Messehalle
Oldtimer-Rallye: Der 25. «Raid Suisse-Paris» kommt ins Rollen

Gestern fiel der Startschuss zum «Raid Suisse-Paris», an der dieses Jahr über 160 Oldtimer teilnehmen. In der Messehalle Basel können die Autos nicht nur bewundert werden; Besucher können auch beim jährlichen Rennen mitfiebern.

Sabrina Sutter
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25. Raid Suisse-Paris: Fiat Balilla 1933
12 Bilder
25. Raid Suisse-Paris: als erstes startet ein Rolls-Royce Phantomas I
25. Raid Suisse-Paris: Vor dem Start letzte Vorbereitungen
25. Raid Suisse-Paris: Vor dem Start letzte Checks
25. Raid Suisse-Paris: Jaguar XK 120 DHC SE 1953
25. Raid Suisse-Paris: Jaguar XK 120 1954
25. Raid Suisse-Paris: Jaguar XK 120 1954
25. Raid Suisse-Paris: Railton Fairmile 1937
25. Raid Suisse-Paris: Fiat 1100 1939
25. Raid Suisse-Paris: Delahaye 122 Special Brooklands 1933
25. Raid Suisse-Paris
25. Raid Suisse-Paris: Riley TT Sprite 1934

25. Raid Suisse-Paris: Fiat Balilla 1933

Nicole Nars-Zimmer

12:28 Uhr im Rundhof der Messehalle Basel: Die hölzerne Tribüne steht bereit, genauso wie die beiden jungen Frauen in den kurzen Röcken und mit einer Schweizer Fahne in der Hand. Hinter den Absperrungen tummeln sich die Zuschauer, und auch die Lounges in den oberen Stockwerken sind gut gefüllt. Alle Blicke sind auf die schwarze Uhr gerichtet, die neben der Tribüne steht.

In wenigen Minuten wird der erste der mehr als 160 Oldtimer vorfahren und den 25. «Raid Suisse-Paris» eröffnen. Kameras werden gezückt, die Veranstalter machen ihr Mikrofon bereit. Dann, pünktlich um halb eins fährt der erste Oldtimer vor: Es ist ein glänzender Rolls-Royce Phantom I. Noch ein paar wenige Worte zum Auto fallen, die Fahne wird geschwenkt, und dann fährt das noble Gefährt los und gibt damit den Startschuss für die viertägige Rallye über Dijon und Orléans nach Paris.

Jugendliche Gewinner

Auch die beiden letztjährigen Gewinner, Mike Müller und Olivier Schneider, fahren wieder mit. Die 22- und 24-jährigen Männer stechen unter den hauptsächlich älteren Piloten richtig hervor. «Manchmal haben wir einen schwierigen Stand und werden nicht gleich akzeptiert. Aber es gibt viele, die sich freuen, dass auch Junge mitmachen und etwas Leben in das Ganze bringen», sagt Schneider vor dem Start. Er und Müller kennen sich seit 20 Jahren und wuchsen sogar miteinander auf. Beide Familien sind grosse Oldtimerfans. «Meine Schwestern fahren auch mit, sie sind im selben Team», so Schneider. Und auch sein Vater nimmt an der Rallye teil: «Er ist jedoch unser Konkurrent.»

Die letztjährigen Gewinner Mike Müller und Olivier Schneider fahren auch wieder mit.

Die letztjährigen Gewinner Mike Müller und Olivier Schneider fahren auch wieder mit.

bz

Andreas Fürst in einem Daimler von 1959 fährt schon zum 3. Mal am «Raid Suisse-Paris» mit. Von Oldtimern ist er schon lange fasziniert. «Der technische Teil kommt bei alten Autos viel stärker zum Ausdruck. Oldtimer sind pure Liebe zur Technik», sagt er. Dieses Jahr nimmt er zusammen mit seinem Vater und seinem Sohn an der grossen Rallye nach Paris teil.

Ums Gewinnen gehts ihm jedoch nicht. «Dabei sein ist alles.» Das findet auch Carlos Hasenöhrl. «Das Ziel ist es, gut durchzukommen. Und natürlich, dabei Spass zu haben.» Bis zum Ziel gekommen ist er letztes Jahr nämlich nicht. «Am vorletzten Tag fielen wir aus, weil wir technische Probleme hatten.» Auch damals trat er mit seinem Raillton von 1937 an. Dieser ist eine Seltenheit. «Die Marke Raillton hat es von 1933 bis 1939 gegeben, also nur sechs Jahre. Von diesem Modell hier wurden in dieser Zeit bloss etwa zehn Stück hergestellt.» Hasenöhrl ist überzeugt, dass er dieses Jahr das Ziel erreichen wird. «Klar, weiss man nie zu hundert Prozent, ob es gut gehen wird. Aber ich bin optimistisch.»

Piloten aus der ganzen Welt

Über zwei Stunden dauert es, bis alle Teilnehmer über die Tribüne gefahren und damit gestartet sind. Ein Riley TT Sprite hat einen besonders lauten Motor und lässt einige der Besucher aufhorchen. Hier hupt ein kleiner Fiat, dort erklingen schrille Töne eines Volvos. 44 verschiedene Automarken treten an, deren Fahrer aus 12 verschiedenen Ländern stammen. Der älteste Teilnehmer ist stolze 94 Jahre alt und erntet bewundernden Applaus, als er mit seinem Mercedes-Benz vorbeituckert.

Gefahren wird in den Kategorien «Veterans», «Tourisme» und «openRAID», wobei in den ersten beiden jeweils spezielle Prüfungen absolviert werden müssen. Wer diese am besten meistert und die vorgegebenen Zeiten am meisten einhält, gewinnt. Es gibt 6 Damenteams und 13 Autos starten in der Kategorie «Young Raiders» für Fahrer bis und mit 35. Einige der Piloten haben sich in Schale geworfen und tragen passend zu ihrem Wagen Kleider aus früheren Zeiten. Wollhosen und Stoffkäppis sowie Federhüte und Perlenketten sind oft gesehene Accessoires. Andere fahren in normaler, bequemer Kluft. Doch eines ist bei allen Teilnehmern gleichermassen spürbar: Die Vorfreude auf vier aufregende, schöne Tage im geliebten Oldtimer.

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