jassen. «Ottmar ist der Zocker von uns beiden», erzählt Hochstrasser.

«Er verliert nicht gerne. Doch wenn er verliert, dann geht er wie ein Gentleman damit um.» Natürlich kommt auch sein Rücktritt im Sommer zur Sprache. «Das war eine schwierige, aber auch vernünftige Entscheidung. Und die einzig richtige», sagt Hitzfeld.

Die Zeit danach sei noch nicht in Planung, er wolle sich nun ganz auf die WM in Brasilien konzentrieren. «Ich muss ja bald das Aufgebot für die WM bekannt geben», sagt er.

Aus dem Hintergrund hört man den Namen Shaqiri. Hitzfeld antwortet: «Der beste Spieler ist ja leider verletzt.»

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